Heiraten trotz Corona – was ist erlaubt?

Die Ausgangsbeschränkungen im Rahmen der Corona-Krise werfen die Hochzeitspläne zahlreicher Paare durcheinander. Viele stehen jetzt vor der Frage: trotzdem heiraten oder vielleicht doch lieber verschieben? Was ist erlaubt – und wie kann der Hochzeitstag trotz Pandemie zum „schönsten Tag des Lebens“ werden?

Standesamtliche Hochzeit weiterhin erlaubt

Selbst im Rahmen der umfassenden Kontaktverbote der letzten Wochen wurden von den Standesämtern Trauungen durchgeführt – zumindest dann, wenn der Termin bereits länger vereinbart war. Größere Feiern oder gar Veranstaltungen für Hochzeitsgesellschaften waren jedoch tabu. Mit den Änderungen der aktuellen Corona-Verordnung in Baden-Württemberg entspannt sich die Situation allerdings deutlich. Zum Teil dürfen während der Trauung auch Familienangehörige und Freunde anwesend sein, sofern es die räumlichen Gegebenheiten zulassen, die Regelungen zum Mindestabstand einzuhalten. Unter den Gästen ist weiterhin ein Sicherheitsabstand von 1,50m zu wahren, was die Anzahl der Gäste je nach räumlichen Bedingungen limitiert. Bei weniger als 20 Personen dürfen Abstandsregeln und Hygienevorschriften jedoch vernachlässigt werden. Wer nicht auf die liebsten Verwandten verzichten möchte, für den bieten viele Standesämter die Option einer Trauung unter freiem Himmel an. Da das Infektionsrisiko so geringer ist, sind im Freien häufig höhere Teilnehmerzahlen erlaubt.

Kirchliche Trauung und Hochzeitsfeier

Gottesdienste sind in allen Bundesländern wieder erlaubt, es kann also gemeinsam vor den Altar getreten werden. Es sollte lediglich darauf verzichtet werden, sich anschließend vor Glück in die Arme zu fallen, denn auch in Gotteshäusern gilt der Mindestabstand. Weiterhin ist in manchen Kirchen außerdem das Mitsingen während des Gottesdienstes untersagt – eine Regelung, die je nach Gesangstalent der Verwandten jedoch auch Vorteile haben kann.

Die anschließende Hochzeitsfeier kann aktuellen Regelungen zufolge mit bis zu 99 Gästen stattfinden. Dabei spielt es keine Rolle mehr, ob die Veranstaltung im heimischen Garten oder in einem angemieteten Raum stattfindet. Beschäftigte und Mitwirkende der Veranstaltung wie Catering, Band oder DJ werden bei der Bemessung der Teilnehmerzahl nicht mit einbezogen. Und auch die Vorgabe, nach der die Tanzfläche ausschließlich dem Brautpaar vorbehalten bleibt, wurde aufgehoben. Seit dem 11. Juli dürfen wieder alle Gäste das Tanzbein schwingen – auch ohne Maske.

Fotoshooting und Styling

Selbst einem Fotoshooting steht im Anschluss an die Trauung nichts mehr im Weg. Ob ein Fotograf im Standesamt erlaubt ist, muss mit der jeweiligen Behörde abgeklärt werden, nach der Eheschließung sind gemeinsame Fotos jedoch kein Problem. Auch Trauzeugen und engste Familienmitglieder dürfen mit dabei sein. Größere Gruppenfotos sind aufgrund des Sicherheitsabstandes jedoch nicht möglich.

Was die richtige Frisur für den Hochzeitstag betrifft, gibt es nun auch für Friseur-Muffel keine Ausreden mehr. Fast alle Geschäfte sind wieder geöffnet, die größte Sorge besteht darin, noch rechtzeitig einen Termin zu bekommen. Denn nach der Zwangspause sind die Coiffeure zurzeit oft ausgebucht. Nagel- und Kosmetikstudios sorgen bereits seit Mitte Mai wieder für gepflegte Auftritte.

Tipps für einen gelungenen Hochzeitstag

Wer trotz Corona nicht darauf verzichten möchte, sich das Ja-Wort zu geben, kann sich mit folgenden Tipps ein wenig Stress ersparen:

Eine Hochzeitswebsite einrichten

Eine eigene Website für das Hochzeitspaar ist nicht nur in Corona-Zeiten sinnvoll. Auf der-passwortgeschützen Online-Domain können alle Informationen rund um die Veranstaltung übersichtlich zusammengefasst und mit der Hochzeitsgesellschaft geteilt werden. Auch eventuelle Änderungen können auf diesem Weg schnell mittgeteilt werden. Das Brautpaar allein bestimmt, wer Zugang zu der ganz persönlichen Seite hat. Verwandte und Bekannte, die am Hochzeitstag nicht live dabei sein können, nehmen durch personalisierte Fotoalben an der Zeremonie teil. Und auch das zukünftige Ehepaar hat nach der Trauung eine digitale Erinnerung an den schönsten Tag seines Lebens.

Personalisierte Masken

Auch wenn vieles jetzt wieder möglich ist, muss nicht alles ausgereizt werden. Während Masken für Catering-Personal in jedem Fall Pflicht sind, entscheiden sich deshalb auch viele Hochzeitspaare dafür, nicht auf den Mundschutz zu verzichten. Im Internet gibt es viele Möglichkeiten, die Masken mit Bildern, dem Hochzeitsdatum oder passenden Zitaten zu personalisieren. Schick und sicher!

Foto- oder Videoboxen

Viele Anbieter stellen Fotoboxen mit Trennwand zur Verfügung, mit der gemeinsame Schnappschüsse ohne Infektionsrisiko möglich sind. Auch Videoboxen, in denen persönliche Grüße an das Brautpaar aufgenommen werden können, sind mit Hygienevorrichtungen verfügbar.

Foto: https://pixabay.com/de/photos/menschen-paar-mann-frau-weiblich-2595862/

 

PM

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