Seit 2008 beschäftigt sich Christian M. Haas mit der Frage, wie Menschen online nicht nur Kontakte, sondern tatsächlich passende Partner finden können. Aus einem einzelnen Datingprojekt entwickelte sich im Laufe der Jahre ein Netzwerk spezialisierter Singlebörsen für unterschiedliche Zielgruppen.
Online-Dating ist heute selbstverständlich. Millionen Menschen lernen sich über Apps, soziale Netzwerke und Singlebörsen kennen. Als Christian M. Haas im Jahr 2008 mit seinem ersten eigenen Datingprojekt startete, sah der Markt jedoch noch deutlich anders aus.
Viele Angebote richteten sich an eine möglichst breite Zielgruppe. Haas entschied sich früh für einen anderen Weg: Statt alle Singles mit demselben Konzept anzusprechen, sollten unterschiedliche Lebenssituationen, Interessen und Wertvorstellungen stärker berücksichtigt werden.
Aus dieser Idee entstanden im Laufe der Jahre verschiedene spezialisierte Datingportale. Dazu zählen unter anderem Angebote für Alleinerziehende, Menschen ab 50, Akademiker, Tierfreunde, Fußballfans, christlich orientierte Singles sowie Menschen, die bewusst nach einem Partner mit ähnlichen Interessen oder Lebensvorstellungen suchen.
„Menschen suchen nicht einfach irgendeinen Kontakt. Sie möchten jemanden kennenlernen, der zu ihrem Alltag, ihren Werten und ihrer persönlichen Situation passt“, erklärt Christian M. Haas. „Eine gute Datingplattform muss deshalb mehr leisten, als nur möglichst viele Profile anzuzeigen.“
elFlirt.de als Ausgangspunkt
Eine zentrale Rolle spielt dabei die Singlebörse elFlirt.de. Die Plattform wurde bereits 2008 gegründet und richtet sich an Singles aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Im Mittelpunkt stehen ausführliche Profile und die Möglichkeit, Gemeinsamkeiten bereits vor der ersten Nachricht zu entdecken. Nutzer sollen nicht wahllos Kontakte anschreiben, sondern eine bessere Grundlage für persönliche Gespräche erhalten.
Für Haas ist ein aussagekräftiges Profil einer der wichtigsten Faktoren beim Online-Dating. Wer Interessen, Wünsche und Vorstellungen offen beschreibt, erhöht nicht nur die Chance auf passende Kontakte. Gleichzeitig erleichtert ein vollständiges Profil anderen Mitgliedern den Einstieg in ein Gespräch.
„Eine persönliche Nachricht funktioniert meistens besser als ein allgemeines Hallo, das an zehn verschiedene Personen geschickt wurde“, sagt Haas. „Online-Dating beginnt zwar technisch, erfolgreich wird es aber erst durch echtes Interesse und respektvolle Kommunikation.“
Spezialisierung statt Einheitslösung
Neben elFlirt.de betreibt Christian M. Haas mehrere thematisch ausgerichtete Portale. Die Spezialisierung soll Menschen dabei helfen, schneller andere Singles mit ähnlichen Voraussetzungen kennenzulernen.
Bei einer Plattform für Alleinerziehende spielen beispielsweise andere Themen eine Rolle als bei einer Singlebörse für Akademiker oder Menschen über 50. Zeit, Familie, Wohnort, Zukunftsvorstellungen und die Erwartungen an eine neue Partnerschaft können sich erheblich unterscheiden.
Auch gemeinsame Interessen können den Einstieg erleichtern. Wer beispielsweise Tiere liebt, sich für Fußball begeistert oder besonderen Wert auf Ernährung und Lebensstil legt, findet über spezialisierte Plattformen leichter einen konkreten Gesprächsanlass.
Haas sieht diese Nischenangebote nicht als Abgrenzung, sondern als Orientierungshilfe. Die Nutzer sollen nicht auf ein bestimmtes Merkmal reduziert werden. Vielmehr erhalten sie einen Raum, in dem ein wichtiger Teil ihres Lebens von Anfang an berücksichtigt wird.
Keine Plattform kann Liebe garantieren
Trotz aller technischen Möglichkeiten warnt Haas vor unrealistischen Erwartungen. Eine Singlebörse könne Menschen zusammenbringen, aber weder eine Antwort noch ein Date oder eine Beziehung garantieren.
Hinter jedem Profil stehe ein Mensch, der selbst entscheide, wann und auf wen er reagiere. Auch Absagen, unbeantwortete Nachrichten und Gespräche, aus denen keine Beziehung entsteht, gehörten zum Online-Dating.
Entscheidend sei deshalb auch das eigene Verhalten. Aktuelle Bilder, ein ehrliches Profil und persönliche Nachrichten könnten die Erfolgschancen verbessern. Respekt und Geduld seien jedoch ebenso wichtig.
„Technik kann eine Begegnung ermöglichen. Ob daraus Vertrauen, Nähe oder eine Partnerschaft entsteht, entscheiden am Ende immer die Menschen selbst“, betont Haas.
Persönliche Erfahrungen prägen seine Arbeit
Christian M. Haas kennt nicht nur die technische und unternehmerische Seite des Online-Datings. Auch persönliche Erfahrungen mit Familie, Trennung und einem herausfordernden Alltag haben seine Sicht auf Beziehungen geprägt.
Besonders wichtig sei ihm, dass Partnersuche nicht oberflächlich betrachtet werde. Menschen brächten unterschiedliche Geschichten, Verpflichtungen und Wünsche mit. Gerade Alleinerziehende oder Singles nach einer längeren Beziehung benötigten häufig mehr Verständnis für ihre Lebenssituation.
Diese Erfahrungen fließen auch in sein Buchprojekt „Dating ohne Bullshit“ ein. Darin beschäftigt sich Haas mit ehrlicher Partnersuche, realistischen Erwartungen und der Frage, wie Singles sich beim Kennenlernen treu bleiben können.
Vertrauen wird langfristig aufgebaut
Für Christian M. Haas ist der Aufbau einer Datingplattform keine kurzfristige Marketingaufgabe. Vertrauen entstehe nur durch nachvollziehbare Informationen, erreichbaren Support, klare Regeln und einen respektvollen Umgang mit den Nutzern.
Auch deshalb setzt er darauf, die Hintergründe seiner Projekte und seine eigene Person sichtbarer zu machen. Nutzer sollen wissen, wer hinter einem Angebot steht und welche Idee damit verfolgt wird.
„Eine Singlebörse begleitet Menschen in einem sehr persönlichen Bereich ihres Lebens“, sagt Haas. „Deshalb sollten Betreiber Verantwortung übernehmen und sich nicht hinter einer anonymen Marke verstecken.“
Mit seinen spezialisierten Datingportalen möchte Christian M. Haas auch künftig Menschen zusammenbringen, die nicht nur irgendeinen Kontakt, sondern eine Partnerschaft mit gemeinsamen Grundlagen suchen.
PM