Digitalisierung bei Wasserzählern über Funk: Gemeinderatsmehrheit beträgt eine Stimme
Auswirkung auf Gebühren
In den Jahren 2027 bis 2029 sollen die bisherigen Wasserzähler in Privathaushalten und Gewerbebetrieben durch elektronische Wasserzähler mit Funkmodul ersetzt werden. Die digitale Übermittlung der Daten ersetzt das bisherige System der Selbstablesung und Mitteilung an die Gemeinde. Mit einer Stimme Mehrheit und nach langer, kontroverser Diskussion hat der Gemeinderat dies in Vollbesetzung entschieden. Die Auswirkung auf die Wassergebühren und die damit verbundene Änderung der Wasserversorgungssatzung sollen im Herbst beraten werden.
Verbandskämmerer Michael Deiß hatte dem Gremium die Eckdaten in der Sitzung schon mal vorgestellt.
Bisher hoher Verwaltungsaufwand zur Erfassung der Daten
In 2023 hatte die Gemeinde die Fernauslesung der Wasserzähler für kommunale Gebäude eingeführt. Der Wasserverbrauch kann jederzeit tagesaktuell über ein online-Portal der Netze BW eingesehen werden. Auf dieses Portal haben die Gemeindeverwaltung und die Kämmerei im Gemeindeverwaltungsverband Zugriff. Wegen der guten Erfahrungen mit diesem System möchte Bürgermeister Jochen Reutter, unterstützt von den Sachbearbeiterinnen im Rathaus und der Verbandskämmerei, diese digitale Ablesung grundsätzlich einführen.
Bislang erfolgt die jährliche Ablesung der privaten Wasserzähler so: Druck der Ablesebriefe durch den GVV, Verteilung der Ablesebriefe durch Amtsbotin und per Post. Die Bürgerinnen und Bürger lesen den Wasserzähler selbst ab und teilen den Zählerstand der Gemeindeverwaltung auf verschiedenen Wegen mit: Einwurf des Abschnitts des Ablesebriefes im Rathaus oder telefonische Mitteilung oder Mitteilung per E-Mail oder Online-Meldung über QR-Code oder Link.
Fehlerquote und Versäumnisse bei Selbstablesung
Zur Abrechnung der Wasserverbrauchsgebühren wird die verbrauchte Wassermenge durch entsprechende Messeinrichtungen (Wasserzähler) festgestellt.
Bislang werden mechanische Ringkolbenzähler zur Messung der verbrauchten Wassermenge verwendet, die am Jahresende (zum 15. Dezember) nach Aufforderung der Gemeindeverwaltung vom Anschlussnehmer selbst abgelesen werden.
Die bisherige Selbstablesung führt regelmäßig zu fehlerhaften Verbrauchsmitteilungen. Beispielsweise werden Nachkommastellen fälschlicherweise mit angegeben oder die Zählernummer anstelle des Verbrauchswerts übermittelt. Darüber hinaus werden rund zehn bis 15 Prozent der Ablesekarten nicht zurückgegeben. Dies führt dazu, dass die Sachbearbeiterinnen im Rathaus die Eigentümer erneut erinnern und Fristverlängerungen gewähren müssen. Häufig erfolgt auch danach keine oder nur verspätete Rückmeldung, sodass der Wasserverbrauch geschätzt werden muss.
Jährlicher personeller Zusatzaufwand rund 50 Stunden
Das bisherige System führt zu erheblichem Mehraufwand bei der Wasserabrechnung und teilweise zu fehlerhaften Gebührenbescheiden, die nachträglich korrigiert werden müssen. Die Verwaltung hat den tatsächlichen Aufwand bei der jährlichen Wasserzählerablesung im Jahr 2025 erfasst. 1.031 Wasserzähler mussten abgelesen werden, einschließlich Gartenwasserzähler und Stallzähler. Auf den klassischen Meldewegen gingen 364 Rückmeldungen ein. Weitere 600 Bewohner haben ihren Zählerstand online erfasst. 64 Anschlussnehmer hatten keinen Zählerstand gemeldet, in diesen Fällen musste telefonisch, per E-Mail oder per Brief nachgehakt werden. Zum Schluss erhielt die Gemeinde trotz Nachfrage in zwei Fällen keine Rückmeldung, hier wurde der Verbrauch geschätzt. Der zeitliche Aufwand im Rathaus betrug 32 Stunden. Die zusätzliche Arbeitszeit des Personals beim Verwaltungsverband bezifferte Kämmerer Michael Deiß auf rund 20 Stunden.
Vier „Gateways“ sollen hohe Funk-Abdeckung gewährleisten
Die fernauslesbaren Wasserzähler werden die Verbrauchsdaten automatisiert über ein Funknetz der Netze BW übertragen. Dieses ist speziell für Kommunen und Versorgungsunternehmen entwickelt worden, hat eine hohe Reichweite und einen sehr geringen Energieverbrauch. Die Reichweite beträgt zwischen zwei und 15 Kilometern, die Strahlenbelastung sei vergleichbar mit der eines Babyphone, so die Netze BW. Kommunalberater Mischa Allgaier von Netze BW und Carolin Wojtschuk vom Hersteller Diginamic – ein Zweigbetrieb der EnBW – aus Esslingen am Neckar erläuterten dem Gremium das Verfahren in technischer Sicht. Für den Betrieb des Funknetzes wurden bereits vier sogenannte Outdoor-Gateways installiert. Dies sind drei Straßenmasten in Bruckwiesenstraße, Schlierbacher Straße und Friedhofstraße sowie das Rathaus. Damit soll so gut wie möglich eine Vollabdeckung des Gemeindegebiets gewährleistet werden. Sollte sich während des Betriebs herausstellen, dass es nach Installation sämtlicher Funkzähler noch Versorgungslücken gibt, wird entweder ein weiteres Gateway errichtet oder wird die Lücke durch mobile Zweitgeräte geschlossen. Die vier Gateways dienen als Empfangsstationen für die Daten, welche die Wasserzähler senden. Von dort aus gehen die Daten über Mobilfunk an das Rechenzentrum der Netze BW, diese stellt abschließend die Daten der Gemeinde und dem Verwaltungsverband zur Verfügung. Die Funkübertragung umfasst ausschließlich die für die Gebührenabrechnung erforderlichen Daten. Es werden keine personenbezogenen Daten übertragen. Auch übermitteln die Sender nicht den vollständigen Speicherinhalt des Wasserzählers, sondern lediglich die Abrechnungsrelevanten Verbrauchsdaten, die die Verbraucher auch bislang schon an die Gemeinde übermitteln.
Örtlicher Fachbetrieb soll Austausch vornehmen, neue Zähler halten zwölf Jahre
Die neuen Wasserzähler arbeiten mit moderner Ultraschalltechnologie, was die Messungen noch genauer und zuverlässiger macht. So können bislang auftretende ungeklärte Wasserverluste reduziert werden. Die Nutzungsdauer der neuen Wasserzähler beträgt in technischer Sicht bis zu 16 Jahre, wie die Vertreter der Netze-BW auf Nachfrage ausführten. Bisherige Zähler wurden alle sechs Jahre gewechselt, nach dem Eichrecht muss nach zwölf Jahren gewechselt werden. Dadurch wird mindestens ein turnusmäßiger Zählerwechsel eingespart. Die Verwaltung und die Netze BW sehen in der neuen Technik ein erhebliches Einsparpotenzial sowohl beim Zeitaufwand des Personals als auch bei den entstehenden Kosten. Um den Datenschutz zu entsprechen, muss die Wasserversorgungssatzung in diesem Punkt angepasst und geregelt werden. Der Einbau der neuen Wasserzähler soll durch eine örtliche Sanitärfachfirma, die die meisten Haushalte kennt, erfolgen.
System bewährt, Vollabdeckung durch Gateways schwierig
In jüngerer Zeit haben unter anderem die Gemeinden Eschenbach, Heiningen, Süssen, Schlat, Salach und Eislingen auf die Fernauslesung umgestellt oder befinden sich in der Umstellung.
Nach fast zehn Jahren Nutzung dieser Zähler hätten die Netze BW damit viel Erfahrung gesammelt, so Kommunalbearbeiter Mischa Allgaier, und viel dabei gelernt. Eine hundertprozentige Abdeckung sei technisch sehr schwierig, erläuterte Carolin Wojtschuk, bis zu 97 Prozent seien eventuell möglich. Man könne aber über manuelle, mobile Zweitablesegeräte diese Lücken schließen. Die erforderliche Batterie in den neuen Funkzählern, so die Fachleute auf Nachfrage aus dem Gremium, halte bis zu 16 Jahren.
Andere Gebühr für Haushalte ohne Funk?
Die letzten fünf Prozent Haushalte, die man eventuell nicht digital erreiche, wie gehe man mit diesen um, wollte ein Gemeinderat wissen. Entweder über die bisherige Ablesekarte oder über die manuelle Zweitauslesung, so Frau Wojtschuk. Dann müssten diese fünf Prozent auch die höhere Wasserversorgungsgebühr zahlen, so der Sprecher, obwohl sie im Funkloch sitzen. Das sei nicht gerecht. Denen solle man die höhere Gebühr erlassen. Diesen Punkt möchte Bürgermeister Jochen Reutter separat beraten. Die Funktionsfähigkeit der neuen Messingwasserzähler mit Ultraschall erfolgt stichprobenartig, so die Netze BW auf Nachfrage, dies kostet extra. Die Zählerdaten werden einmal am Tag abgelesen, binnen Millisekunden übermittelt und Ende-zu-Ende verschlüsselt, so die Fachfrau, es würden nur die Daten im Auftrag der Kommune erhoben, nicht beispielsweise für Statistiken oder andere Zwecke. Auch nach der digitalen Umstellung sind manuelle nachträgliche Ergänzungen oder Änderungen möglich.
Gebühren gehen rund zwölf Prozent hoch, sollen aber drei Jahre stabil bleiben
Finanzfachmann Michael Deiß stellte dem Gremium die Vorauskalkulation zur Entwicklung der Wassergebühren ab 2027 vor. Das Angebot der Netze BW beläuft sich auf 135.000 Euro. Deiß rechnet damit, dass durch einen günstigeren Anbieter, nämlich dem örtlichen Betrieb, gegenüber der Kalkuklation des Versorgers 10.000 Euro eingespart werden können. Dann müsste die die Gemeinde rund 125.000 Euro bezahlen. Haushaltsrechtlich läuft dies nicht als Investition, sondern ist dem laufenden Haushalt zuzuordnen, wie BM Reutter betonte. Verteilt auf drei Jahre wäre dies eine jährliche Ausgabe von gut 41.000 Euro, so Deiß. Stand heute rechnet die Kämmerei mit einer Gebührenerhöhung um 42 Cent je Kubikmeter. Dies würde eine künftige Gebühr, zumindest für die Jahre 2027 bis 2029, von 3,59 Euro je 1000 Liter Wasser bedeuten. Das entspricht einer Steigerung von rund zwölf Prozent. Der Kämmerer plädierte mit Nachdruck für die Einführung dieses Systems, der Verwaltungsaufwand werde spürbar reduziert und das Personal von unnötiger Arbeit entlastet. Insofern handle es sich bei der Gebührenerhöhung nicht nur um eine kostenbedingte Anpassung, sondern auch um eine Investition in eine moderne, effiziente und zukunftsfähige Wasserversorgung. Man könne den Verbrauchern zusichern, dass die Gebühr in den Jahren 2027 bis 2029 auf dem jetzt kalkulierten Niveau stabil bleibt und in diesem Zeitraum nicht erhöht wird.
Gegenstimmen wegen langer Amortisationzeit und Datenschutz
Bei Kosten von 125.000 Euro und einer Lebensdauer von zwölf Jahren je Wasserzähler überschlage er die Amortisationszeit auf rund 20 Jahre, so ein Gemeinderat, also länger als der Zähler hält, und das bei einer Abdeckung von maximal 95 Prozent. Man habe damit finanziell keinen Gewinn bei gleichzeitig hohem Aufwand des Zähleraustausches. Er plädiere dafür, es beim bisherigen System zu belassen. Die Kosten stünden in keinem Verhältnis zum Nutzen. Aus Erfahrungen bei der Kläranlage wisse er, dass die Funkübertragung schlecht sein kann. Das Thema der Amortisation möchte Bürgermeister Jochen Reutter nochmals gesondert aufarbeiten lassen. Dennoch sei die Verwaltung für das System, das Rathauspersonal und auch die Verbandskämmerei habe dann Zeit für wichtigere Aufgaben. Eine weitere Gemeinderätin sah speziell in diesem System, trotz positiver Grundhaltung zur Digitalisierung, keinen Sinn. Und die digitale Datenübertragung wäre sicher für manchen Bürger aus Datenschutzgründen auch unangenehm. Man müsse die Säumigen anders bekommen, beispielsweise durch Strafgebühren. Dies sei nicht so einfach, so Kämmerer Deiß, im Verwaltungsrecht gebe es Fristen und Rechtsbehelfe, da stünde der Aufwand bei diesem Vorschlag in keinem Verhältnis zum Ertrag.
Weitere Stimmen: Gebührenerhöhung ist nicht zumutbar
Bei durchschnittlichen 60 Euro mehr Kosten für eine Familie im Jahr sah ein weiterer Gemeinderat ebenfalls ein Argument gegen die Einführung des Systems, das könne man dem Bürger nach den bisherigen Grundsteuererhöhungen nicht zumuten. Der selben Ansicht war ein Kollege, der trotz Digitalisierung im eigenen Betrieb hier aufgrund der Mehrkosten für die Verbraucher gegen das neue System votierte. Man habe in letzter Zeit viele Gebühren erhöht, weil man wegen gesetzlicher Vorgaben musste, so ein weiterer Gemeinderat, hier mache man es freiwillig. Auch er wollte diese Gebührenerhöhung den Bürgern nicht noch zusätzlich zumuten. Daher solle man den Zeitpunkt der Digitalisierung nach hinten verschieben. Bei Software-Veränderungen entstehen der Gemeinde keine Kosten, so Frau Wojtschuk auf Nachfrage einer Gemeinderätin. Bezahlt werden müssten die jährlichen 6.000 Euro für die Funkverbindung. Viele Haushalte hätten noch eine junge, gute Wasseruhr, so die Gemeinderätin mit einem weiteren Argument gegen den Austausch. Man werden mit den alten anfangen, so Bürgermeister Jochen Reutter, für die örtliche Sanitärfirma sei ein Austausch von einem Drittel der Uhren pro Jahr kein Problem.
Andere Räte – die knappe Mehrheit- für digitale Übertragung
Andere Räte sprachen sich für das neue System aus. Das sei der richtige Weg in die Zukunft. Die Gebührenerhöhung sei zumutbar, man vereinfache die Arbeit des Personals und datenschutzrechtlich sehe er überhaupt kein Problem, so ein Sprecher. Es würden ja nur die Daten abgerufen, die die Verbraucher jetzt schon übermitteln. Auch er sträube sich subjektiv gegen eine „gefühlte Überwachung“, so ein weiterer Sprecher, aber bei einer Abdeckung bis 100 Prozent mit den Zusatzgeräten sei er in der Sache dafür. Könne man die Maßnahmen nicht von drei Jahren auf neun Jahre strecken, dann wäre die jährliche Zusatzbelastung für einen Durchschnittshaushalt nur 20 Euro im Jahr? Das würde er am liebsten so machen, so Kämmerer Deiß, aber da es nicht unter Investition läuft, könne man dies aus rechtlichen Gründen nicht zeitlich ausdehnen. Für die nächsten drei Jahre könne er stabile Gebühren garantieren, aber nicht länger.
Bürgermeister bleibt bei positiver Haltung
Man könne nun das Ablesen der Wasseruhren so legen, dass die Rechnungen schon Ende Januar rausgehen und nicht erst im März, so Mischa Allgaier von den Netze BW. Auch nach dieser kontroversen Diskussion sieht Bürgermeister Jochen Reutter die Einführung der digitalen Wasseruhrenablesung überwiegend positiv. Die Gebührenerhöhung werde nach der Sommerpause beraten. Ob eine solche digitale Ablesung möglicherweise mal gesetzliche Pflicht wird, könne man heute noch nicht abschätzen.
Risse im Farrenstall zeigen Fundementsenkung: Sanierung und Baumfällung nötig
Im Sommer 2025 haben sich bestehende Risse im Proberaum des Musikvereins im Bürgerhaus Farrenstall vergrößert. Grund ist eine Fundementsackung des dortigen Gebäudeecks. Daher musste der Gemeinderat Sanierungsarbeiten vergeben, die zum Preis von 23.000 Euro an die Spezial Firma URETEK, Eppingen gehen. Weil die nah am Farrenstall stehende Linde zu viel Wasser zieht und somit zusätzlich für einen trockenen Untergrund sorgt, muss diese gefällt werden. Es erfolgt eine Ersatzpflanzung an anderer Stelle. Die Verwaltung soll sich alternativ Gedanken über eine Aufhübschung der dortigen Grünfläche machen. Dies hat der Gemeinderat einstimmig beschlossen.
Sondierungen zeigen sehr trockenen Lehmboden, mittelfristig Statik gefährdet
Die Risse innen am südwestlichen Hauseck des Bürgerhauses Farrenstall waren schon länger bekannt, im Sommer hatten sie sich deutlich vergrößert und waren auch außen sichtbar. Nach Information durch den Vorsitzenden des örtlichen Musikvereins hat die Verwaltung zunächst das örtliche Architekturbüro Liebrich und danach das Donzdorfer Fachbüro VTG Straub mit einer Begutachtung beauftragt. Der Farrenstall ist dort nicht unterkellert. Die Annahme, dass starke Trockenheit zu Gebäudesetzungen geführt hat, bestätigte sich bei einer Ramm- und Rammkornsondierung im November. Der trockene Lehmboden, durchsetzt mit Feinwurzeln, „arbeitet“. Bei großem Grundwasserverbrauch durch Trockenheit und den angrenzenden Baum senkt sich das Gebäude. Eine akute Gefahr für Nutzer des Proberaums besteht nicht, aber mittelfristig kann es zu statischen Problemen führen.
Neues Verfahren ist kostengünstig, soll 30 Jahre halten
Anstelle konservativer, wesentlich teuerer Stützungstechniken für das Gebäude empfahlen das Büro VTG Straub und der Fachbetrieb Uretek, mit Hilfe einer Injektion etwaige Hohlräume unter den Fundamenten aufzufüllen, den Baugrund zu verstärken und den Kraftschluss zwischen Fundamentsohle und Baugrund somit wieder herzustellen. Diese Maßnahme greift nicht in die Statik ein, sondern stellt eine Baugrundverbesserung dar. Die elastische Bettung des Fundaments bleibt vorhanden. Das Expansionsharz wird flüssig und unter kontrolliertem Druck unter die Fundamentsohle des beschädigten Bereichs gepresst. Dann werden in einer zweiten Ebene zusätzliche Verstärkungsinjektionen gesetzt. Dabei kommt es lokal begrenzt zu einer messbaren bauwerksverträglichen Hebungstendenz im Millimeter-Bereich. Dieser Prozess kann genau kontrolliert und gesteuert werden. Mehrere Vorarbeiten der Gemeinde vorausgesetzt, erfordern diese Arbeiten einen Arbeitstag inklusive Rüst- und Fahrzeiten. Das Fachunternehmen gibt eine Garantie von 30 Jahren auf das verwendete Material. Dies bezieht sich auf die Verbesserung der Bodeneigenschaften. Risse im Mauerwerk aufgrund Baukonstruktiver oder temperaturbedingter, äußerer Einflüsse können weiterhin auftreten. Diese Lösung liegt preislich deutlich unter der Summe, die zunächst angenommen wurde.
Dort kein Baum mehr, aber optische Aufwertung gewünscht
Die Firma Uretek weist eindrücklich daraufhin, dass die bauwerksnahe Linde entfernt werden soll, das sieht auch der Baugrundsachverständige von VTG Straub so. Sonst könnte es durch Wasserentzug im schlimmsten Fall in Zukunft wieder zu einer lastunabhängigen Fundamentsackung kommen.
Sie habe die von der Fachfirma zitierten Technischen Regeln zur Baumfällung nicht gefunden, so eine Gemeinderätin. Der Baum werde dort fehlen. Statt woanders auf der grünen Wiese einzupflanzen, solle man hier einen kleineren Stamm mit einer Baumscheibe setzen. Ein Gemeinderat sieht Baumscheiben grundsätzlich als sehr problematisch, das wäre, „wie wenn ein Mensch in einem zwei mal zwei Meter großem WC aufwächst und nicht raus darf“. Man solle lieber innerorts eine Ersatzpflanzung setzen, da habe man gute Plätze. Vor Ort, so Bürgermeister Jochen Reutter, hätten sich alle anwesenden Fachleute für die Fällung des Baums ausgesprochen. Auf alten Fotos sehe man, dass vor der Sanierung des Farrenstalls dort kein Baum stand. Ein früherer Bauhofmitarbeiter habe bestätigt, so ein Gemeinderat, dass man dort nie hätte einen Baum pflanzen dürfen. Dann, so die Gemeinderätin mit Wunsch nach einem neuen Baum, solle man wenigstens was halbhohes, Grünes pflanzen und die Wiese optisch ansprechend gestalten. Dem will Bürgermeister Jochen Reutter nachkommen. Die Baumfällung und die Sanierungsmaßnahmen sollen noch dieses Jahr über die Bühne gehen bzw. beauftragt werden.
PM Gemeindeverwaltung Hattenhofen