NABU: Baden-Württemberg sucht zwei heimliche Gartenbewohner – Mitmachaktion vom 18. bis 28. September / Igel und Maulwurf beobachten und melden

Viele kennen Igel und Maulwurf nur aus Kinderbüchern, denn die beiden Gartenbewohner mögen es heimlich. Igel sind oft nur nachts oder in der Dämmerung unterwegs, Maulwürfe leben unter der Erde. Um mehr über die Gartentiere zu erfahren, läuft vom 18. bis 28. September zum 7. Mal die bundesweite Aktion „Deutschland sucht Igel und Maulwurf“. Sichtungen können mit Datum und Fundort unter www.igelsuche.de eingetragen werden, am besten mit Foto und Hinweisen zum Fund. Die gemeldeten Daten fließen in eine wissenschaftliche Studie des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung ein, denn bisher fehlen verlässliche Zahlen zu den Beständen der beiden Tiere in Deutschland. Gemeldet werden können auch tote Tiere. 

Herbstlaub hilft

Wer etwas für Igel tun möchte, sollte seinen Garten naturnah gestalten und beispielsweise das Herbstlaub liegen lassen. Es kann auf den Beeten oder unter Gehölzen ausgebracht werden, dient den Igeln als Winterquartier und hilft auch Vögeln bei der Nahrungssuche. Im und unterm Laub leben Insekten und andere Kleintiere, die für Igel oder auch Amseln eine wichtige Nahrungsquelle sind. Trockenes Laub nutzen Igel zudem, um ihr Winternest auszupolstern.

Rücksicht nehmen auf Igel im Straßenverkehr

Igel bereiten sich im Herbst auf den Winterschlaf vor, der bis zu einem halben Jahr dauern kann. Daher sind die Stacheltiere jetzt besonders viel unterwegs und suchen nach Nahrung, darunter Käfer, Larven oder Spinnen. Um möglichst viel Beute zu machen, durchstreifen sie ein sechs bis maximal 110 Hektar großes Gebiet. Die nachtaktiven Einzelgänger können pro Nacht mehr als zweieinhalb Kilometer zurücklegen. Beim Überqueren von Straßen verunglücken viele Igel. „Bitte passen Sie Ihre Geschwindigkeit an und fahren Sie aufmerksam, um Wildtiere nicht zu gefährden“, rät Alexandra Ickes, Artenschutz-Referentin beim NABU Baden-Württemberg. Zudem sollte man auf Mähroboter möglichst verzichten, da sie Igel verletzen oder gar töten können. Freischneider sollten nicht unter Hecken und Büschen eingesetzt werden, wo sich Igel gern verstecken. Findet man einen hilfsbedürftigen Igel, ist es sinnvoll, eine Wildtierauffangstation zu kontaktieren.

Maulwurfshügel zeigen gesunde Böden an

Maulwürfe sind bei Gartenbesitzerinnen und -besitzern nicht immer beliebt. Wo sie leben, entstehen kleine Erdhügel auf Wiese oder Rasen. „Einen Maulwurf im Garten zu haben, ist aber ein gutes Zeichen“, weiß Ickes. Denn sie zeigen, dass der Boden gesund ist – und die aufgehäufte Erde lässt sich prima als Pflanzerde nutzen. Zudem durchmischen und belüften Maulwürfe den Boden durch ihre Grabtätigkeiten und können sogar Wühlmäuse, welche gerne an Gemüse knabbern, effektiv fernhalten.

„Deutschland sucht Igel und Maulwurf“ ist ein gemeinsames Projekt von Deutscher Wildtier Stiftung, NABU|naturgucker, Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung, Deutscher Gartenbau-Gesellschaft 1822, NABU und Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern (LBV). Der NABU Baden-Württemberg unterstützt das Projekt: „Wir benötigen mehr Daten zur Verbreitung der Tiere. Deshalb sind wir dankbar, wenn Sie bei der Meldeaktion mitmachen“, so Ickes. Aus den Daten können Schutzmaßnahmen für Igel und Maulwurf abgeleitet werden.

Hintergrund:

 

Fotos von NABU/Bernd Kunz und  NABU/Jan Piecha

 

PM NABU Baden-Württemberg

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