Stadt nimmt ihre Brücken unter die Lupe

In der Stadt Göppingen gibt es 85 Brücken. Die Verwaltung prüft diese Bauwerke in regelmäßigen Abständen. Die Brücke Ulmer Straße sowie die Sauerbrunnenbrücke müssen ersetzt werden. Die Sonnenbrücke und der Sauerbrunnensteg müssen saniert werden. Wie es mit der Jebenhäuser Brücke weitergeht, ist noch offen.

Vor Kurzem haben sich Stadträte gemeinsam mit Baubürgermeisterin Eva Noller und Experten aus dem Technischen Rathaus auf Brückentour durch Göppingen gemacht. Dabei sahen sie mit eigenen Augen, wie marode so manches Bauwerk ist: Bei der Brücke Ulmer Straße gibt es  Korrosionsschäden am Überbau, die Geländerstäbe sind in Teilen fast durchgerostet, es gibt Risse sowie Betonausbrüche in den tragenden Wänden und die Abdichtung auf der Brücke ist undicht. „Diese Brücke können wir nicht mehr erhalten. Wir müssen sie abreißen und neu bauen“, sagte Noller.

Die Stadt plant dies unabhängig von der Bahnmaßnahme „Korridorsanierung Stuttgart – Ulm im Jahr 2030“.  Der Abriss soll voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2029 erfolgen, bis Ende 2030 soll die neue Brücke dann stehen. Das neue Bauwerk wird leicht nach Westen verschoben und die Durchfahrtshöhe der Bahn auf 6,20 Meter erhöht. Die Rampen werden entsprechend angepasst. Die Fahrbahn wird breiter sein, ebenso der Fuß- und Radweg. Das Projekt wird voraussichtlich 19,6 Millionen Euro kosten. Die Stadt rechnet mit einer Förderung von rund 50 Prozent. Somit muss die Stadt noch voraussichtlich 9,8 Millionen Euro für den Abriss und Neubau der Brücke und der Rampen aufbringen.

Zeitgleich soll die direkt anschließende Sonnenbrücke umfassend saniert werden. Das Bauwerk aus dem Jahr 1901 weist ebenso Schäden durch Feuchtigkeit und Dauerbelastung auf. Ziel der Maßnahmen ist es, die Brücke für die nächsten 20 bis 30 Jahre wieder fit zu machen.

Weiter flussabwärts zeigen sich Korrosionsschäden an der Jebenhäuser Brücke, besonders in einem der sechs Hohlkästen, die wesentlich für die Tragfähigkeit der Brücke sind. Seitdem die Schäden festgestellt wurden, ist die rechte Spur stadtauswärts auf der Jebenhäuser Brücke gesperrt, um den besonders von Rost betroffenen Hohlkasten unter der rechten Spur zu entlasten und die Standsicherheit der Brücke zu gewährleisten. Momentan wird die Brücke mit der aktuellen Verkehrsbelastung aus Verkehrszählungen und den aktuellen Normen für die Baustoffe nachgerechnet. Diese Ergebnisse sind relevant, um den Zustand der Brücke genau einschätzen zu können. Erst dann steht fest, ob saniert werden kann oder die Brücke neu gebaut wird.

Unabhängig davon muss dieses Projekt allerdings warten, bis die Brücke Ulmer Straße fertig ist, da die Jebenhäuser Brücke für die Umleitung des Verkehrs notwendig ist. Solange sorgt die Stadt mit regelmäßiger Prüfung für die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer. Eine Kamerabefahrung im Mai hatte ergeben, dass die verschweißten Brückeneinläufe dicht sind und kein weiteres Wasser in den Hohlkasten eindringt. Der durch Hitze verformte Belag auf der Brücke wird zeitnah saniert. Zudem werden die gelben Fahrbahnmarkierungen durch weiße Streifen ersetzt, und die Leitbaken werden durch gestalterisch ansprechende Absperrelemente ausgetauscht.

Die Sauerbrunnenbrücke über die Fils beim Christophsbad wurde als Spannbetonbrücke im Jahr 1952 hergestellt. Hier wurde spannungsrisskorrosionsgefährdeter Spannstahl verbaut. Mittelfristig muss die Brücke abgerissen und neu gebaut werden. Ziel des Baudezernats ist es, die Brücke als funktionierende Umleitungsstrecke zu nutzen, wenn die Jebenhäuser Brücke für eine Sanierung oder gar einen Neubau gesperrt werden muss.

Der Sauerbrunnensteg für Fußgänger, die über die Bahngleise kommen möchten, stammt aus dem Jahr 1994 und weist Schäden am Belag auf. Es gibt undichte Fugen und somit auch Korrosionsschäden an der Tragkonstruktion. Der Steg wird während der Sperrzeit der Bahn 2030 saniert.

Foto (Stadt Göppingen): Bei einer Rundtour zu fünf Brücken in Göppingen haben die Stadträte den Zustand der Bauwerke mit eigenen Augen sehen können.

PM Stadtverwaltung Göppingen

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