Tarifrunde Einzel- und Versandhandel Baden-Württemberg – Arbeitgeber legten erstes Angebot vor, ver.di lehnte es als völlig unzureichend ab

In der heutigen zweiten Verhandlungsrunde haben die Arbeitgeber für die rund 500.000 Beschäftigten im baden-württembergischen Einzel- und Versandhandel das erste Angebot vorgelegt. ver.di lehnte es ab, die Verhandlung endete ohne Annäherung.

Am 8. Juli 2026 wird weiterverhandelt.

Das Angebot sieht folgende Erhöhungen vor:

Nach sechs Nullmonaten sollen die Entgelte ab Oktober 2026 um 2 Prozent und ab Juli 2027 (nach drei weiteren Nullmonaten) um weitere 1,5 Prozent steigen.

Die Ausbildungsvergütungen sollen entsprechend angehoben werden (zum 1.4.2027 und zum 1.11.2027).

Laufzeit: 24 Monate (1.04.26 bis 31.03.2028).

Nach Einschätzung der ver.di-Tarifkommission würde das Angebot Reallohnverluste für die Beschäftigten bedeuten, da nicht einmal die prognostizierten Inflationsraten erreicht würden. ver.di weist den Vorschlag deshalb als völlig unzureichend zurück.

Wolfgang Krüger, ver.di-Verhandlungsführer, erklärt:

„Die Arbeitgeber wollen die Beschäftigten nach Monaten ohne Erhöhung mit Mini-Anhebungen abspeisen. Wer unterhalb der Preisentwicklung anbietet, verursacht Ärger und Empörung in den Betrieben. Die Kolleginnen und Kollegen erwarten Anerkennung für ihre geleistete Arbeit.“

ver.di hat die Entgelttarifverträge zum 31. März 2026 gekündigt und fordert:

– Erhöhung der Löhne und Gehälter um 300 Euro

– Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 150 Euro

– Laufzeit von 12 Monaten

ver.di wird die Beschäftigten in den Betrieben nun über den Verhandlungsstand informieren und mit ihnen über weitere Streikmaßnahmen beraten.

Die dritte Verhandlungsrunde findet am 8. Juli 2026 statt.

PM ver.di Landesbezirk Baden-Württemberg

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