Intakte Natur schützt Menschen in Baden-Württemberg – NABU zum Weltnaturschutztag (28.7.): Landesregierung muss auch zukünftig Finanzmittel für Naturschutz bereitstellen

Zum Weltnaturschutztag am 28. Juli fordert der NABU Baden-Württemberg angesichts der anstehenden Haushaltsberatungen ein klares Bekenntnis der Landesregierung zu mehr Investitionen in Natur- und Artenschutz: „Baden-Württembergs Vielfalt gerät durch die Klimakrise enorm unter Druck”, sagt der NABU-Landesvorsitzende Johannes Enssle. „Wälder, Moore, Flüsse, Wiesen und Äcker sind die Lebensadern unseres Landes, zugleich aber immer stärker durch Hitze und Trockenheit bedroht. Intakte Natur schützt uns Menschen, sie puffert Starkregenereignisse und kühlt bei Hitze. Gesunde Wälder und Böden sorgen für saubere Luft, ausreichend Trinkwasser und Nahrung. Naturschutz ist kein Luxus, sondern schiere Notwendigkeit und eine Investition für zukünftige Generationen“, so Enssle.

Baden-Württemberg hat in den vergangenen Jahren bereits vorgelegt und in den Schutz der natürlichen Infrastruktur investiert. Das Biodiversitätsstärkungsgesetz, das aus dem Volksbegehren „Retten die Bienen“ entstanden ist, markiert einen wichtigen Meilenstein in der Naturschutzgeschichte des Landes. „Das ist bundesweit einmalig und vorbildlich“, so Enssle weiter. Um es zum Erfolg zu führen, braucht es eine nachhaltige Finanzierung für die Umsetzung. Auch der aktuelle Koalitionsvertrag bietet laut Enssle zahlreiche Anknüpfungspunkte für sinnvolle Investitionen: Moore sollen demnach schneller renaturiert werden. Das hilft auch beim Klimaschutz, denn immerhin zwei Prozent der Treibhausgasemissionen des Landes entweichen aus degradierten Moorböden; die entstehenden Kosten trägt die Allgemeinheit. Die Koalition will den Biotopverbund stärken, damit Arten zwischen ihren Lebensräumen wandern können, was in der Klimakrise besonders wichtig ist. Durch die Umsetzung einer Waldstrategie und der Waldnaturschutzkonzeption sollen die Wälder klimafit gemacht werden. Für den NABU-Landeschef ist der Weg klar: „Grün-Schwarz muss seine Hausaufgaben machen, die gegebenen Versprechen einlösen und die natürliche Infrastruktur konsequent schützen.“

Natur wiederherstellen spart Geld 

Natur- und Artenschutz lohnen sich auch volkswirtschaftlich: „Baumeister Biber etwa hält durch seine Dämme wertvolles Wasser in der Landschaft zurück, das trägt zur Grundwasserneubildung bei, speichert CO2 und wirkt kühlend auf die Landschaft. Lassen wir den Biber gerade an kleineren Flüssen seine wertvolle Arbeit machen, sparen wir bares Geld“, so Enssle. „Bekommen Flüsse wieder mehr Raum, können sie sich bei Hochwasser ausbreiten und es gibt weniger Schäden. Statt Auen immer weiter zuzubauen, brauchen wir Investitionen in die Wiederherstellung funktionsfähiger Auen und frei fließender Flüsse. Die Wiederherstellungsverordnung, Natura 2000 und die Wasserrahmenrichtlinie liefern dafür europaweit den Auftrag – politisch ist also längst alles entschieden. Jetzt gilt es, die Dinge endlich ernsthaft umzusetzen und dafür die notwendigen Mittel zu mobilisieren“, so Enssle. Leider führen immer noch falsche Anreize und schädliche Subventionen zu massiven Umweltzerstörungen, auch in Baden-Württemberg.

Hintergrund:

NABU BW zum Moorschutz, zum Gewässerschutz, zur Wirkung der grün-blauen Infrastruktur (NABU Baden-Württemberg: Neuer Grün-Feucht-Kühl-Index).

Foto (Jan Bolender): Allgäuer Moorlandschaft 

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PM NABU Baden-Württemberg

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