Also gut. Deutschland hat wieder diese Temperaturen, bei denen selbst die Wetter-App resigniert und nur noch „Viel Glück“ anzeigt. Und was machen wir? Genau: Wir überlegen ernsthaft, ob wir hartes Kampfsporttraining durchziehen sollen. Bei 40 Grad. Im Dojo. Ohne Wind. Ohne Hirn.
Ich sag’s mal im Schmidt‑Ton: Hartes Kampfsporttraining? NEIN. Das ist kein „No pain, no gain“, das ist „No brain, no oxygen“.
Und dann die Fraktion „Ich muss aber noch schnell die Terrasse neu pflastern“. Schwere Arbeit? Ebenfalls NEIN. Wenn der Kreislauf kollabiert, ist die Terrasse auch nicht schneller fertig.
Was man stattdessen tun sollte – aber natürlich wieder keiner tut:
- Vor Überlastung schützen. Also nicht erst umfallen und dann merken, dass es vielleicht zu viel war.
- Trinken – aber richtig. Nicht drei Liter Eiskaffee, weil’s so schön instagrammable ist. Sondern regelmäßig, kleine Mengen, und bitte nicht erst, wenn die Zunge schon wie ein altes Ledersofa klingt.
Das richtige Getränk?
Ja, ich weiß, jetzt kommen wieder die Experten: „Ich trink nur Wasser, alles andere ist Chemie.“ Herzlichen Glückwunsch.
Apfelschorle – 3 bis 4 Teile Wasser, 1 Teil Saft – ist hier der heimliche Held. Isotonisch, mineralisch, schwäbisch akzeptiert. Kurz: Das Gatorade des kleinen Mannes.
Und jetzt der wichtigste Teil: die Kinder
Kinder sind ja bekanntlich robust – bis sie’s plötzlich nicht mehr sind. Ihr Entwicklungsprozess ist noch nicht abgeschlossen, was man bei manchen Erwachsenen übrigens auch vermuten könnte. Aber bei Kindern ist es medizinisch belegt.
Sie brauchen mehr Schatten, mehr Pausen, mehr Getränke und mehr Aufmerksamkeit als der durchschnittliche Hobby‑Kampfsportler, der meint, er müsse bei 40 Grad noch seinen Roundhouse-Kick perfektionieren.
Alfred Brandner