VCD sieht in der Verkehrsberuhigung große Chance: Mit einer attraktiven Göppinger Altstadt in die Zukunft starten

Kurz vor der öffentlichen Veranstaltung zur „Fußgängerfreundlichen Innenstadt“ spricht sich die Kreisgruppe des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) für die große Lösung in der Göppinger Innenstadt aus. Der Vorschlag, die gesamte Hauptstraße mitsamt der Altstadt zur Fußgängerzone zu erklären, sei der richtige Schritt in die Zukunft.

VCD-Sprecherin Christa Mai: „Hitzeschutz für Besucher, Anwohner und Geschäftsleute, verstärkter Klima- und Umweltschutz sowie die beschlossene Klimaneutralität Göppingens für das Jahr 2035 verlangen geradezu nach einem umfassenden Plan. In der PKW-freien Zone zwischen Schillerplatz und Marktplatz können außerdem alle Besucher ungestört die klassizistische Altstadt erleben und vor allem Familien hätten die Möglichkeit, unbekümmert und lustvoll zu flanieren. Das Ganze natürlich für alle Generationen barrierefrei.“ Damit würden Aufenthaltsqualität und Umweltziele Hand in Hand gehen.

Zur Veranschaulichung der attraktiven Altstadt legt der Göppinger VCD zwei Visualisierungen vor (vgl. Anhang). Der vielversprechende Blick in die Zukunft zeigt Altstadtstraßen nach der Umwandlung in eine Fußgängerzone. „Wichtig sind Grünräume, Wasserflächen und Wasserspender. Sie sorgen in der Wärmeinsel Stadt für Schatten, Abkühlung und damit ein angenehmes Klima. Hier zählen jeder Baum und jeder Tropfen Wasser“, so Christa Mai.

Die fußgängerfreundliche Altstadt soll die gute Stube und ein unverwechselbares Stück Göppingen werden. Deshalb schlägt der VCD als weitere Bestandteile nicht nur gemütliche Sitzmöglichkeiten, Leseecken und Vesperbänkle vor, sondern auch Kinderspiele und vieles, was mit den Staufern, Märklin und Frisch Auf zu tun hat. „Der Masterplan Innenstadt erhält so neue Impulse und könnte die Grundlage für ein neues Marketingkonzept werden, welches das Einkaufen und den Besuch der Gastronomie in einer einzigartigen Umgebung zum Erlebnis werden lässt.“ Die Gewerbetreibenden würden davon profitieren, ist sich Christa Mai sicher.

Die Erreichbarkeit der Geschäfte in der Fußgängerzone Altstadt garantieren laut VCD u. a. der Fahrradverkehr, der verbesserte Busverkehr und die günstig gelegenen Parkhäuser.

„Nach der neuesten wissenschaftlichen Studie der RWTH Aachen schätzen es Kunden, die mit dem PKW unterwegs sind, wenn die Geschäfte 100 bis 500 Meter von ihrem Parkplatz entfernt liegen. Das Parken vor dem Geschäft ist gar nicht erwünscht.“ In Göppingen sind damit alle Altstadtbereiche durch die Parkhäuser abgedeckt, viele Einkaufsstraßen gleich mehrfach. Ohne den lästigen PKW-Verkehr in der Altstadt würden letztlich Emissionen zum Wohle der Menschen und der Umwelt verringert.

Eine klare Absage erteilt die Göppinger VCD-Kreisgruppe dem Verkehrsszenario, das in der Veranstaltung zur „Fußgängerfreundlichen Innenstadt“ vorgestellt und in einem Pilotversuch ab Ostern getestet werden soll. Es sieht ein kleines Stück zusätzliche Fußgängerzone in der Hauptstraße zwischen Kellereistraße und Marktplatz vor. PKW könnten dieses Stück weiterhin auf den Seitenstraßen queren, der gesamte Verkehr würde nur in die restliche Altstadt verlagert, in der oberen Schulstraße sogar in beiden Fahrtrichtungen. Christa Mai: „Das hat nichts mit Fußgängerfreundlichkeit, Lebensqualität und Umweltschutz zu tun.“

Bild 1: Neue Freihofstraße zwischen Hauptstraße und Freihof-Gymnasium (Foggia-Platz) aus Richtung Süden. Nach dem Willen der Stadtverwaltung soll in diesem Bereich mit „wichtigen Fußgängerströmen“ allerdings weiterhin der PKW-Verkehr fließen.

Bild 2: Neue Schulstraße am Rathaus (rechts) zwischen Hauptstraße und ehemaliger Lateinschule (Pfarrstraße) aus Richtung Süden. Hier sieht die Projektplanung der Stadtverwaltung sogar den PKW-Verkehr in beiden Fahrtrichtungen vor.

PM und Grafiken: VCD Göppingen

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