Sonntagsgedanken: Alle im selben Boot

Wie sind wir in das neue Jahr gestartet? Sitzen wir alle im selben Boot? Spitzfindige sagen nein, sie weisen daraufhin, dass einige auf Kreuzfahrtschiffen unterwegs sind, während welche als Geflüchtete in unsicheren Schlauchbooten sitzen, wohingegen wiederum andere aus Furcht jede Fahrt über Wasser meiden, während wiederum noch andere gar nicht genug Wasser unterm Kiel haben um überhaupt über Boot fahren nachzudenken.  

Und gleichzeitig, natürlich sitzen wir, auch mit diesen, eben doch alle „im selben Boot“. Wir lesen hier dieselbe Tageszeitung. Wir leben im selben Welt-Klima und erleben dieselben Herausforderungen unserer Zeit. Und wir haben alle einige Mühe uns immer wieder anzupassen an Wetterveränderungen, Updates, Viren, Hackerangriffe, Phishing-Versuche, Krankheiten und Katastrophen, die es gerade gibt.

Zusammenhalten wäre chancenreicher, als mit dem Finger auf die aus unserer Sicht Verantwortlichen  zu weisen. Wir wissen ja auch, drei Finger verweisen dann immer auf uns selbst zurück.

Zusammenhalten hieße, wir suchen gemeinsam eine Lösung.  Also nicht nur so, wie ich persönlich mir es denke. Vielleicht haben andere gerade eine weiterführendere Idee? Und wiederum, wenn ich meinen Blick auf die Angelegenheit zurückhalte, dann fehlt da ein Puzzleteil, damit sich das komplette Bild ergeben kann.

Es gibt in der Erinnerung viele Geschichten, wie es schon schwierig wurde miteinander im selben Boot. Doch es gibt auch die Geschichten, wie es schon gut gelungen ist miteinander im selben Boot wieder aus dem Sturm heraus in ruhiges Fahrwasser zu kommen.

In der Bibel stehen gute Geschichten mit Jesus im Boot. Gemeinsam ist diesen Geschichten, dass es wirklich gute Geschichten sind, mit gutem Fortgang. Sie stärken die Aussicht, dass sich die Notsituation bald zum Besseren klärt. Freilich funktioniert keine einzige dieser Geschichte einfach automatisch. Im Boot müssen sie auf Jesus aufmerksam sein. Das braucht immer wieder einen gewissen Anlauf, doch dann gelingt es. Und wenn Jesus dann aus dem Boot heraus erkannt ist, oder wenn Jesus mit an Bord angesprochen ist, dann ist die Notsituation bald entschärft und bald befriedet. So dass es mit ruhigerem Herzen weitergehen kann.

Alle im selben Boot brauchen das. Wenn Panik ausbricht, ist der Untergang näher.

Wer immer kann, möge also heute in unserer Zeit auch nach Jesus Ausschau halten, für die anderen im Boot gleich mit. Wer immer sein Herz mit Jesus wieder beruhigt, welcher Art der Sturm auch gerade ist, der oder die tut allen gut. Wahrscheinlich wird es dann schnell gleich mehreren wieder leichter.  Und etliche werden in die Lage kommen, die Unruhe der anderen in Ruhe auszuhalten. Und es bricht keine Panik aus. Die Herausforderungen unserer Zeit sind bekannt, wir lesen sie in der Tageszeitung jeden Tag neu. Außer sonntags. Sonntags, da besinnen sich einige von uns besonders deutlich auf Jesus und suchen so nach Entschärfung der Not und Frieden, für alle im selben Boot.

Pfarrerin Maren Pahl, Gesamtkirchengemeinde Stubersheimer Alb (Bräunisheim, Hofstett-Emerbuch, Schalkstetten, Stubersheim, Waldhausen)

Permanentlink zu diesem Beitrag: https://filstalexpress.de/filstalexpress/200711/sonntagsgedanken-alle-im-selben-boot/

Schreibe einen Kommentar