Ein Jahrhundert-Jubiläum, das die Herzen klingen ließ: Am Samstag, den 9. Mai 2026, feierte der Liederkranz Weiler ob Helfenstein e.V. sein 150-jähriges Bestehen mit einem festlichen Liederabend. Von 19:00 Uhr bis um 23:00 Uhr erlebten die Besucher eine musikalische Zeitreise, die von traditionellem Männergesang bis hin zu modernen Pop-Hymnen reichte und das Publikum zu zahlreichen Zugaben hinriss.
Ein musikalischer Bogen von Tradition bis Moderne
Schon die Eröffnung machte deutlich, dass dieser Abend mehr sein sollte als ein klassisches Jubiläumskonzert: Der Männerchor des Liederkranz Weiler eröffnete mit einem „Heimatlied“ von Max Orrel den Reigen – eine bewusste Verankerung in der Geschichte des Vereins, der 1876 gegründet wurde und seither Höhen und Tiefen, auch durch die Weltkriege, überstand. Das Lied wurde im Übrigen von Hans Kröner im Jahre 1972 gestiftet.
Unter der Leitung von Julia Sontheimer, begleitet von Markus Sontheimer am E‑Piano, präsentierte der Männerchor anschließend sein vielseitiges Programm. Weitere Stücke waren:
· „Heute hier, morgen dort“ (Hannes Wader) – ein Lied über Sehnsucht und Freiheit, das längst zum modernen Volkslied geworden ist
· „Griechischer Wein“ (Udo Jürgens) – ein Klassiker über Heimatgefühl in der Fremde
· „Major Tom“ (Peter Schilling) – ein überraschender Ausflug in die Popliteratur, der die stilistische Bandbreite moderner Männerchöre unterstrich.
Mit diesen Arrangements zeigte der Chor eindrucksvoll, wie zeitgemäß Männerchor-Repertoire heute klingt.
Die Gastchöre: Klangvielfalt und musikalische Geschichten
Die eingeladenen Chöre sorgten für eine beeindruckende stilistische Vielfalt:
Sängerabteilung TSV Bad Überkingen
Mit „You Gonna Be Lifted Up“, „Frühlingsboten“ und dem Rock’n’Roll-Klassiker „Hello Mary Lou“ verband der Chor amerikanische Poptradition mit deutschem Liedgut.
Sängerabteilung TV Unterböhringen
Traditioneller klang es mit „Drei schöne Dinge fein“ und „Jäger Abschied“ (Felix Mendelssohn Bartholdy), ergänzt durch das moderne Männerchorstück „Richt’ge Männer wie wir“. Besonders Mendelssohns Werk verwies dabei auf die klassische Männerchortradition des 19. Jahrhunderts.
Germania Kuchen & Liederkranz Altenstadt
Ein Medley aus deutschen Evergreens wie „Mit 66 Jahren“ (Udo Jürgens), „Schuld war nur der Bossa Nova“ und „Weil mein Herz dich nie vergisst“ brachte das Publikum zum Mitschwingen.
Männergesangverein Schalkstetten
Mit „Santiano“, „80 Millionen“ (Max Giesinger) und „Deifedanz“ zeigte der Chor, wie moderne Popsongs kraftvoll in Männerchorklänge übertragen werden können.
„il Choretto“ Schalkstetten
International ging es weiter mit „Beds Are Burning“ (Midnight Oil) – einem politisch engagierten Rocksong – und originellen Stücken wie „Sushi“.
Gesangverein Waldhausen
Natur- und Wanderlieder wie „Wie lustig ist das Wandern“ sowie „Die kleinen Wunder“ standen hier im Mittelpunkt.
Liederkranz Aufhausen
Mit „Die kleine Kneipe“ oder „Heijoho, Santiano“ griff der Chor die Verbindung von Geselligkeit und Seefahrer-Romantik auf.
Projektchor des Liederkranz Weiler o. H. als emotionaler Höhepunkt
Ein besonderer Glanzpunkt war der Projektchor des Liederkranz Weiler, der eigens zum Jubiläum gebildet worden war. Mit Werken wie
· „Erlaube mir, feins Mädchen“ (Johannes Brahms zugeschrieben),
· „Lord of the Dance“ (nach einer irischen Melodie),
· „An Irish Blessing“
entstand eine emotionale Atmosphäre zwischen Volksliedpflege und internationaler Chorliteratur.
Der gemeinsame Abschluss aller gemischten Chöre mit Goethes vertontem Gedicht „Sah ein Knab’ ein Röslein steh’n“ (Heidenröslein) sowie der Männerchöre mit „Wer hier mit uns will fröhlich sein“ brachte schließlich den ganzen Saal zum Klingen.
Grußworte: Chorkultur als gesellschaftliche Aufgabe
Die Grußredner spannten einen weiten Bogen von der Geschichte bis zur Zukunft:
Der Oberbürgermeister der Stadt Geislingen an der Steige, Oberbürgermeister Ignazio Ceffalia würdigte in seinem Grußwort die Bedeutung des Liederkranzes für das kulturelle Leben der Stadt und hob die Strahlkraft des Vereins über die Ortsgrenzen hinaus hervor.
Hans-Albert Schur, Vorstand Musik des Chorverbands Rems-Fils, betonte die zentrale Rolle des Generationswechsels: Nur durch junge Sänger könne das kulturelle Erbe der Männerchöre bewahrt werden. Männerchöre seien ein unverzichtbares Kulturgut.
Ortsvorsteher Kai Steffen Meier erinnerte an die bewegte Vereinsgeschichte seit 1876 – insbesondere an die Herausforderungen der Weltkriege und den Wandel der Gesellschaft, den der Verein stets gemeistert habe. „Der Liederkranz ist ein zentrales Element in Weiler ob Helfenstein und aus dem gesellschaftlichen Leben nicht wegzudenken“, so Meier in seiner Ansprache.
Organisation, Atmosphäre und besondere Gesten
Durch das Programm führte Vorstand Jürgen Klaus mit Charme und Übersicht. Als besondere Geste überreichte er den teilnehmenden Chören ein eigens gestaltetes Geschenk: ein 3D‑gedrucktes Modell von Weiler ob Helfenstein mit Ödenturm , als Symbol für Heimatverbundenheit und Innovation.
Für das leibliche Wohl sorgten mit großem Einsatz die Landfrauen Weiler ob Helfenstein sowie der Verein Baucontainer Weiler ob Helfenstein. Besonders die vielen jungen Helfer wurden von den Gästen und dem Vorstand gleichermaßen gelobt: aufmerksam, schnell und mit großer Herzlichkeit.
Begeisterte Stimmen zum Konzert
Auch im Nachgang war die Resonanz überwältigend:
· Oberbürgermeister Ceffalia würdigte den Abend auf Facebook und Instagram als rundum gelungenes Jubiläum.
· Ein Besucher schrieb: „Ich wünsche euch, dass ihr dieses Niveau noch lange halten könnt!“
· Ein weiterer Gast lobte die „lockere und offene Atmosphäre“ sowie die hervorragende Bewirtung.
· Besonders hervorgehoben wurde der reibungslose Ablauf und die würdige Umsetzung des Jubiläums.
Der 1. Vorsitzende des Liederkranz Weiler, Jürgen Klaus stelle denn auch fest: „Der festliche Liederabend zum 150‑jährigen Bestehen des Liederkranz Weiler war weit mehr als ein Konzert: Er war ein lebendiges Zeugnis dafür, wie Tradition und Moderne, Erfahrung und Jugend, lokale Verbundenheit und internationale Musikliteratur zu einem harmonischen Ganzen verschmelzen können.“ Ein besonderer Gruß galt denn auch dem Ehrenchorleiter Dr. Christiano Pesavento, der den Chor in der Vergangenheit 23 Jahre geleitet hatte.
Die zahlreichen Zugabenforderungen und der langanhaltende Applaus belegten eindrucksvoll: Die Chorkultur lebt – und sie begeistert.
Weitere Informationen zum Verein finden sich unter
👉 www.liederkranz-weiler-ob-helfenstein.de
Foto: von links nach rechts: Dr. Christiano Pesavento (Ehrenchorleiter), Herbert Metzler, Markus Sontheimer, Martin Rosengarten, Friedrich Kienle und Julia Sontheimer
PM Liederkranz Weiler o. H.