Hunde als billiges Weihnachtsgeschenk: Fast 20.000 Welpen auf Internetplattformen angeboten – PETA fordert sofortiges Handeln von der Politik – Internetportale und Käufer tragen Mitschuld für Tierleid

Tiere zur Ware degradiert: Jeden Monat werden auf den größten Online-Verkaufsplattformen in Deutschland durchschnittlich rund 45.000 Hundeannoncen geschaltet. Davon handelt es sich bei etwa 20.000 um Welpen. Seit Jahresanfang dokumentiert PETA das florierende Geschäft des Internethandels – insbesondere der Verkauf von Jungtieren im Internet schnellt zur Weihnachtszeit erfahrungsgemäß in die Höhe.

Derzeit reagieren die kriminellen Händler auf die hohe Nachfrage nach Tierbabys. Welpen wurden in den vergangenen Wochen massenhaft produziert und für den schnellen Verkauf auf Internetportalen wie Quoka.de eingestellt. Viele sind jedoch weder geimpft noch alt genug, um bereits von ihrer Mutter getrennt zu werden. Oftmals ist das Weihnachtsgeschenk im neuen Zuhause krank oder leidet massiv aufgrund der frühen Trennung von der Mutter und der Transportstrapazen. Verkäufer verlangen nach Schätzungen von PETA im Schnitt Preise von 1.500 bis zu 6.000 Euro pro Tier. Die Tierrechtsorganisation fordert von der Politik, den Handel mit fühlenden Lebewesen auf Onlineplattformen endlich zu verbieten und somit das Leid der Welpen zu beenden.

„Der Handel mit fühlenden Lebewesen boomt auf den Internetplattformen. Jeder Mensch, der einen Hund aus solch einem Handel kauft, macht sich mitschuldig. Ebenso die Portale, die den kriminellen Händlern eine Plattform für ihre Geschäfte bieten“, so Jana Hoger, Fachreferentin für tierische Mitbewohner bei PETA Deutschland. „Auch die Politik darf nicht mehr wegsehen. Der illegale Welpenhandel ist ein Multimillionengeschäft, welches endlich gestoppt werden muss!“

Wie Hundemütter und ihre Kinder unter dem Welpenhandel leiden

Nach der Kontaktaufnahme über Onlineportale werden die Tiere oft mit gefälschten Heimtierausweisen verkauft. Häufig kommen die Hundekinder aus Osteuropa. Dort sind die Muttertiere auf Welpenfarmen tagtäglich gezwungen, teils ohne Tageslicht in engen Käfigen in ihren eigenen Fäkalien auszuharren. Viele von ihnen leiden an schmerzhaften Hautkrankheiten. Die Hundemütter erfüllen in dieser Branche in ihrem kurzen Leben nur einen Zweck: dauerhaft Welpen zu gebären. Sind sie für die Züchter nicht mehr „produktiv“ genug oder zu alt, werden sie in der Regel getötet oder ausgesetzt. Ihre im Internet angebotenen Kinder sind oftmals schwer krank, von Würmern und anderen Parasiten befallen und ohne Impfschutz. Teils lange Transporte aus dem Ausland nach Deutschland schwächen die Welpen zusätzlich. PETA appelliert an alle Menschen, niemals ein Tier über Internetportale zu kaufen und stattdessen einen tierischen Mitbewohner aus dem Tierheim zu adoptieren.

Größte Plattform eBay Kleinanzeigen verschärfte im November Tierschutzgrundsätze

Nach Gesprächen mit PETA gelten seit dem 29. November bei eBay Kleinanzeigen verschärfte Grundsätze für Angebote von Tieren. Hunde und Katzen unter zwölf Monaten dürfen seitdem nicht mehr von Privatpersonen verkauft werden, außer es liegt eine behördliche Genehmigung vor. Aus Sicht der Tierschutzorganisation erschwert die neue Regelung den profitorientierten Handel mit Hunde- und Katzenwelpen massiv. Auch Gesuche sollen fortan für keine Tierart mehr geschaltet werden können. Außerdem schließt die Plattform die Option „Zu verschenken“ aus. Lebewesen dürfen nun auch nicht mehr getauscht oder beispielsweise für einen Deckakt „vermietet“ werden.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden.

Weitere Informationen:

PETA.de/Themen/Welpenhandel
PETA.de/Themen/illegaler-Welpenhandel

PETA.de/Neuigkeiten/Hundewelpen-gerettet

PETA Deutschland e.V. ist mit über 1,5 Millionen Unterstützenden die größte Tierrechtsorganisation des Landes und setzt sich durch Aufdecken von Tierquälerei, Aufklärung der Öffentlichkeit und Veränderung der Lebensweise dafür ein, jedem Tier zu einem besseren Leben zu verhelfen.
PM PETA Deutschland e.V.

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