Im Rahmen einer Impulstour am Mittwoch, 12. August 2026, hat Landrat Markus Möller innovative Projekte zur Wasserstoffwirtschaft im Landkreis Göppingen besucht. Gemeinsam mit dem Wasserstoffbeauftragten des Landkreises, Michael Frankenberger, besichtigte er Unternehmen, die Hochschule Esslingen am Campus Göppingen sowie einen künftigen Streckenabschnitt des Wasserstoffkernnetzes.
Die Stationen zeigen: Im Landkreis Göppingen entstehen bereits heute wichtige Bausteine einer regionalen Wasserstoffwirtschaft – von der Erzeugung über die Anwendung bis hin zu Forschung, Fachkräfteausbildung und Infrastruktur. Ziel der Impulstour war es einen Einblick in aktuelle Entwicklungen, Projekte und Anwendungsmöglichkeiten im Bereich Wasserstoff zu erhalten sowie, den Dialog mit den Akteuren vor Ort zu intensivieren und gemeinsam auszuloten, wie sich die Wasserstoffwirtschaft im Landkreis gezielt weiterentwickeln lässt.
„Viele Unternehmen stehen vor der Aufgabe, ihre Prozesse klimafreundlich und zugleich wirtschaftlich aufzustellen. Gerade für unseren industriell geprägten Landkreis kann Wasserstoff dabei eine entscheidende Rolle spielen. Deshalb ist es mir wichtig, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen, die den Aufbau der Wasserstoffwirtschaft bereits heute vorantreiben. Ich möchte erfahren, welche Rahmenbedingungen sie benötigen und wie wir sie als Landkreis dabei unterstützen können, Innovationen in die Praxis zu bringen und Wertschöpfung im Landkreis zu sichern“, sagte Landrat Markus Möller.
Die Stationen der Impulstour stehen beispielhaft für unterschiedliche Bausteine einer regionalen Wasserstoffwirtschaft. Den Auftakt bildete die Erzeugung von Wasserstoff: Bei der ETG Entsorgung + Transport GmbH in Ebersbach an der Fils steht mit dem Projekt H2.Zero die Herstellung von Wasserstoff aus Reststoffen im Mittelpunkt. Künftig sollen dort jährlich bis zu 100 Tonnen klimaneutraler Wasserstoff entstehen – etwa so viel, wie eine Wasserstofftankstelle pro Jahr benötigt. Gefördert wird das Vorhaben vom Verband Region Stuttgart mit rund 4,3 Millionen Euro.
Wie Wasserstoff künftig in der Praxis eingesetzt werden kann, zeigten zwei weitere Unternehmen. Das Bauunternehmen LEONHARD WEISS zeigte, welche Rolle Wasserstoff auf dem Weg zur emissionsfreien Baustelle spielen kann. Beim Logistikunternehmen Wiedmann & Winz ging es um die Umsetzung der Antriebswende im Güterverkehr. Das Unternehmen setzt bereits batterieelektrische Lkw ein und erprobt zudem wasserstoffbetriebene Fahrzeuge, um unterschiedliche Lösungen für die Anforderungen des Schwerlastverkehrs zu testen.
Ein weiterer Baustein ist die Qualifizierung von Fachkräften. An der Hochschule Esslingen, Campus Göppingen, erhielt Landrat Möller Einblicke in den Masterstudiengang „Wasserstoffwirtschaft und Technologiemanagement“. Seit dem Sommersemester 2024 bereitet er in drei Semestern Fachkräfte auf die Anforderungen der Branche vor und verbindet dabei technisches Know-how mit Managementkompetenz.
Ebenso entscheidend ist die Infrastruktur. Deshalb führte die Tour auch zu einem geplanten Streckenabschnitt des bundesweiten Wasserstoffkernnetzes, das spätestens bis 2037 Wasserstoff in den Landkreis Göppingen transportieren soll. Diese Infrastruktur ist eine wichtige Voraussetzung, um Unternehmen langfristig mit klimafreundlichem Wasserstoff zu versorgen und den Wirtschaftsstandort zu stärken.
Die Erkenntnisse aus den Gesprächen sollen in die weitere Arbeit des Landkreises einfließen und konkrete Impulse für die Wasserstoffwirtschaft im Landkreis liefern. Im Mittelpunkt stehen dabei ein engerer Wissenstransfer zwischen Hochschule und Unternehmen, praxisnahe Unterstützung für Innovationen sowie die gezielte Nutzung von Fördermöglichkeiten und Netzwerken.
Foto von links nach rechts: Markus Möller (Landrat), Michael Frankenberger (Wasserstoffbeauftragter), Dr. Daniel Pietzka (terranets bw GmbH)
PM Landratsamt Göppingen