Das Rehkitzrettungsteam des Vereins Schwabenkitz Göppingen traf sich mit mehr als 60 anderen ehrenamtlichen Rehkitzrettern aus ganz Baden-Württemberg zum Wissens- und Erfahrungsaustausch im Stuttgarter Landtag. Eingeladen hatte die jagdpolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion Sarah Schweizer.
Mit Isabel Kling nahm auch die Amtschefin des Landwirtschaftsministeriums sowie Jörg Ziegler, Leiter der Obersten Jagdbehörde Baden-Württemberg, an der Veranstaltung teil, die sich bei den zahlreichen Kitzrettungsinitiativen für ihren großen Einsatz bedankten. Aus den Reihen der Abgeordneten beteiligten sich zudem die Vorsitzenden der beiden CDU-Arbeitskreise für Landwirtschaft und Umwelt, Klaus Burger und Raimund Haser.
„Rehkitzrettung ist gelebter Tierschutz. Jäger, Landwirte und Naturschützer ziehen gemeinsam an einem Strang, um jedes Jahr das tierschutzgerechte Mähen der Wiesen zu ermöglichen“, betonte Sarah Schweizer, die sich als Kreisjägermeisterin und Vorsitzende des Vereins SchwabenKitz auch persönlich in der Rehkitzrettung engagiert.
Die Rehkitzretter des Landkreises ziehen ein positives Fazit der Veranstaltung: „Es ist schön zu sehen, dass die Landespolitik die großartige ehrenamtliche Arbeit, die hier geleistet wird, wertschätzt. Gut, dass das Landwirtschaftsministerium zugesagt hat, sich für dringend benötigte Vereinfachungen bei der Kitzrettung, gerade in Genehmigungsverfahren- und Rechtsfragen, einzusetzen“, so Sarah Schweizer.
Eine kürzlich veröffentlichte Umfrage zur Jungwildrettung in Deutschland, die der Deutsche Jagdverband gemeinsam mit der Deutschen Wildtierrettung und der Deutschen Wildtier Stiftung durchgeführt hat, unterstreicht das große ehrenamtliche Engagement der Rehkitzretter. Im Schnitt investiert jedes Kitzrettungsteam in Baden-Württemberg 380 Stunden in den Monaten Mai und Juni, um Wiesen abzusuchen, bevor sie gemäht werden. Insgesamt sucht jedes Team pro Jahr eine Fläche von fast 900 Hektar ab und rettet dadurch mehr als 150 Tiere – neben Rehkitzen auch Junghasen und bedrohte Wiesenbrüter. Die Vorbereitungen für die neue Kitzrettungssaison laufen bereits auf Hochtouren, da schon im April die ersten Einsätze stattfinden werden.
Hintergrund
In den vergangenen Jahren haben sich überwiegend aus dem Kreis der Jägerschaft landesweit mehr als 60 Rehkitzrettungsvereine und -initiativen zusammengeschlossen, um Rehkitze vor dem Mähtod zu bewahren. Durch ihr natürliches Verhalten, sich bei Gefahr ins hohe Gras zu ducken, werden die im Frühjahr gesetzten Kitze häufig Opfer des Schneidwerks, mit dem die Wiesen gemäht werden. Durch größere zusammenhängende Flächen, kürzere Erntephasen sowie den Einsatz von Mähmaschinen mit großer Schnittbreite hat die Gefahr für die im Gras abgelegten Rehkitze in den vergangenen Jahren weiter zugenommen. Vor allem in den Monaten der Heumahd Mai und Juni sind die Kitzrettungsteams überwiegend in den frühen Morgenstunden zur Absuche der zu mähenden Wiesen im Einsatz. Als technischer Standard hat sich dabei der Einsatz von Drohnen in Kombination mit Wärmebildtechnik etabliert.
Info:
Für den Kauf weiterer Drohnen freut sich SchwabenKitz über Unterstützung (Bankhaus Gebrüder Martin Göppingen; IBAN: DE70 6103 0000 0000 0531 62). Spenden sind steuerlich absetzbar.
PM Schwabenkitz Göppingen e.V.