NABU: Kühle Sommeroase für Mensch und Tier – Drei Tipps für einen klimafitten Garten, der Regen und Hitze trotzt

Regen, Regen, Regen. Was für uns Menschen mancherorts zu einer großen Belastung geworden ist, kann für Gärten eine Möglichkeit sein, die Reserven aufzufüllen – wenn sie richtig angelegt sind. Naturgärten können Wasser speichern und versickern lassen, während Schottergärten mit Pflanzvlies den Boden verdichten, sodass er kaum Wasser aufnehmen kann. Damit ein Garten nicht nur starkem Regen, sondern auch sommerlichen Hitzeperioden besser standhält, hat NABU-Gartenexpertin Helena Sommer Tipps für Gartenliebhaberinnen und -liebhaber. „Jetzt ist die richtige Zeit, um ihren Garten klimafit zu machen. Nehmen Sie den Tag des Gartens am 9. Juni zum Anlass, der Natur das Gartentor zu öffnen. Gärten sind als Trittstein-Biotope wichtig für die Artenvielfalt – mit einfachen Maßnahmen können wir dafür sorgen, dass sie widerstandsfähig sind und uns Menschen eine kühle Oase in heißen Sommermonaten bieten“, sagt Sommer.

Tipp 1: Schwammfunktion des Bodens stärken

Auch im Garten gilt: Je weniger versiegelte Fläche, desto besser. Wege und Terrassen können mit breiten Fugen oder losem Material angelegt werden, sodass das Wasser versickern kann. Damit der Boden möglichst viel Feuchtigkeit speichern kann, hilft eine dichte Bepflanzung. Die Wurzeln der Pflanzen lockern den Boden und machen ihn aufnahmefähiger. „Viele heimische Wildstauden, wie Natternkopf und Wiesensalbei, bilden lange Pfahlwurzeln aus. Das nützt dem Boden und ermöglicht den Pflanzen, in Hitzeperioden an Wasser in tieferen Bodenschichten zu kommen“, erläutert Sommer. Auch ein Komposthaufen verbessert die Saugfähigkeit des Bodens. „Mit Kompost fördern wir Bodenlebewesen und haben selbst etwas davon! Denn der entstehende Humus ist ein toller Dünger, zum Beispiel für Gemüse – das schont auch den Geldbeutel.“

Tipp 2: Magerer Kräuterrasen statt englischen Grüns

Raspelkurzen Rasen sieht man noch immer häufig in privaten Gärten. Im Sommer lässt das den Boden schnell austrocknen und macht eine Bewässerung notwendig. Bei viel Regen ist schnell landunter, weil der Boden unter dem Rasen nur wenig Wasser aufnehmen kann. „Ein sogenannter Kräuterrasen ist die Lösung für alle, die nicht auf trittfesten Rasen verzichten wollen. Wildkräuter sind widerstandsfähiger als herkömmliche Rasengräser. Selbst wenn sie bei langanhaltender Hitze vertrocknen, säen sie sich selbst wieder aus“, so Sommer. „Außerdem profitieren Wildbienen, Schmetterlinge und andere Insekten vom Wildkräuterrasen, während Einheitsgrün ihnen nichts zu bieten hat“, erklärt die Landschaftsökologin. „Um aus einem gewöhnlichen Rasen einen Kräuterrasen zu machen, sät man langsam wachsende Wildkräuter ein, wie Kriechenden Günsel, Thymian oder Ehrenpreis. Das Gänseblümchen passt auch in einen Wildkräuterrasen – und ist bei den meisten schon vorhanden.“

Tipp 3: Wasser im Garten sammeln

Wer eine Regentonne oder Zisterne im Garten aufbaut, kann Regenwasser auffangen und es in trockenen Phasen zum Gießen verwenden. Damit sich dort keine Stechmücken vermehren und keine Tiere ertrinken, sollte man das Gefäß abdecken. Ein Gartenteich ist Mikro-Klimaanlage und Biotop zugleich: „Das verdunstende Wasser kühlt die Umgebung. Außerdem kommen Igel, Vögel, Libellen und viele andere Tiere gern zum Trinken an den Teich“, sagt die NABU-Gartenexpertin. „Wichtig ist, dass es flache Stellen am Ufer oder Ausstiegshilfen gibt. So können Tiere, die hineingefallen sind, selbst hinausklettern.“ Ein guter Platz für einen Teich ist eine ebene, eher halbschattige Stelle im Garten.

Durch Hügel und Senken lassen sich trockene und feuchte Bereiche im Garten gezielt festlegen. Am Fuß des Hügels sammelt sich die Feuchtigkeit, während oben ein trockenerer Bereich entsteht, wo sich zum Beispiel Eidechsen wohlfühlen. So entstehen auf kleinstem Raum eine Vielzahl an Lebensräumen für ganz unterschiedliche Tiere.

Weitere Information in der Naturgartenbroschüre „Hier brummt’s

 

PM NABU (Naturschutzbund Deutschland), Landesverband Baden-Württemberg e. V.

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