Zukunftsfähige Notfallversorgung – Mit einem symbolischen Spatenstich wurde der weitere Ausbau der Rettungswache Süßen auf den Weg gebracht.

Die Ampel steht auf grün – nicht nur an der bestehenden großen Fahrzeughalle der Rettungswache Süßen. Gestern Vormittag fiel der Startschuss für den weiteren Ausbau der vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) und Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) gemeinsam getragenen Einrichtung. Mit dem symbolischen Spatenstich gaben DRK-Kreisverbandspräsident Peter Hofelich, AOK-Geschäftsführerin Heike Kallfass, Klinikgeschäftsführer Dr. Ingo Hüttner und weitere Partner die Bauarbeiten für die „weitere qualitätvolle und zukunftsfähige Notfallversorgung der Menschen im Landkreis“, so Heike Kallfass in ihrem Grußwort, frei.

Zunächst hatte Peter Hofelich zahlreiche Gäste aus dem Bereich der Gesundheitsversorgung und Kommunalpolitik begrüßt, darunter auch die Bürgermeister Marc Kersting aus Süßen und seinen Kollegen Markus Hick aus Gingen und sich gefreut, dass auch der DRK-Kreisverband mit haupt- und ehrenamtlichen Vertretern sein großes Interesse am Ausbau der Rettungswache belegte. Er erinnerte daran, dass der Standort Süßen 2004 zunächst provisorisch eingerichtet worden war. „Anfang der 2000er-Jahre konnten die gesetzlichen Hilfsfristen von Rettungsdienst und Notärzten nicht mehr eingehalten werden.“ Insbesondere Menschen in Notsituationen im mittleren Filstal und im Lautertal mussten zu lange warten, bis Hilfe eintraf. Mit der Rettungswache Süßen konnten diese Zeiten in kurzer Zeit deutlich reduziert werden und so war vor 15 Jahren beschlossen werden, sie dauerhaft einzurichten. Die Anzahl der Mitarbeitenden hatte laufend zugenommen, so dass die bestehenden Räume schnell nicht mehr ausreichten und „das Containerdorf fast größer ist als die Rettungswache selbst“, stellte Peter Hofelich fest. Die Wache, die das DRK seit zwei Jahren gemeinsam mit dem ASB betreibt, ist rund um die Uhr mit Notärzten und Notfallsanitätern besetzt und „ist für die Menschen im Herzen des Landkreises ein großer Gewinn“. Hofelich betonte, dass nicht zuletzt durch den Standort Süßen der Kreis Göppingen regelmäßig zu den Spitzenreitern im Land gehört, wenn es um die Einhaltung der Hilfsfristen geht.

Im vergangenen Jahr hatte der für das Rettungswesen im Landkreis zuständige Bereichsausschuss, dem die Rettungsdienste, Krankenkassen und Kliniken angehören, beschlossen, dem Süßener Provisorium ein Ende zu bereiten und den Wachenstandort auszubauen, so dass für alle Mitarbeitenden moderne Arbeitsplätze entstehen. „Die Präsenz des Rettungsdienstes wird von den Menschen in unseren Kommunen sehr positiv wahrgenommen“, freute sich Süßens Stadtoberhaupt Mario Kersting und dankte für den weiteren Ausbau „dieser wichtigen Grundversorgung hier am Ort“. „Nur wer sich bewegt, bewegt etwas“, stellte Heike Kallfass fest. „Wir bewegen hier sehr viel für die Menschen im mittleren Filstal und dem Lautertal“, fuhr die AOK-Geschäftsführerin fort. Denn „im Notfall zählt jede Minute“, mit der Investition in eine noch bessere Notfallversorgung „ist schnelle und sichere Hilfe weiter garantiert.“

Wasser in den Wein musste Peter Hofelich gießen. Er bedauerte, dass das Land seinen Verpflichtungen zur Übernahme eines Teils der Investitionskosten nicht ausreichend nachkommt. Eigentlich müsste es 90 Prozent der Kosten übernehmen. „Ganz bewusst wurde in Baden-Württemberg das Rettungswesen als Teil der Daseinsvorsorge nicht staatlich organisiert. Deshalb hoffen wir auf die finanzielle Entlastung, die wir eigentlich erwarten können.“

Insgesamt werden 1,6 Millionen Euro in den Ausbau der Rettungswache Süßen im Sommerauweg investiert. Aktuell sind dort 22 Rettungskräfte und drei Rettungsfahrzeuge rund um die Uhr stationiert. In einem Jahr soll der Erweiterungsbau bezogen werden.

 

PM DRK Kreisverband Göppingen

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