Am 26. Juni endet das Stadtradeln im Kreis Göppingen. Es lenkt den Blick auf das Radfahren im Alltag – und die Herausforderungen, mit denen Radfahrer auf dem Weg zur Arbeit, zur Schule oder beim Einkaufen konfrontiert sind. In Süßen mangelt es an Sicherheit und Komfort, kritisiert die SPD-Gemeinderatsfraktion.
„In den letzten Jahren ist das Radfahren im Ortszentrum nicht attraktiver geworden“, sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende Udo Rössler. Dabei hatte der Gemeinderat bereits 2023 ein vom ADFC erarbeitetes Radverkehrskonzept beschlossen. Das sieht zum Beispiel Fahrradstraßen in der Lange Straße, der Hochstraße und in der Barbarossastraße vor. Auch Bürgermeister Kersting hatte in seinem Wahlprospekt im Hinblick auf sichere Schulwege als wichtig erachtet, „weitere Fahrradstraßen auszuweisen“. Bislang gibt es in Süßen aber keine einzige. Dass die Fahrradstraßen jetzt angegangen werden, kann die SPD-Fraktion leider nicht erkennen. Udo Rössler: „Der Bürgermeister muss jetzt vom Versprechen ins Handeln kommen“.
Mit dem teilweisen Umbau der Heidenheimer Straße und der Tempo-30-Regelung hat sich die Sicherheit für Radfahrer dort zwar etwas verbessert. Ordnungswidrig parkende Fahrzeuge am Straßenrand und zu enges Überholen durch PKW bleiben aber ein ständiges Gefahrenpotential. Die Straßenkreuzung nach der Filsbrücke ist jetzt für alle Verkehrsteilnehmer noch gefährlicher geworden, da ein Linksabbiegeverbot in die Filsstraße aufgehoben wurde und die Ampel am Fußgängerüberweg weggefallen ist. Es gibt Pläne, den Kreuzungsbereich neu zu ordnen. Bis zur Umsetzung dürften aber noch Jahre vergehen.
Nicht nur gefährliche Kreuzungen sind der SPD-Fraktion ein Dorn im Auge. Gebäude, Ecken und parkende Fahrzeuge können Radfahrern schnell die Sicht einschränken. An unübersichtlichen Stellen sind deshalb sogenannte Verkehrs- oder Sicherheitsspiegel hilfreich. Die Konvexspiegel vergrößern den Blickwinkel und erlauben es, „um die Ecke zu schauen“. In Süßen sind solche Spiegel zum Beispiel an der Fußgänger- und Radunterführung beim Bahnhof montiert. Schon vor Wochen hatte die SPD-Fraktion gebeten, den kaputten Sicherheitsspiegel an der Nordseite der Unterführung zu ersetzen. Passiert ist nichts. Auch hinter dem ehemaligen Verwaltungsgebäude der Spindelfabrik würde ein Verkehrsspiegel Sinn machen. Dort zweigt der ausgewiesene Radweg nach Donzdorf rechtwinklig ab, was immer wieder zu gefährlichen Begegnungen führt. Bereits Anfang Mai hatte die SPD beim Stadtbauamt beantragt, auch an dieser Gefahrenstelle einen Spiegel zu prüfen. Ob’s dort sicherer wird, steht in den Sternen. Bislang wurde noch nicht einmal der Eingang der Mail bestätigt.
Foto: Gefährliche Begegnungen am Radweg hinter dem ehemaligen Verwaltungsgebäude der Spindelfabrik
PM SPD Fraktion Süßen