1.200 Beschäftigte haben sich gestern in Ulm sowie heute in Freiburg, Heidelberg und Tübingen am ersten Warnstreik in der Tarifrunde Unikliniken beteiligt. ver.di hatte dazu aufgerufen, weil die Arbeitgeber in der ersten Verhandlungsrunde am 6. Mai kein Angebot vorgelegt hatten.
Die sichere Versorgung der Patient:innen ist wie üblich über Notdienstvereinbarungen gewährleistet. An den Standorten blieben heute zahlreiche OP-Säle geschlossen und auch Betten konnten streikbedingt nicht belegt werden. Der Warnstreik endet heute Abend.
Jakob Becker, ver.di Verhandlungsführer: „Die Beschäftigten der Unikliniken arbeiten in den teuersten Städten in Baden-Württemberg. Damit sie sich ihr Leben an diesen Standorten der Spitzenmedizin leisten können, braucht es spürbare Gehaltssteigerungen mit einer klaren sozialen Komponente. Sie sind nicht verantwortlich für die politisch gesteuerte Unterfinanzierung der Kliniken. Sie sind verantwortlich für die gute Versorgung der Patientinnen und Patienten. Und diese sichern sie jeden Tag mit ihrer hochqualifizierten Arbeit.“
Auf der Grundlage einer Beschäftigten-Befragung, an der über 3.000 Kolleg:innen teilgenommen haben, hat die ver.di-Tarifkommission folgende Forderungen beschlossen:
7,5 Prozent, mindestens 320 Euro mehr im Monat für die Beschäftigten und 250 Euro mehr im Monat für Auszubildende und Praktikant:innen, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Für Auszubildende soll es einen Mobilitätszuschuss in Höhe des Deutschlandtickets geben. Um bei der Eingruppierung an andere Tarifverträge anschlussfähig zu sein, erwartet ver.di eine Verhandlungszusage, um im Nachgang der Tarifrunde über die höhere Eingruppierung bestimmter Berufsgruppen zu verhandeln.
Die zweite Verhandlungsrunde ist am 17. Juni.
Für die vier baden-württembergischen Uniklinika in Ulm, Tübingen, Heidelberg und Freiburg gilt ein eigener, mit dem Arbeitgeberverband Uniklinika abgeschlossener Tarifvertrag, von dem rund 26.000 Beschäftigte an den vier Kliniken betroffen sind. Die Ärzt:innen fallen unter den Tarifvertrag Ärzte Länder, das wissenschaftliche Personal als Landesbeschäftigte unter die Tarifbestimmungen des Landes.
PM ver.di Landesbezirk Baden-Württemberg