Arbeitslosigkeit steigt im Sommer – Quote jetzt bei 5,0 Prozent

23 049 Frauen und Männer waren im Juli arbeitslos gemeldet

Arbeitslosenquote steigt auf 5,0 Prozent

4 958 offene Arbeitsstellen waren im Bestand gemeldet

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Im Juli nahm die Zahl der arbeitslosen Frauen und Männer im Agenturbezirk Göppingen mit den Landkreisen Esslingen und Göppingen um 609 Personen auf 23 049 zu (plus 2,7 Prozent). Gegenüber Juli 2025 waren 1 119 Menschen mehr arbeitslos gemeldet (plus 5,1 Prozent). Die Arbeitslosenquote, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, stieg um 0,1 Prozentpunkte auf 5,0 Prozent (Juli 2025: 4,8 Prozent).

„Nachdem die Frühjahrsbelebung, bei der in besseren Zeiten die Zahl der Arbeitslosen zurück gegangen wäre, komplett ausgeblieben ist, gehen wir nun mit einem satten Plus an Arbeitslosen in die Sommermonate. Dass die Zahl im Juli und August üblicherweise steigt, weil Ausbildungsverträge enden und befristete Verträge nicht verlängert werden, ist saisonal üblich und normal. Das Ausmaß ist es nicht. Mit einem Plus von 2,7 Prozent zum Vormonat ist der Anstieg der Arbeitslosigkeit stärker als im Durchschnitt der letzten Jahre. Besonders bei jungen Menschen unter 25 Jahren ist die Zunahme überdurchschnittlich“, sagt Bettina Münz, stellvertretende Leiterin der Göppinger Arbeitsagentur. „Was uns Sorge bereitet: wie schnell gelingt es diesen jungen, häufig frisch ausgebildeten Fachkräften, auf dem teilweise wenig aufnahmefähigen Arbeitsmarkt eine neue Stelle zu finden und beruflich neu Fuß zu fassen? Die Chancen für Berufseinsteiger sind, auch durch die Einflussnahme von Künstlicher Intelligenz, die viele Aufgaben gerade von Berufseinsteigern übernimmt und sie ersetzt, nicht gerade gut“.

Münz betont: „Trotz aller wirtschaftlichen Belastungsfaktoren, die wir haben: Wir stecken aktuell in einem demografischen Wandel. Jede junge Fachkraft ist wichtig für die Zukunft und braucht eine Chance, dass es nach der Ausbildung möglichst nahtlos weitergeht“.

Von allen Arbeitslosen im Agenturbezirk gehörten 11 542 Personen der Arbeitslosenversicherung an und wurden von der Arbeitsagentur betreut.

11 507 Personen waren in der Grundsicherung für Arbeitsuchende gemeldet und wurden von den Jobcentern in den beiden Landkreisen Esslingen und Göppingen betreut.

Hinweis:

Seit dem 1. Juli gilt die neue „Grundsicherung für Arbeitsuchende“. Sie löst das Bürgergeld ab und bildet künftig die Grundsicherung für erwerbsfähige Menschen, die ihren Lebensunterhalt nicht aus eigenen Mitteln sichern können.

Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit in den beiden Landkreisen

Landkreis Esslingen

Im Landkreis Esslingen waren im Juli insgesamt 14 739 Menschen arbeitslos
gemeldet. Das sind 242 Personen oder 1,7 Prozent mehr als im Juni, und
532 (plus 3,7 Prozent) mehr als im Vorjahr.

Die Arbeitslosenquote betrug 4,7 Prozent (Esslingen: 4,9 Prozent; Kirchheim: 4,8 Prozent; Leinfelden-Echterdingen: 4,2 Prozent und Nürtingen: 4,7 Prozent).
Im Juli 2025 lag sie bei 4,6 Prozent.

Landkreis Göppingen

Im Landkreis Göppingen waren im Juli insgesamt 8 310 Menschen arbeitslos
gemeldet. Das waren 367 Personen mehr (plus 4,6 Prozent) als im Juni, und 587 (plus 7,6 Prozent) mehr als im Vorjahr.

Der Landkreis Göppingen verzeichnete eine Arbeitslosenquote von 5,7 Prozent (Geschäftsstelle in Göppingen: 5,7 Prozent; Geschäftsstelle in Geislingen: 5,8 Prozent). Im Vorjahr lag sie bei 5,3 Prozent.

Entwicklung der Arbeitslosigkeit bei den Personengruppen

Im Juli waren 357 Jugendliche unter 20 Jahren arbeitslos gemeldet. Das waren 31 Personen oder 9,5 Prozent mehr als vor einem Monat, aber 21 Personen oder 5,6 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Bei den jungen Menschen unter 25 Jahren waren es 2 128 Arbeitslose, 165 Personen oder 8,4 Prozent mehr als im Vormonat, und 124 Personen oder 6,2 Prozent mehr als im Juli 2025.

Die Zahl der 50-jährigen und älteren Arbeitslosen ist im Vergleich zu Juni um 217
Personen (plus 2,6 Prozent) auf 8 636 Personen gestiegen. Das waren 770 Personen (plus 9,8 Prozent) mehr als im Juli 2025.

6 373 Menschen waren im Juli seit mindestens einem Jahr bei der Agentur für
Arbeit und den Jobcentern arbeitslos gemeldet und galten damit als langzeitarbeitslos. Das waren 37 mehr (plus 0,6 Prozent) als im Vormonat, und 379 (plus 6,3 Prozent) mehr als im Vorjahresmonat.

Die Zahl der arbeitslosen schwerbehinderten Menschen ist um 50 Personen oder 5,0 Prozent gestiegen und lag jetzt bei 1 052 Personen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren 128 schwerbehinderte Menschen mehr arbeitslos gemeldet (plus 13,9 Prozent).

Unterbeschäftigung

Die Unterbeschäftigung, die neben der Zahl der Arbeitslosen auch Personen in
arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen, Sprachkursen und kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit berücksichtigt, ist gegenüber dem Vormonat um 268 Personen oder 0,9 Prozent gestiegen. Insgesamt lag die Unterbeschäftigung im Juli bei 28 639 Personen. Das waren 1 306 (plus 4,8 Prozent) mehr als vor einem Jahr.

Angebot an Arbeitsstellen

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Göppingen waren im Juli 4 958 Stellen beim
gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit und der Jobcenter zur Besetzung gemeldet (Stellenbestand insgesamt). Das sind 247 (minus 4,7 Prozent) weniger als im Juni. Im Vergleich zum Vorjahr gab es 383 Stellen (minus 7,2 Prozent) weniger.

Insgesamt wurden im Juli 1 110 Stellen neu gemeldet. Das waren 124 (minus 10,0 Prozent) weniger als im Juni, und 186 (minus 14,4 Prozent) weniger als im Vorjahresmonat.

Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung

(neuer Datenstand)

Zum Stichtag 31.12.2025 belief sich die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Bezirk auf 313 329 Arbeitnehmer. Gegenüber dem Vorjahresquartal war das eine Abnahme um 1 585 oder 0,5 Prozent.

Ausbildungsstellenmarkt

Die Krise auf dem Arbeitsmarkt schlägt mehr und mehr auch auf den Ausbildungsmarkt durch: Viele von der Krise betroffene Unternehmen bilden weniger junge Menschen zu Fachkräften aus. Dennoch übersteigt die Zahl der offenen Ausbildungsstellen die Zahl der Bewerber. Jugendliche Berufseinsteiger treffen also immer noch auf ein breites Angebot der Möglichkeiten. Chancen bietet nach wie vor beispielsweise das Handwerk, das dringend nach Nachwuchskräften sucht und auch ausbildet.

Seit Beginn des Berufsberatungsjahres im Oktober letzten Jahres wurden
4 986 Berufsausbildungsstellen gemeldet, 629 oder 11,2 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Bewerberzahlen sind mit 3 797 als Zwischenstand 2,0 Prozent höher als im Vorjahr, das sind 76 Personen.

Landkreis Esslingen:

Im Landkreis Esslingen meldeten sich 2 389 Bewerberinnen und Bewerber um eine Ausbildungsstelle, fünf Personen mehr als im Vorjahreszeitraum. Das entspricht einem Plus von 0,2 Prozent. Zugleich gab es 3 351 gemeldete Berufsausbildungsstellen, 520 oder 13,4 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Landkreis Göppingen:

Im Landkreis Göppingen meldeten sich 1 408 Bewerberinnen und Bewerber um eine Ausbildungsstelle, 71 mehr als im Vorjahreszeitraum. Das entspricht einem Plus von 5,3 Prozent. Zugleich gab es 1 635 gemeldete Berufsausbildungsstellen, 109 oder 6,3 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Übrigens: Die Berufsberatung der Agentur für Arbeit Göppingen ist auch in den Sommerferien für die Schülerinnen und Schüler da. Die Sommerferien kann man gut dazu nutzen, sich mit Blick auf die berufliche Zukunft beraten zu lassen oder auch ein Praktikum zu absolvieren.

Termine für eine berufliche Beratung können unter der kostenlosen Hotline 0800 4 5555 00 vereinbart werden.

 

PM Agentur für Arbeit Göppingen

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