Bereits während der Abschlussveranstaltung des internationalen Projekts ISF Lumen im November 2025 waren sich alle Beteiligten einig: Wir machen weiter. Am 18. und 19. Mai 2026 fiel in Schwäbisch Gmünd der Startschuss für das Folgeprojekt ISF Lumen Expanded, erneut unter der Gesamtverantwortung des Landeskriminalamts Baden-Württemberg (LKA BW).
Projektleiter Arne Hermann bringt die Motivation der Partnerbehörden auf den Punkt: „Allen Beteiligten ist es wichtig, die internationale Vernetzung der Sicherheitsbehörden voranzutreiben und von den Erfahrungen der anderen zu lernen. Der direkte Austausch mit Ansprechpartnern vor Ort verkürzt formale Wege in der Strafverfolgung, spart Zeit, wenn es darauf ankommt und führt so zu konkreten Ermittlungserfolgen.“
Für die Umsetzung von ISF Lumen Expanded stehen erneut EU-Fördermittel aus dem International Security Fund (ISF) bereit. ISF Lumen Expanded soll dabei keine bloße Fortsetzung sein: Die Projektbeteiligten bleiben am Puls der Zeit und haben das Portfolio nochmals erweitert. Ein neu eingerichtetes Teilprojekt befasst sich mit der Bekämpfung der so genannten Gruppenbezogenen Gewaltkriminalität – ein Phänomen, das europaweit immer stärker an Bedeutung gewinnt. Das Teilprojekt wird durch das LKA BW geleitet.
Darüber hinaus konzentrieren sich die Projektpartner weiterhin auf drei Schwerpunkte der bandenmäßigen und organisierten Eigentumskriminalität: Die Polizeidirektion Osnabrück befasst sich erneut federführend mit der Bekämpfung von Geldautomatensprengungen. „Wir sind sehr stolz, dass wir beim EU-Projekt ISF Lumen Expanded wieder mitwirken dürfen. In dem jetzt startenden Projekt wollen wir unseren Fokus auf das Tatmittel der Explosivstoffe richten“, so Friedo de Vries, Präsident der Polizeidirektion Osnabrück. „Explosivmittel werden inzwischen nicht nur bei der Sprengung von Geldautomaten eingesetzt. Kriminelle nutzen Explosivmittel auch im Kampf gegen rivalisierende Gruppen und zur Einschüchterung. Eine Eskalation, die nicht nur in den Niederlanden und Schweden präsent ist, sondern auch nach Deutschland zu schwappen droht. Um dem entgegenzuwirken, wollen wir mit unseren internationalen Partnern illegale Handels- und Vertriebsstrukturen identifizieren und zerschlagen. Unser Ziel: Keine Explosivstoffe in Händen Krimineller!“
Das Landeskriminalamt Sachsen koordiniert hauptverantwortlich den Themenbereich Kfz-Kriminalität. Dazu erläutert Teilprojektleiter Enrico Lange: „In der Regel sind international agierende Kfz-Diebesbanden bereits über der Grenze, bevor die Geschädigten den Diebstahl bemerken. Durch die Kooperation mit unseren Partnerbehörden und die kurzen Kommunikationswege gelingt es uns jedoch zunehmend, die Täter zügig zu stellen. ISF Lumen Expanded bietet die Chance, diesen Mehrwert nun auf weitere Länder zu übertragen und die Bekämpfung dieser Kriminalität zu optimieren.“
Ebenfalls unter Federführung des LKA BW wird ein Teilprojekt die Bekämpfung des Callcenterbetrugs weiter vorantreiben. Dazu Teilprojektleiter Markus Kubo: „Angesichts weiterhin hoher Fallzahlen, vor allem zum Nachteil älterer Menschen, möchten wir in Zusammenarbeit mit unseren Projektpartnern durch koordinierte Strafverfolgungsmaßnahmen kriminellen Callcentern weiter den Kampf ansagen – dem Phänomen aber auch durch aktive Präventionsarbeit den Nährboden entziehen.“
Vor den unter anderem aus Schweden, den Niederlanden, Österreich, Litauen und sogar New York angereisten Projektpartnern fasste der Präsident des LKA BW, Andreas Stenger, zusammen: „Kriminalität wird immer komplexer, digitaler und transnationaler. Deshalb müssen wir unsere Kräfte bündeln und Expertinnen und Experten national wie international zusammenbringen. Dafür sind Projekte im europäischen Rahmen genau der richtige Ansatz. Diese bringen uns nicht nur fachlich weiter und fördern die grenzüberschreitende Zusammenarbeit, sondern schaffen auch den Teamgeist und die gemeinsame Entschlossenheit, um Kriminalität im 21. Jahrhundert wirksam zu bekämpfen.“
PM Landeskriminalamt Baden-Württemberg