Kommentar: Was wird aus dem Gebäude der Helfensteinklinik?

Nach wie vor sind nur 22 % der Nutzfläche des Altgebäudes der Klinik fest vermietet. Für 23 % gibt es nach Aussage der klinikleitug ernsthafte Interessenten. Aber was wird aus den restlichen 55 % mit immerhin 6.700 qm Fläche? Guter Rat ist teuer.

Bisher konzentrierte sich die Suche nach potentiellen Mietern auf Gesundheitsdienstleistern aus dem Kreis Göppingen. Aber warum soll z.B. ein Arzt aus Heiningen einen Zweigbetrieb in der Helfensteinklink aufmachen? Zumal die Raumschaft Geislingen nach Aussage der Klinikleitung gut mit Fachärzten ausgestattet ist. Diese Suche konnte nicht zielführend sein. Die Suche muss sich auch auf den Bereich außerhalb des Landkreises erstrecken und dann vor allem auf Gesundheitsdienstleister, die für Geislingen einen echten Mehrwert darstellen.

Außerdem könnten die Notfallpraxis (kassenärztlich als Hausarztpraxis geführt), die Kurzzeitliche Allgemeinmedizinische Versorgung (KAV) und die geplante Kurzzeitpflege der Alb Fils Kliniken über das geplante Maß erweitert werden.

Nicht nachvollziehbar ist, dass der Hospitzverein Göppingen in Geislingen ein neues Gebäude erstellen lässt, statt in die bestehenden Räumlichkeiten der Helfensteinklink einzuziehen. Die Leitung der ALB FILS KLINIKEN hatte dem Hospitzverein nach eigener Darstellung Zugeständnisse gemacht, die benötigten Räume entsprechen den Wünschen des Vereins auszubauen. Hat der Verein hier zuviel Geld?

Auch die Paliativstation hätte in Geislingen bleiben können. Die gewünschte ärztliche Versorgung hätte analog der KAV dargestellt werden können. Je mehr Nachfrage, desto mehr Ärzte und Ärztinnen hätte man vorhalten können.

Hier kommt auch die Frage auf, wie man zukünftig auf die akut nicht besetzten Hausarztpraxen in der Raumschaft Geislingen regieren will. Immer mehr Menschen finden keinen neuen Hausarzt, wenn der alte die Praxis aufgibt. Hier ist die Notfallpraxis dann die erste Anlaufstelle. Hier sind die Ärzte angestellt, was vielen jungen Ärzt*Innen entgegenkommt. Hier könnten die Räumlichkeiten erweitert werden, weitere Ärzt*Innen angestellt werden (mit verschieden Fachrichtungen) und so dann auch weitere Dianostik- und Behandlungsreräte angeschafft werden. Es könnte so zu einer ambulanten Anlaufstelle werden, die weit über dem Angebot einer gewöhnlichen Hausarztpraxis hinausgeht. Eine ambulante Klinik sozusagen. Zumal die Filstal-Radiologie sowieso im Haus ist.

Bevor das Altgebäude der Helfensteinklinik also abgerissen wird, wie die Geislinger Zeitung vermutet, gibt es noch viele Optionen, das Gebäude im Sinne und zum Nutzen der Geislinger Bürger*Innen zu nutzen. Damit könnte sich auch der Verlust aus der Bewirtschaftung des Gebäude von zurzeit mindestens 3,5 Mill. Euro deutlich verringert werden.

Joachim Abel

 

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