Rehkitz-Rettung: Verein richtet Hotline ein

Die Setzzeit der Kitze hat begonnen – in diesen Wochen bekommen die Rehe ihre Jungen und legen Sie zum Schutz vor Fressfeinden ins hohe Gras ab. Zugleich steht die erste Mahd der Landwirte an. Zur Unterstützung von Landwirten und Jägern bei der Absuche der Wiesen mit einer Wärmebilddrohne und damit zur Rettung der Rehkitze hat sich im vergangenen Jahr in Göppingen der Verein SchwabenKitz e.V. gegründet.

„Viele Jungtiere werden verletzt oder getötet, da sie von den Ricken in Wiesen und Futteranbauflächen abgelegt werden und sich bei Gefahr des anrückenden Mähwerks instinktiv ducken“, so die Vereinsvorsitzenden Hans-Jörg Andonovic-Wagner und Sarah Schweizer. Denn trotz gewissenhafter Absuche der Flächen, z.B. durch Ablaufen, werden immer wieder Kitze übersehen und fallen den Mäharbeiten zum Opfer. Wärmebilddrohnen sind da sehr viel effektiver und gründlicher. Der Verein hat daher eine Hotline gestartet, unter der sich Jäger und Landwirte melden und die anstehende Mahd mitteilen können. Mittlerweile stehen rund 15 ausgebildete Drohnenpiloten bereit, die im ganzen Landkreis schnell aktiviert werden können. Dank der Crowdfunding-Aktion bei der Volksbank Göppingen und viele Spenden kann der Verein sogar mit drei Drohnen parallel im Einsatz sein.

„Die Rettung der Rehkitze liegt im Interesse der Landwirte und Landwirtinnen“, so der Göppinger CDU-Bundestagsabgeordnete und Vorsitzender des Kreisbauernverbands Göppingen, Hermann Färber. „Zum einen ist es natürlich traurig, wenn ein Tier in das Mähwerk gerät, zum anderen mindert es auch die Qualität des Schnittgutes erheblich. Tote Tiere in Heu und Silage können zu Vergiftungserscheinungen, Unfruchtbarkeit und Fehlgeburten bei Milchvieh und Pferden führen (Botulismus). Damit ist die Kitzrettung auch wichtig für die Sicherheit der Nutztiere. Darüber hinaus können die Wiesen ohne Unterbrechung und Zeitverlust mähen, was von Vorteil ist, denn Landwirte stehen bei der Grünlandmahd meist unter hohem witterungsbedingtem Zeitdruck.“

„Unter der Hotline 07161/3545888 kann Ort und Zeit der anstehenden Mahd im Vorfeld, spätestens jedoch am Vortrag, dem Einsatzteam mitgeteilt werden“, so Andonovic-Wagner. Am Einsatztag sollten der Landwirt bzw. Jagdpächter oder ein Vertreter vor Ort sein. Die Mahd sollte dann spätestens zwei Stunden nach der Absuche erfolgen. Der Verein wird vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg gefördert und kann die Absuche daher in diesem Jahr kostenlos anbieten. Eine Mitgliedschaft ist jedoch erwünscht.

Über Spenden freut sich der Verein, der sich im vergangenen Jahr aus Vertreten der Jägerschaft, der Landwirte und der Naturschützer gegründet hat, dennoch. Um im ganzen Landkreis verlässlich verfügbar zu sein und auch mal eine defekte Drohne verkraften zu können, wäre die Verfügbarkeit von weiteren Drohnen wichtig. Für Drohnen zur Rehkitzrettung wurde auch im Bund erst kürzlich ein Förderprogramm aufgelegt, das jedoch einen Eigenanteil von 40 Prozent voraussetzt. „Schwabenkitz“ bietet auch Aktionen in Schülerferienprogrammen in verschiedenen Gemeinden an. „Uns ist es ein Anliegen, dass der Verein auch außerhalb der Rehkitzsaison einen Beitrag für gelebten Tier- und Umweltschutz leistet. Wir fahren mit dem Waldmobil Schulen und Kindergärten an, organisieren Erlebnistage im Wald oder Besuche auf dem Bauernhof, um bereits die Kleinsten für den Wald und die Natur zu sensibilisieren und zu begeistern“, so Schweizer, die auch CDU-Landtagsabgeordnete ist. Weitere Infos: www.schwabenkitz.de

Foto: Rehkitze werden im hohen Gras nicht gesehen. Oft droht bei Mäharbeiten der Tod der Jungtiere. Das wollen die Mitglieder von „Schwabenkitz“ vermeiden. Foto: Schwabenkitz

 

PM SchwabenKitz e.V.

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