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Sonntagsgedanken zum Muttertag

Kennen Sie Anna Jarvis? Sie war 1907 die Gründerin des Muttertags und lebte in den USA. Ursprünglich wurde er mit einer Andacht in einer Methodistengemeinde in Grafton/West Virginia begangen.

Bereits 1914 führte der amerikanische Präsident Woodrow Wilson auf Wunsch des Kongresses den zweiten Sonntag im Mai als nationalen Ehrentag für Mütter ein. Bald darauf gelangte die Idee des Muttertags nach England, Skandinavien und in die Schweiz, wobei es in England schon wesentlich früher mit dem „Mother Sunday“ die kirchliche Tradition gab die Mütter zu ehren. In England wird das Gedenken an die Mütter am 4. Fastensonntag (Laetare) begangen. Der erste deutsche Muttertag wurde vom Verband Deutscher Blumengeschäftsinhaber organisiert und als Tag der Blumenwünsche gefeiert. Schon früh setzte eine Kommerzialisierung in Form von Geschenken wie Blumen und Pralinen ein. Heute übertreffen die Umsätze des Blumenhandels (120 Mio. €) zu diesem Tag die des Valentintages. Der Muttertag ist ein Zeichen der persönlichen  und öffentlichen Wertschätzung gegenüber der Lebensleistung von Müttern. Ob es Blumen, selbstgebasteltes von Kindern oder ein nett gedeckter Frühstückstisch ist, kann dahingestellt bleiben. Doch denken wir auch an  die Belastungen, die Mütter, neben der allgemeinen Erziehung, zutragen haben durch die breite Förderung ihrer Kinder – schulisch, musisch und sportlich. Das alles unter Zeitdruck insbesondere bei berufstätigen Müttern. Sind die Kinder aus dem Haus kommt die Pflege eines Angehörigen hinzu.  Alleinerziehende Mütter geraten in soziale Isolation. Die Rückkehr in das Berufsleben nach der Familienphase ist erschwert und die Gefahr der Altersarmut besteht dann erst recht. All diese Probleme gehören zum Festtag der Mütter und es würde den Männern unter den Politikern gut anstehen sich dieser Probleme anzunehmen. Bereits in den 10 Geboten finden wir die Pflicht Vater und Mutter zu ehren. Dies hat zum Inhalt, dass wir den Müttern mit Achtung und Respekt begegnen, sie wertschätzen und ernst nehmen. Eine Gesellschaft, die ihre Mütter nicht ehrt läuft Gefahr eine Gesellschaft ohne Ehre zu werden. Es ist deshalb nicht entscheidend wie groß die Geschenke sind, vielmehr ist wichtig, dass wir die Mütter ehren und ihre Mühen um die Familie anerkennen. Ob es in den Familien licht oder dunkel ist, hängt in erster Linie von den Müttern ab.  Wir alle sind Söhne und Töchter und müssen den jeweils richtigen Weg zur Ehrung und Würde unserer Mütter finden, und nicht nur am Muttertag sondern alle Tage. Dennoch due besten Wünsche für alle Mütter.

Diakon Uwe Bähr, Bruder Klaus Jebenhausen

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