Um vor der dritten Verhandlungsrunde in der bundesweiten Tarifrunde bei der AOK den Druck auf die Arbeitgeber zu erhöhen, hat ver.di heute die Beschäftigten auch in Baden-Württemberg erneut zu Warnstreiks aufgerufen. Gestreikt wird ganztägig in Dienst- und Geschäftsstellen der Hauptverwaltung, der AOK Ludwigsburg-Rems-Murr, Stuttgart-Böblingen, Neckar-Fils, Neckar-Alb, Ulm-Biberach, Ostwürttemberg und Bodensee-Oberschwaben und bei der IT Tochter ITSCare. Insgesamt sind im Land heute rund 750 Beschäftigte im Ausstand.
Die meisten Kundencenter der bestreikten Bezirksdirektionen bleiben heute geschlossen. Versicherte müssen mit erheblichen Einschränkungen rechnen.
ver.di Verhandlungsführerin Claudia Chirizzi sagte bei der Kundgebung auf dem Stuttgarter Schlossplatz: „Die Beschäftigten der AOK haben Nachholbedarf: Die Inflationsjahre sind noch nicht ausgeglichen, andere gesetzliche Krankenkassen zahlen besser. Wir kämpfen für einen Abschluss, der diese Ungerechtigkeiten beseitig.“
Noch vor der dritten Verhandlungsrunde wird es am Montag, dem 16. März, eine weitere größere Streikversammlung in Heilbronn geben, in der neben den Beschäftigten aus der Bezirksdirektion Heilbronn Franken auch Streikende aus der Bezirksdirektion Rhein-Neckar-Odenwald erwartet werden. Die Auftaktkundgebung findet um 10 Uhr am Flügelnussbaum neben der Harmonie in Heilbronn statt. Nach einer Demonstration durch die Heilbronner Innenstadt endet die Veranstaltung mit der Abschlusskundgebung wieder an der Harmonie.
Die zweite Runde der Entgeltverhandlungen zwischen ver.di und der Tarifgemeinschaft der Allgemeinen Ortskrankenkassen (TG AOK) fand am 17. und 18. Februar 2026 in Berlin statt.
ver.di fordert für die Tarifbeschäftigten eine Erhöhung der monatlichen Vergütung um 7,5 Prozent, mindestens jedoch um 375 Euro und die Erhöhung der Ausbildungsvergütung um 150 Euro, jeweils ab 1. Januar 2026, bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Darüber hinaus erwartet ver.di weitere Verbesserungen insbesondere für Auszubildende, Gewerkschaftsmitglieder und bei den Regelungen zum Gesundheitszuschuss.
Zuletzt hat die Arbeitgeberseite nach sechs Nullmonaten eine Erhöhung ab dem 1. Juli 2026 um zwei Prozent, und weitere zwei Prozent ab dem 1. Juli 2027 angeboten. Dieses Angebot ist für ver.di nicht annehmbar.
Die Tarifverhandlungen werden am 17. März 2026 fortgesetzt.
Bei der AOK Baden-Württemberg arbeiten rund 11.500 Beschäftigte in 14 Bezirksdirektionen sowie der Hauptverwaltung in Stuttgart und der IT Tochter ITSCare.
PM ver.di Landesbezirk Baden-Württemberg