Die Helfenstein Klinik in den Übergangsjahren 2022 und 2023 – Ein äußerst vielseitiges medizinisches Angebot für das obere Filstal – bei Fragen anrufen!

Die Helfenstein Klinik in Geislingen wird, entsprechend dem Kreistagsbeschluss vom Mai 2021, derzeit schrittweise in eine ambulante Gesundheitseinrichtung umgewandelt. Bis Ende 2023 soll dieser Prozess abgeschlossen sein. „Der Zeitplan für diesen Veränderungsprozess ist sehr knapp bemessen“, sagt der Kaufmännische Geschäftsführer der ALB FILS KLINIKEN, Wolfgang Schmid, „wir haben daher unmittelbar nach dem Votum der Kreisräte mit der Umsetzung begonnen und nun zeitgerecht den ersten Teilschritt abgeschlossen.“

Dieser erste Schritt sieht für die Jahre 2022 und 2023 das sogenannte „Interim“ vor, den Weiterbetrieb der Helfenstein Klinik mit reduziertem stationärem Angebot. „Die Vorbereitung dieses Interims war äußerst zeit- und arbeitsintensiv, da zahlreiche Arbeitsprozesse und Abläufe, aber auch Schnittstellen zu externen Partnern und Dienstleistern davon betroffen sind“, so Wolfgang Schmid. Ein Change Gremium mit 13 Arbeitsgruppen war in den ALB FILS KLINIKEN etabliert worden, um das Interim zeitgerecht auf die Beine zu stellen. „Ich danke allen Beteiligten, die sich hier mit viel Engagement und Kreativität eingebracht und dafür gesorgt haben, dass der Interimsbetrieb im geplanten Umfang am 1. Januar dieses Jahres starten konnte“, betont der Kaufmännische Geschäftsführer.

Ein reduziertes stationäres Angebot, das bedeutet konkret, dass es in der Helfenstein Klinik seit Januar 2022 keine stationäre Chirurgie mehr gibt. Allgemein- und Viszeralchirurgie sowie Orthopädie und Unfallchirurgie haben den stationären Betrieb an die Klinik am Eichert verlagert. Im Zuge dessen wurden auch Schockraum und Intensivstation sowie der stationäre OP eingestellt. „In der Interimszeit wird die Helfenstein Klinik nun im stationären Bereich durch ein umfassendes internistisches Angebot geprägt sein, das über alle notwendigen Diagnose- und Therapieverfahren verfügt, sowie über eine leistungsfähige internistische und chirurgische Notfallversorgung. Darüber hinaus nutzen wir den OP sowie die Räume der bisherigen Intensivstation für das ambulante Operieren“, erklärt Dr. Ingo Hüttner, der Medizinische Geschäftsführer der ALB FILS KLINIKEN. Zurzeit gibt es an der Klink in Geislingen noch 30 stationäre Betten,  4 Notfallbetten und 8 Betten auf der Paliativstation.

„Hinzu kommt das bereits etablierte, breite Angebot im ambulanten Bereich – und wir werden in den Übergangsjahren 2022 und 2023 den Fokus ganz deutlich auf die Stabilisierung und den weiteren Ausbau des ambulanten Portfolios legen.“ Bereits in Betrieb ist die neue Praxis für Gynäkologie von Dr. Päch an der Helfenstein Klinik, terminlich fixiert sind darüber hinaus die Eröffnungen zweier neuer Arztpraxen in den Bereichen Pneumologie durch Dr. Deininger und Gastroenterologie durch Professor Schuler. Sehr konkret ist auch die Einrichtung einer Kurzzeitpflege: „Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir noch im ersten Halbjahr 2023 eine Kurzzeitpflege mit 18 Betten unter der Trägerschaft der Alb Fils Kliniken eröffnen können“, sagt Dr. Ingo Hüttner. „Dies alles trägt gemeinsam mit einem engagierten Team dazu bei, das obere Filstal medizinisch bestmöglich zu versorgen.“

Im ambulanten Bereich setzen die ALB FILS KLINIKEN einerseits auf das eigene Medizinische Versorgungszentrums (MVZ), das am Standort Geislingen derzeit über drei (ab April 2022 vier) Praxen verfügt. Andererseits stehen die Räumlichkeiten der Helfenstein Klinik aber auch den niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen offen. Ein Angebot, das angenommen wird.

So ist bereits Ende 2021 die Doc da!-Praxis für Frauenheilkunde in das Klinikgebäude gezogen. Dr. Frank Genske, Facharzt für Innere Medizin und Nephrologie, Vorsitzender der Kreisärzteschaft Göppingen und Gründer der Doc da! MVZ GmbH, sagt: “Die Helfenstein Klinik in Geislingen wird auch in Zukunft ein wichtiger und nicht wegzudenkender Standort für die medizinische Versorgung im Landkreis Göppingen bleiben. Die Umstrukturierung in ein ambulantes Haus und fachärztliches Gesundheitszentrum gestalten wir gerne mit und haben daher bereits jetzt schon Flächen für eine gynäkologische Doppelpraxis angemietet, die demnächst eröffnen wird. Ebenso erweitern wir das ambulante internistisch-gastroenterologische Angebot und Spektrum durch die Teil-Niederlassung von Professor Schuler. Durch das vielfältige Angebot der unterschiedlichen fachlichen Disziplinen wird es für die Patientinnen und Patienten einfacher, an einem Ort, nämlich der Helfenstein Klinik, ergänzende Diagnostik und Therapie zu erhalten. Insofern sehen wir in der Neugestaltung eine große Chance für eine ambulante, wohnortnahe, medizinische Versorgungstruktur“. Gespräche mit weiteren Ärzten finden statt, versicherte Dr. Genske, der hofft, auch einen Hautarzt unter dem Dach der Doc da! ansiedeln zu können.

Das äußerst vielseitige medizinische Angebot, das in der Helfenstein Klinik in den Übergangsjahren 2022 und 2023 angeboten wird, im Überblick:

  • Die Medizinische Klinik bleibt während der Übergangsphase (bis zur Inbetriebnahme der neuen Klink am Eichert in Göppingen) mit stationärem Angebot (30 Betten) und einem umfassenden internistischen Leistungsspektrum erhalten. Diagnostiziert und behandelt werden sämtliche Erkrankungen der inneren Organe. Dazu gehören die Verdauungsorgane und Organe des Bauch- und Beckenraumes inklusive Stoffwechsel (Diabetes, Schilddrüse, Nebenniere, Nebenschilddrüse etc.), außerdem Krebserkrankungen, das Herz-Kreislaufsystem, Lunge und Atemwege sowie Weichteilgewebe. Sämtliche Untersuchungs- und Diagnoseverfahren wie Ultraschall, Endoskopie, Funktionsdiagnostik Kardiologie, Pneumologie sowie Gastroenterologie werden wie gehabt angeboten. Die Klinik unter Leitung von Professor Dr. Andreas Schuler kann zudem weiterhin auf die notwendigen Labor- und Radiologie-Leistungen (Röntgen/CT) sowie die Physiotherapie zurückgreifen. Einschränkungen in der stationären Behandlung internistischer Patienten gibt es aufgrund der fehlenden Intensivstation lediglich bei sehr schweren Erkrankungen, die einer intensivmedizinischen Betreuung bedürfen. Auf allen Gebieten und insbesondere im Bereich der Intensivmedizin besteht natürlich weiterhin ein umfassender fachlicher Austausch mit den korrespondierenden Fachabteilungen der Klinik am Eichert.

 

  • Ebenfalls unverändert fortgeführt wird die Palliativstation der Helfenstein Klinik mit ihren acht Betten ebenfalls bis zur Fertigstellung der Klinik in Göppingen.. Aufgaben sind die Begleitung, Betreuung und Versorgung von Patienten mit einer nicht heilbaren und weit fortgeschrittenen Erkrankung mit begrenzter Lebenserwartung. Angeschlossen ist die Spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV), die Palliativpatienten mit besonders aufwendigem Versorgungsbedarf zu Hause oder in Pflegeeinrichtungen mitbetreut.

 

  • Eine Notfallversorgung findet wie gewohnt an 24 Stunden am Tag und an sieben Tagen die Woche statt. Die Notfallambulanz ist durchgehend mit internistischer und chirurgischer Fachkompetenz besetzt und ist Anlaufstelle für alle ambulanten Notfälle (internistisch und chirurgisch) sowie für notfallmäßige stationäre Einweisungen (internistisch). Die Notfallambulanz verfügt zudem über vier Überwachungsbetten. Dadurch wird im Einzelfall eine kurze stationäre Aufnahme mit intensivierter Behandlung und Überwachung ermöglicht. Über die Fortführung der Notfallambulanz ab 2024 wird auf Grundlage einer Evaluation im zweiten Halbjahr 2023 entschieden. Dass es überrhaupt keine Notfallversorgung mehr in Geislingen gibt, kann sich Geschäftsführer Dr. Hüttner aber nicht vorstellen.

 

  • Die Kassenärztliche Vereinigung betreibt weiterhin in der Helfenstein Klinik an Wochenenden und Feiertagen von 8 bis 16 Uhr für dringende medizinische Fälle eine Notfallpraxis für Erwachsene. Außerhalb der Praxis-Öffnungszeit hilft auch der Ärztliche Bereitschaftsdienst (Telefon 116117). Ganzjährig rund um die Uhr ist zudem der Notarztstandort an der Helfenstein Klinik besetzt (Telefon 112).

 

  • Seit Januar 2022 ist in den Operationssälen der Helfenstein Klinik ein Ambulantes OP-Zentrum in Betrieb. Die Fachbereiche Allgemein- und Viszeralchirurgie, Orthopädie, Gefäßchirurgie sowie Frauenheilkunde der ALB FILS KLINIKEN führen hier ambulante Eingriffe durch. Das Ambulante OP-Zentrum in Geislingen ergänzt den Operationsbereich der Klinik am Eichert und wird bis zur Fertigstellung des neuen Ärztehauses in Göppingen (voraussichtlich Anfang 2023) in Betrieb sein.

 

  • Lothar Grimm, Leitender Oberarzt der Medizinischen Klinik, bietet in seiner Onkologischen Ambulanz eine umfassende Betreuung und ambulante Therapie für Patientinnen und Patienten mit Krebserkrankungen an. Ebenso sind in der Chirurgischen Ambulanz zwei ehemals leitende Chirurgen der Helfenstein Klinik einmal in der Woche in Geislingen präsent: Professor Dr. Matthias Hahn donnerstags mit der Allgemein- und Visceralchirurgischen Sprechstunde, Thomas Meißen mittwochs mit der Sprechstunde für Orthopädie und Unfallchirurgie.

 

  • Das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) der ALB FILS KLINIKEN ist weiterhin mit drei Praxen an der Helfenstein Klinik in Geislingen vertreten. Dr. Katja Bauer und Klavdija Sukic betreiben die Praxis für Kinder- und Jugendmedizin, Ina Ort die Praxis für Gynäkologie und Geburtshilfe. Dritte Praxis ist die für Innere Medizin, in der Dr. Wolfgang Schröder und Dr. Nikolai Heise einen gastroenterologischen Schwerpunkt setzen. Diese Praxis wird mit einem weiteren Schwerpunkt, der Lungenheilkunde, ausgebaut: Ab dem 1. April bietet Dr. Timo Deininger, Leitender Arzt des Zentrums für Pneumologie und Thoraxchirurgie an der Klinik am Eichert, zweimal in der Woche in der Geislinger Praxis pneumologische Untersuchungen und Therapien an.

 

  • Unbeeinflusst von der Entwicklung der Helfenstein Klinik ist das an das Klinikgebäude anschließende Gesundheitszentrum, das mit zahlreichen Praxen niedergelassener Ärztinnen und Ärzten und verschiedenen Dienstleistungsunternehmen in bewährter Form weitergeführt wird. Auch die Deutsche Fachpflege, die im Klinikgebäude schon seit längerem zwei Beatmungswohngemeinschaften betreibt, sowie der Geislinger Ableger der Herzklinik Ulm, die im nordöstlichen Teil des Altbaus ebenerdig Räume angemietet hat, bleiben weiterhin präsent. Die Zahl der Niedergelassenen in dem Gebäudekomplex ist sogar noch am Wachsen: Im Herbst 2021 ist bereits die zur Doc da! MVZ GmbH gehörende Praxis für Frauenheilkunde von Dr. Dorothee Päch in die Helfenstein Klinik gezogen. Ebenso eröffnet Doc da! MVZ mit Professor Dr. Andreas Schuler noch im ersten Quartal des laufenden Jahres eine Praxis für Innere Medizin und Gastroenterologie.

 

In der Öffentlichkeit gibt es nach wie vor viele Fragen, was in Geislingen noch behandelbar ist. Hierfür haben die Alb Fils Kliniken nun eine schriftliche Information herausgebracht, in der das aktuelle Leistungsspektrum der Helfenstein Klinik übersichtlich mit Namen und Daten aufgelistet ist. Diese Information liegt zukünftig auch in allen Arztpraxen im Oberen Filstal aus. Im Zweifelsfall kann man auch einfach die Notfallambulanz anrufen, versichert der Leitende Arzt der Notfallaufnahme, Hans-Martin Kröner. Aber bisher mussten nur sehr wenige an die Klinik nach Göppingen verwiesen oder verlegt werden.

Nach Auffassung von Prof. Dr. Andreas Schuler hat die Neuaufstellung der medizinischen Versorgung in Geislingen Vorbildcharakter für andere Regionen. Allgemein werden die Wege zu hochspezialisierten Fachkliniken länger werden. Wichtig ist aber vor allem, dass der Rettungswagen mit dem Notarzt in 15 Minuten beim Notfall-Patienten ist. Und dieses ist auch weiterhin im Oberen Filstal gesichert.

Antworten auf die Frage, inwieweit nicht mehr benötigte Räume der Geislinger Klinik in Zukunft genutzt werden können, sollen zurzeit von einem externen Projektentwickler  gesucht werden. Fest steht wohl, dass der Hospizverein Faurndau in Geislingen eine ein Tages- und Stationäres Hospiz betreiben wird.

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Joachim Abel

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