Die KinderKulturTage der Stadt und Schüssler Escher Stiftung ermöglichen Schülern und Kindergartenkindern ein beeindruckendes Theatererlebnis. Im Uditorium lässt Ellen Heese vom Theater en Miniature den Froschkönig und das Glückskind lebendig werden.
„Er kann nicht nur lesen, sondern auch schreiben?!“, staunt ein Räuber auf der Bühne des Uditoriums über die Fähigkeiten seines Räuberhauptmanns. Und diese Skills sowie das gute Herz der beiden Banditen sorgt dafür, dass ein unschuldiger Knabe nicht auf Befehl des Königs umgebracht wird, sondern die Prinzessin heiraten darf.
Szenenwechsel; gleicher Ort, andere Puppen: Vor Ekel und Wut wirft eine Prinzessin einen sprechenden Frosch gegen eine Wand, der bewusstlos liegenbleibt. Und plötzlich sorgt sich die Prinzessin um den Frosch, der aber verschwunden ist. Stattdessen steht ein Prinz vor ihr.
Was da kürzlich im Uditorium zu erleben war, war mehr als nur ein Puppentheater. Es waren die von der Stadtverwaltung organisierten KinderKulturTage, die ihrem Namen alle Ehre machten. Denn erstmals fanden sie in dieser Dimension statt: Für 1000 Kinder aus Uhinger Schulen und Kindergärten zeigte das Theater en Miniature aus dem Rhein-Neckar-Kreis an 4 Tagen á 2 Vorstellungen der beiden Stücke „Das Glückskind“ (für Schüler) und „Der Froschkönig“ (für die Vorschüler und Kindergartenkinder).
Möglich wurde das durch die Schüssler Escher Stiftung aus Stuttgart, die sich zur kindlichen Förderung in den Bereichen „Kultur & Kunst“, Sport sowie „Handwerk und Bildung“ schon mehrfach zugunsten der jüngsten Generation in Uhingen engagiert hat.
545 Schüler, 455 Kindergartenkinder
„So ein Puppentheater schafft so vieles: Es vermittelt Werte, fördert die Konzentration, regt das Sprachgefühl an und schafft während einer Vorstellung unzählige zauberhafte, kostbar-fantasievolle Momente, die kein Film und kein Spiel am Computer ersetzen kann“, betont Anette Epping, Abteilungsleitung Kindergarten-/Schulbetreuung. Sie organisierte sie in enger Absprache mit den Schulen, Kindergärten und der Schüssler Escher Stiftung das Großprojekt. Von der Grundschule am Lindach in Holzhausen fieberten alle Kinder mit dem Glückskind mit. Aus Sparwiesen waren dies die Klassen 1a und 1b sowie die Zweitklässler. Alle Grundschulkinder der Hieberschule sowie der Vorbereitungsklassen und die Grundschüler der Filseckschule das Puppentheater. Gleiches galt für die Fünftklässler der Hieberschule und der Filseckschule sowie den Klassen 5a und 6a der Haldenberg-Realschule. Insgesamt 545 Schülerinnen und Schüler.
455 Mädchen und Jungen ab 3 Jahren, aus allen 13 Uhinger Kindergärten (11 städtische und 2 kirchliche Einrichtungen), sahen die hunderte Jahre alte Lovestory des Froschkönigs, der um die Gunst der Prinzessin buhlte.
Ellen Heese vom Theater en Miniature zog mit ihrer Stimmenvielfalt, den liebevoll gefertigten Puppen und der detaillierten Bühnendekoration alle Kinder und auch die erwachsenen Begleiterinnen und Begleiter (Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte) in ihren Bann. Unterstützt wurde sie dabei von Andrej Uri Garin, ebenfalls vom Theater en Miniature. In beiden Stücken half er dabei, die Fantasie der Kinder zu beflügeln. Beim „Glückskind“ etwa schlüpfte er in die Rolle des Teufels und eines Räubers, sorgte für Soundeffekte wie Gewittergrollen und fungierte als Erzähler. „Man muss sich das einmal vorstellen: Die Märchen der Gebrüder Grimm begeistern schon seit mehr als 100 Jahren Generationen von Menschen und können auch heute noch – trotz Handy, Fernseher und Co. – dank ihrer Magie Kinder und Junggebliebene verzaubern“, schwärmt Ellen Heese.
„Aber was nützt die Magie ohne jemanden, der sie beherrscht?“, fragt Thomas Escher, Vorstand der Schüssler Escher Stiftung, und hebt dabei das Wirken von Ellen Heese hervor. „Es erfüllt uns mit enorm viel Freude zu sehen, wie gebannt die Kinder das Geschehen der Puppen verfolgen“, fügt er hinzu. So eine Großveranstaltung für 1000 Kinder zu stemmen, hänge auch mit der „perfekten Zusammenarbeit“ mit der Stadtverwaltung zusammen, ergänzt Andreas Henning, ebenfalls Stiftungsvorstand.
Doch die beiden Männer sahen nicht nur auf der Bühne magische Puppenspiel-Momente, sie wurden auch mit einem besonderen Geschenk verzaubert: In jeder Schule und jedem Kindergarten entstanden kunterbunte Schmetterlinge aus Papier, die einen Bilderrahmen verzierten als wären sie darauf gelandet. Und im Rahmen stehen Zeilen voller Wertschätzung. „Wie ein Schmetterling seine Flügel entfaltet und die Welt entdeckt, schenken Sie unseren Kindern die Möglichkeit, ihre Fantasie, Kreativität und ihr Selbstvertrauen wachsen zu lassen“, lautet einer der Sätze.
„Wir können das Wirken von Thomas Escher und Andreas Henning und der Schüssler Escher Stiftung nicht hoch genug würdigen“, betont Uhingens stellvertretender Bürgermeister Rainer Frey, der in Vertretung von Bürgermeister Matthias Wittlinger vor Ort war und für das Engagement der Stiftung dankte. Denn das Engagement bezieht sich nicht nur auf Theateraufführungen in Uhingen, sondern auch Theaterausfahrten beispielsweise nach Stuttgart oder Ulm und sportliche Aktionstage zusammen mit der Kindersportakademie oder das Kids Camp mit der Peak Performer Stiftung.
Foto von Stadt Uhingen
PM Stadtverwaltung Uhingen