Sonntagsgedanken: Der Menschensohn ist nicht gekommen

Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben zu einer Erlösung für viele. (Matthäus 20,28)

Exif_JPEG_PICTUREWas für ein Lebensmotto! Jesus Christus stellt sein Leben in den Dienst der Menschen. Gott zur Ehre und den Menschen zur Freude. Das stand quer zu den damaligen Vorstellungen und ist es heute erst recht, wo jeder ganz oben auf dem Treppchen stehen möchte. Notfalls werden die Ellenbogen eingesetzt, um sich einen Vorteil zu verschaffen. Macht haben. Am längeren Hebel sitzen. Souverän sein. Darauf kommt es an.

Und Jesus Christus, der nicht nur Menschensohn, sondern Gottes Sohn ist? Dem also von Gott alle Macht übergeben wurde, und über dessen Vollmacht die Menschen entsetzt waren? Weil er in der Lage war, Blinde sehend, Lahme gehend und Aussätzige rein zu machen. Er gebrauchte seine Macht nicht für sich selbst, sondern um seinen Mitmenschen zu dienen. Also nicht sich selbst, sondern ihnen zum Vorteil zu leben. Und das führte schließlich dazu, dass er sein eigenes Leben hingegeben hat. Jesus Christus hat seinen Tod als Konsequenz seiner Hinwendung zu den Menschen gesehen. Seine Liebe zu uns hat ihn umgebracht. Doch sein Tod war nicht vergeblich. Er war nicht umsonst. Umsonst hat er gelebt, ohne etwas zu verlangen hat er gedient. Sein Lohn war die Erlösung der Menschen, für die er alles gegeben hat.

Da dreht sich nun alles um. Da merken wir: Nicht Jesus Christus ist ein Diener, sondern wir sind es. Denn wer erlöst werden muss, der kann nicht frei sein. Jesus Christus ist frei, wir aber gefangen. Gefangen in uns selbst. Gefangen in der Sucht nach mehr. Unfähig zum wirklichen Leben, gebunden an den Tod.

Wem also dienen wir? Wenn Jesus Christus uns erlöst hat, dann dienen wir ihm. Dann gehören wir ihm und leben so, wie es ihm gefällt. Weil wir ihm gehören, sind wir so frei und leben so, dass es unseren Mitmenschen gut tut. Und das nicht, weil wir ihre Knechte wären, sondern weil wir Diener von Jesus Christus sind. Wir machen uns nicht von Menschen abhängig, sondern allein von Jesus Christus.

Martin Luther hat es in seiner Schrift „Von der Freiheit eines Christenmenschen“ aus dem Jahre 1520 so ausgedrückt:

Ein Christenmensch ist ein freier Herr aller Dinge und niemandem untertan.

Ein Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht aller Dinge und jedermann untertan.

Das heißt es, tagtäglich zu buchstabieren.

Pfarrer Andreas Vix

Evangelische Kirchengemeinden Hattenhofen und Bezgenriet

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