NaturTipps im Herbst

Tipp 1:

Wenn im Herbst die Blätter erröten
Im Winter schalten die Bäume auf Sparflamme, sobald die Temperaturen abnehmen und die Tage kürzer werden.

Der Herbst feuert jedes Jahr ein Feuerwerk der Farben ab. Was für uns ein Augenschmaus ist, ist für die Bäume überlebenswichtig. Der Winter ist wasserarm. Somit schaltet der pflanzliche Stoffwechsel auf Sparflamme, sobald die Temperaturen abnehmen und die Tage kürzer werden.

Ein großer Laubbaum – wie beispielsweise eine hundertjährige Rotbuche – verdunstet etwa 400 Liter Wasser am Tag über die Blattoberfläche. Im trockenen Winter würde die Buche durch diesen Wasserverlust verdursten. Deshalb muss sie ihre Blätter loswerden! Doch bevor das geschehen kann, entzieht die Pflanze den Blättern so viele Nährstoffe wie möglich, und lagert sie in Stamm und Wurzeln ein.

Ein für die Bäume unverzichtbarer Stoff ist das Chlorophyll, das sie für die Photosynthese benötigen. Chlorophyll ist für die grüne Färbung der Blätter verantwortlich. Wird es den Blättern entzogen, kommen andere Farben zum Vorschein, die vorher überdeckt waren,  Gelb, Orange und Rot.

Laubfall ist die Detox-Kur der Natur

„Mit dem Laubfall nutzt der Baum auch gleich die Gelegenheit, eine Detox-Kur zu machen: Giftstoffe und giftige Stoffwechselprodukte werden in die Blätter transportiert. Dann wird am Grunde des Blattstiels ein Trenngewebe gebildet – eine Sollbruchstelle. Ein leichter Windhauch genügt und die Blätter fallen“, so Thomas Giesinger vom BUND Baden-Württemberg.

Nadelbäume überstehen die Winterzeit ohne Laubabwurf, da ihre Blätter über eine dicke Wachsschicht verfügen, eine feste Haut und nur eine sehr kleine Oberfläche haben, was die Verdunstung verringert. Sie verlieren jedoch kontinuierlich Nadeln. An Kiefern bleiben die Nadeln etwa fünf Jahre, an Fichten sieben und an Tannen sogar elf Jahre.

Gärtnertipp

Auch im Garten kann viel Laub anfallen. Viele greifen dann zum Rechen, um die Ordnung wiederherzustellen. Doch Blätter sind ein guter Dünger für den Gartenboden und dienen vielen nützlichen Kleintieren als Versteck und Überwinterungsquartier. Helfen Sie also dem Blattlaus vertilgenden Marienkäfer und lassen Sie zumindest einen Teil des Laubes liegen.

Tipp 2:

Laubbläser und Laubsauger aus!
BUND rät stattdessen, mit Rechen und Harke gegen das Herbstlaub anzugehen.

Kaum fällt das Herbstlaub, ertönen sie in Parks und Gärten: Laubsauger oder -bläser. Doch die Geräte schaden Umwelt und Gesundheit. Lärm und Schadstoffe stören den Naturhaushalt. Der Schallpegel entspricht mit über 100 Dezibel der Lautstärke eines Presslufthammers. Schon ab einem Lärmpegel von 85 Dezibel kann es bei Dauerbelastungen zu Hörschäden kommen.

„Laubsauger und –bläser mit Verbrennungsmotor stoßen gesundheitsschädliche Abgase wie Kohlenwasserstoffe, Stickoxide und Kohlenmonoxid aus. Auch die Bodenbiologie wird durch Laubsauger gestört“, so die Warnung von Fritz Mielert, Umweltschutzreferent des BUND Baden-Württemberg. „Die lauten Ordnungshalter saugen mit den welken Blättern auch Kleintiere wie Spinnen und Insekten auf, häckseln und töten sie. Zudem zerstören sie Pflanzensamen.“

Laubsauger: So laut wie ein Presslufthammer

Da die abgesaugten oder mit einer Luftgeschwindigkeit von bis zu 220 Kilometern pro Stunde weggeblasenen Blätter und Äste nicht mehr auf dem Boden verrotten, wird die Humus- und Nährstoffbildung gehindert. Die am Boden lebenden Kleintiere wie Würmer, Insekten, Spinnen und Kleinsäuger verlieren Nahrung und Lebensraum, der Boden wird seiner Deckschicht beraubt, die ihn vor Austrocknung und bei extremer Kälte schützt.

Der BUND empfiehlt stattdessen, zu Rechen und Harke zu greifen, die ganz ohne schädliche Emissionen auskommen: „Das welke Laub sollte auf Beete und unter Gehölze verteilt werden, wo es während des Winters langsam verrottet, Boden und Kleintieren als Schutz dient und im Frühjahr als natürlicher Dünger in den Boden eingearbeitet werden kann“, so Mielert.

Laubhaufen Schutz und Nahrung für Marienkäfer, Igel oder Siebenschläfer

Laub im Garten muss nicht gleich beseitigt werden. Laubreste, Reisighaufen und verblühte Blumen sind ein guter Dünger für den Gartenboden. Marienkäfer, Schmetterlingsraupen, Spinnen, Erdkröten, Blindschleichen oder Siebenschläfer nutzen gern große Laubhaufen als Versteck und Überwinterungsquartier. Igel bauen sich gerne unter Laub und Reisig ihr Nest für den Winterschlaf. Wenn Gartenbesitzer*innen mit dem Umschichten von Laubhaufen und Kompost warten bis die Temperaturen im Frühjahr dauerhaft über der Frostgrenze liegen, verschaffen sie potenziellen Bewohnern ein wärmendes Winterquartier.

 

PM Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Baden-Württemberg e.V.

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