Deutsche Umwelthilfe klagt gegen McDonald’s: Dreistes Greenwashing und irreführende Zukunftsversprechen

  • Konzern warb mit „Klimaneutralität“ weltweit ab 2050 – jedoch ohne ausreichend geeignete Maßnahmen und Zwischenziele anzugeben
  • Zukunftsversprechen müssen transparent und stichhaltig sein, punktuelle Maßnahmenbeispiele sind nicht ausreichend
  • DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch: „McDonald’s will von einem grünen Image profitieren, statt wirklich nachhaltig zu wirtschaften.“

 

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) klagt gegen dreistes Greenwashing und irreführende Zukunftsversprechen der Fast-Food-Kette McDonald’s Deutschland LLC beim Landgericht München I. Das Unternehmen warb auf seiner Webseite mit einem vollmundigen Versprechen für die Zukunft: „klimaneutral“ ab 2050, inklusive der Lieferkette. Wie dieses Ziel jedoch konkret über das Jahr 2030 hinaus erreicht werden soll, hat McDonald’s unterschlagen. Nach Auffassung der DUH bleiben die dargestellten Maßnahmen vage und unzureichend. Es fehlt an konkreten, überprüfbaren Angaben zu Emissionsreduktionen, Zwischenzielen und einem belastbaren Umsetzungsplan. Einzelne Beispiele wie Ökostrom, Verpackungsoptimierung oder Fahrradlieferungen sind nicht quantifiziert und nicht geeignet, das Klimaversprechen umfänglich zu tragen.

McDonald’s hat die Werbung nach schriftlicher Aufforderung der DUH zur Unterlassung zwar geändert, gibt bislang aber keine Erklärung ab, mit der sich das Unternehmen verpflichtet, die irreführende Darstellung nicht wieder aufzugreifen.

Dazu Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH: „Der Global Player McDonald’s will viel erreichen, doch der Weg in die grüne Zukunft bleibt für Verbraucherinnen und Verbraucher nicht nachvollziehbar. Damit will McDonald’s vor allem von einem grünen Image profitieren, statt wirklich nachhaltig zu wirtschaften. Der weltweit umsatzstärkste Fast-Food-Anbieter nutzt im Zusammenhang mit seinem Klimaneutralitätsziel geschönte Aussagen wie ‚verantwortungsvoller Rohwarenbezug‘ und ‚verantwortungsvoller Transport‘. Tonnenweise Rindfleisch und Geflügel sowie die Verwendung von treibhausgasintensivem, fossilem Flüssig-Erdgas im Transport, passen da jedoch nicht ins Bild. 90 Prozent der CO2-Emissionen des Unternehmens fallen in der vorgelagerten Wertschöpfungskette an und müssen dringend reduziert werden. Die Klimakrise ist jetzt und verschärft sich stetig, deshalb ziehen wir mit unseren Verfahren Großkonzerne zur Verantwortung. Wir brauchen transparente und nachvollziehbare Transformationspläne, statt Schönfärberei und leerer Worte.“

Agnes Sauter, Bereichsleiterin Ökologischer Verbrauchschutz und Marktüberwachung der DUH: „Unternehmen, die mit Zukunftsversprechen schöne Bilder zeichnen, vermitteln den Eindruck, klimabewusst und verantwortungsvoll für eine lebenswerte Zukunft zu wirtschaften. Wer sich mit einem Schlagwort wie ‚klimaneutral‘ für die Zukunft brüstet, darf das allerdings nur auf ehrliche, eindeutige und klare Weise tun. Das bedeutet, es müssen Weichenstellungen, Zwischenziele wie auch Maßnahmen transparent offengelegt und regelmäßig unabhängig geprüft werden.“

PM Deutsche Umwelthilfe e. V. (DUH),

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