Pornografie im Internet: Expert*innen fordern altersgerechten Schutz: Safer Internet Day 2024: Let’s talk about Porno

Jede*r vierte Jugendliche zwischen 12 und 19 Jahren ist laut JIM-Studie 2023 im letzten Monat ungewollt auf pornografische Inhalte gestoßen. Bei Kindern stehen diese ganz oben bei den als unangenehm
wahrgenommenen Inhalten. Und doch kommt jedes vierte Kind einer forsa-Umfrage zufolge schon unter zehn Jahren das erste Mal mit pornografischen Inhalten im Netz in Kontakt.

Pornografie ist allgegenwärtig – die Aufklärung über Sexualität darf jedoch nicht Porno-Webseiten mit teils gewaltverherrlichendem und frauenverachtendem Content überlassen werden. Unter dem Motto „Let’s talk about Porno“ rückt der diesjährige Safer Internet Day (SID) der EU-Initiative klicksafe am 6. Februar deswegen die Aufklärung und den Schutz von Kindern und Jugendlichen in den Fokus.

Dr. Marc Jan Eumann, Vorsitzender der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM): „Jugendliche, aber auch Kinder stoßen auf Pornos im Netz – und das, obwohl sie sie oft gar nicht sehen wollen. Für Kinder ist das schlichtweg zu früh: Genauso wenig wie Zehnjährige den Umgang mit Alkohol lernen müssen, brauchen sie Know-how im Schauen von Pornos. Sie brauchen unseren Schutz!“
Und weiter: „Jugendliche können wir an die Hand nehmen und unterstützen. Auch wenn das Thema nicht immer einfach zu adressieren ist: Keinesfalls sollten wir sie mit ihren Erfahrungen allein lassen. Mit
Materialien vom Handbuch bis zum Infoblatt unterstützt klicksafe Lehrkräfte und Erziehende dabei, mit Jugendlichen zu diesem Thema ins Gespräch zu kommen.“

Der forsa-Umfrage zufolge richten Eltern den Umgang mit pornografischen Inhalten am Alter des Kindes aus. Wenn sie mitbekommen, dass ihr Kind mit pornografischen Inhalten im Internet konfrontiert wurde, würden die meisten mit dem Kind darüber sprechen. Jeder Zweite nimmt technische Einstellungen vor, vor allem bei jüngeren Kindern zwischen 11 und 12 Jahren.

Die KJM als zentrale Aufsicht für das Internet und den Rundfunk hat die Aufgabe, für den Schutz von Kindern und Jugendlichen zu sorgen. Sie prüft, ob Inhalte gegen den Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) verstoßen, und ergreift Maßnahmen wie Bußgelder und Untersagungen. Gemeinsam mit der Landesanstalt für Medien NRW geht sie wegen fehlenden Jugendschutzes gegen vier große Porno-Plattformen vor.

Bürger*innen können die Arbeit der KJM unterstützen, indem sie Hinweise zu problematischen Inhalten hier melden.

Der Safer Internet Day (SID) ist ein weltweiter Aktionstag für mehrOnline-Sicherheit und ein besseres  Internet für Kinder und Jugendliche. Er findet seit 2004 statt. In Deutschland wird der Safer Internet Day von der EU-Initiative klicksafe, getragen von den Medienanstalten Rheinland-Pfalz und NRW, koordiniert.

Weitere Informationen zum Safer Internet Day finden Sie hier.

klicksafe ist das deutsche Awareness Centre der Europäischen Union, wird koordiniert von der Medienanstalt Rheinland-Pfalz und gemeinsam mit der Landesanstalt für Medien NRW umgesetzt.
Die Kommission für Jugendmedienschutz, ein Organ der Landesmedienanstalten, ist ein Expertengremium aus Vertreter*innen von Bund, Ländern und Landesmedienanstalten. In Deutschland ist die KJM die zentrale Aufsichtsstelle für den Jugendschutz im privaten Rundfunk und Internet.

Weitere Informationen über die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) und ihre Mitglieder finden Sie hier, Informationen zu den Medienanstalten finden Sie hier.

PM die medienanstalten

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