Jahr startet mit starkem Anstieg bei der Arbeitslosigkeit

23 165 Frauen und Männer waren im Januar arbeitslos gemeldet

Arbeitslosenquote steigt auf 5,1 Prozent

5 154 offene Arbeitsstellen waren im Bestand gemeldet

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Die Arbeitslosigkeit ist im Bezirk der Agentur für Arbeit Göppingen mit den Landkreisen Esslingen und Göppingen im Januar deutlich gestiegen. Im Vergleich zum Vormonat ist die Zahl der arbeitslosen Frauen und Männer um 1 453 Personen oder 6,7 Prozent auf 23 165 gestiegen. Gegenüber Januar 2025 waren 2 223 Menschen mehr arbeitslos gemeldet (plus 10,6 Prozent). Die Arbeitslosenquote, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, stieg um 0,4 Prozentpunkte auf 5,1 Prozent (Januar 2025: 4,6 Prozent).

 „Das neue Jahr startet mit einem kräftigen Plus bei der Arbeitslosigkeit und einem weiteren Rückgang bei den Arbeitsstellen hin zu einem sehr niedrigen Niveau. Zuletzt hatten wir im Jahr 2010 so wenige Arbeitsstellen für unsere Vermittlungsarbeit im Angebot wie jetzt. Die Zahlen spiegeln nun mehr und mehr, wie sehr die Wirtschaft und die Unternehmen unter Druck sind. Der Wintereinbruch in dieser Woche passt in gewisser Weise zum spürbar angespannten Arbeitsmarkt. Wintereinbruch auch auf dem Arbeitsmarkt“, sagt Karin Käppel, Leiterin der Agentur für Arbeit Göppingen.

Im Januar haben sich diejenigen bei der Arbeitsagentur gemeldet und zählen nun in der Statistik, deren Vertrag zum Jahresende auslief oder die eine Kündigung bekommen haben. Kommen sie aus der Industrie, wo gerade vermehrt entlassen wird, ist es schwierig, sie auch wieder dorthin zu vermitteln. Eine Beschäftigung ist eher in anderen Bereichen realisierbar, in denen Personal gesucht wird. Das erfordert aber Flexibilität und Mut, und zwar auf der Seite der Arbeitnehmer und der Arbeitgeber. Und oft braucht es auch eine berufliche Qualifizierung. Wir unterstützen bei der alternativen Berufsplanung beispielsweise mit unseren Jobmessen in beiden Landkreisen“, betont Käppel. Die nächste Messe mit Chancen auf Beschäftigung findet am 16. April in Esslingen statt. „Fast 30 Betriebe haben sich dafür schon angemeldet. Chancen auf Arbeit sind also immer noch da. Sie gilt es zu ergreifen“, sagt Käppel und lädt alle Jobsuchenden zum Besuch der Messe ein. Informationen unter www.arbeitsagentur.de

Von allen Arbeitslosen im Agenturbezirk gehörten 11 252 Personen der Arbeitslosenversicherung an und wurden von der Arbeitsagentur betreut.

11 913 Personen waren in der Grundsicherung, die noch Bürgergeld heißt, gemeldet und wurden von den Jobcentern in den beiden Landkreisen Esslingen und Göppingen betreut.

Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit in den beiden Landkreisen

Landkreis Esslingen

Im Landkreis Esslingen waren im Januar insgesamt 14 851 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 908 Personen oder 6,5 Prozent mehr als im Dezember, und
1 397 (plus 10,4 Prozent) mehr als im Vorjahr.

Die Arbeitslosenquote betrug 4,8 Prozent (Esslingen: 5,0 Prozent; Kirchheim: 4,8 Prozent; Leinfelden-Echterdingen: 4,3 Prozent und Nürtingen: 4,5 Prozent).
Im Januar 2025 lag sie bei 4,3 Prozent.

Landkreis Göppingen

Im Landkreis Göppingen waren im Januar insgesamt 8 314 Menschen arbeitslos gemeldet. Das waren 545 Personen mehr (plus 7,0 Prozent) als im Dezember, und 826 (plus 11,0 Prozent) mehr als im Vorjahr.

Der Landkreis Göppingen verzeichnete eine Arbeitslosenquote von 5,7 Prozent (Geschäftsstelle in Göppingen: 5,7 Prozent; Geschäftsstelle in Geislingen: 5,7 Prozent). Im Vorjahr lag sie bei 5,1 Prozent.

Entwicklung der Arbeitslosigkeit bei den Personengruppen

Im Januar waren 345 Jugendliche unter 20 Jahren arbeitslos gemeldet. Das waren 24 Personen oder 6,5 Prozent weniger als vor einem Monat, aber zwölf Personen oder 3,6 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Bei den jungen Menschen unter 25 Jahren waren es 2 050 Arbeitslose, 100 Personen oder 5,1 Prozent mehr als im Vormonat, und 223 Personen oder 12,2 Prozent mehr als im Januar 2025.

Die Zahl der 50-jährigen und älteren Arbeitslosen hat im Vergleich zu Dezember um 568 Personen (plus 7,2 Prozent) auf 8 434 Personen zugenommen. Das waren 959 Personen (plus 12,8 Prozent) mehr als im Januar 2025.

6 261 Menschen waren im Januar seit mindestens einem Jahr bei der Agentur für Arbeit und den Jobcentern arbeitslos gemeldet und galten damit als langzeitarbeitslos. Das waren 278 mehr (plus 4,6 Prozent) als im Vormonat, und 584 (plus 10,3 Prozent) mehr als im Vorjahresmonat.

Die Zahl der arbeitslosen schwerbehinderten Menschen ist um 55 Personen oder 5,9 Prozent gestiegen und lag jetzt bei 995 Personen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren 103 schwerbehinderte Menschen mehr arbeitslos gemeldet (plus 11,5 Prozent).

Unterbeschäftigung

Die Unterbeschäftigung, die neben der Zahl der Arbeitslosen auch Personen in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen, Sprachkursen und kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit berücksichtigt, ist gegenüber dem Vormonat um 1 042 Personen gestiegen. Insgesamt lag die Unterbeschäftigung im Januar bei 28 399 Personen. Das waren 728 (plus 2,6 Prozent) mehr als vor einem Jahr.

Angebot an Arbeitsstellen

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Göppingen waren im Januar 5 197 Stellen beim gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit und der Jobcenter zur Besetzung gemeldet (Stellenbestand insgesamt). Das sind 70 (minus 1,3 Prozent) weniger als im Dezember. Im Vergleich zum Vorjahr gab es 302 Stellen (minus 5,5 Prozent) weniger.

Insgesamt wurden im Januar 800 Stellen neu gemeldet. Das waren 296 (minus 27,0 Prozent) weniger als im Dezember, und 59 (minus 6,9 Prozent) weniger als im Vorjahresmonat.

Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung

(kein neuer Datenstand)

Zum Stichtag 30.06.2025 belief sich die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Bezirk auf 312 897 Arbeitnehmer. Gegenüber dem Vorjahresquartal war das eine Abnahme um 822 oder 0,3 Prozent.

Veröffentlichungstermine 2026

Die Agenturen für Arbeit werden die Arbeitsmarktberichte im Jahr 2026 an folgenden Tagen veröffentlichen:

Berichtsmonat Veröffentlichungstermine  
Januar 30.01.2026
Februar 27.02.2026
März 31.03.2026
April 30.04.2026
Mai 29.05.2026
Juni 30.06.2026
Juli 31.07.2026
August 28.08.2026
September 30.09.2026
Oktober 30.10.2026
November 27.11.2026
Januar 05.01.2027

Jahresrückblick 2025

Vielfältige Einflüsse und Strukturkrise wirken auf den regionalen Arbeitsmarkt ein – dennoch gibt es auch Jobchancen

Trotz einer leichten Aufhellung in den letzten Monaten des Jahres ist die gesamtwirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2025 als krisenhaft zu bezeichnen. Vielfältige Faktoren wie Transformation, weltweite Unsicherheiten sowie anhaltende strukturelle Probleme haben die Wirtschaft im Agenturbezirk Göppingen beeinflusst. Die Arbeitslosigkeit stieg im Jahresdurchschnitt so stark wie seit dem Corona-Jahr 2020 nicht mehr, und Betriebe meldeten so wenige Stellen wie lange nicht mehr. Dennoch gibt es Jobchancen. Die Beschäftigung stagniert, wobei Teilzeit zu-, Vollzeit hingegen abnimmt. Der Arbeitsmarkt ist somit auch im vergangenen Jahr nicht in die Gänge gekommen. Hinzu kommt als Herausforderung die zwei gegensätzlichen Gesichter des Arbeitsmarkts: Vor allem Entlassungen aus der Industrie, in anderen Branchen der Bedarf an Fachkräften, fasst Karin Käppel, Leiterin der Agentur für Arbeit Göppingen, die aktuelle Situation am Arbeitsmarkt zusammen.

Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung sind deutlich gestiegen

Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung sind 2025 jahresdurchschnittlich deutlich gestiegen.

So erhöhte sich die Zahl der Arbeitslosen im Bezirk der Agentur für Arbeit Göppingen mit den Landkreisen Esslingen und Göppingen im Vergleich zum Vorjahr um 2 232 auf 21 826 Menschen. Das ist ein Plus um 11,4 Prozent.

Die Arbeitslosenquote lag im Jahresdurchschnitt bei 4,8 Prozent. Das ist ein Plus um 0,5 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr.

Langzeitarbeitslosigkeit nahm im Vergleich zum Vorjahresdurchschnitt mit plus 12,4 Prozent überdurchschnittlich zu.

Die Unterbeschäftigung, die neben der Arbeitslosigkeit auch Arbeitsmarktpolitik und kurzfristige Arbeitsunfähigkeit umfasst, nahm gegenüber 2024 um 1 546 auf 23 107 Personen zu.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung stagniert

Plus bei Teilzeit – Minus bei Vollzeit

Der Jahreswert der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung hat von Juni 2024 auf Juni 2025 um 822 auf 312 897 Personen abgenommen. Der Rückgang geht auf ein Minus bei der Beschäftigung von Deutschen und der Beschäftigung in Vollzeit zurück. Die Beschäftigung von Ausländern und die Beschäftigung in Teilzeit ist hingegen gestiegen. Zudem hielt das Wachstum in der öffentlichen Verwaltung, Gesundheits- und Sozialwesen sowie Erziehung und Unterricht weiter an, während die Beschäftigung insbesondere im Verarbeitenden Gewerbe und der Arbeitnehmerüberlassung zurückging.

Arbeitskräftenachfrage lässt weiter nach

Die beim gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Göppingen und der Jobcenter Landkreis Esslingen und Göppingen gemeldete Nachfrage nach neuen Mitarbeitern ging im vergangenen Jahr spürbar zurück. Mit einem jahresdurchschnittlichen Bestand von 5 408 gemeldeten Arbeitsstellen lag die Arbeitskräftenachfrage 2025 um 622 Stellen (minus 10,3 Prozent) niedriger als im Jahr 2024.

Auch die Stellenneuzugänge gingen weiter zurück: In Summe wurden 2025 mit
14 776 Stellen 1 191 weniger gemeldet als 2024 und damit so wenige wie noch nie in den letzten 20 Jahren.

Interesse an Kurzarbeitergeld steigt

Die aktuell verfügbaren Zahlen zur realisierten Kurzarbeit liegen mit Zeitversatz und erst für den Monat Juli 2025 vor. In diesem Monat befanden sich im Agenturbezirk rund 5 991 Personen in 269 Betrieben oder Betriebsabteilungen in konjunktureller Kurzarbeit. Insgesamt nimmt Kurzarbeit seit Herbst 2023 zu.

Nach Wahrnehmung der Agentur für Arbeit Göppingen ist das Interesse und die Nachfrage der Betriebe nach Beratung zum Kurzarbeitergeld im Lauf des letzten Jahres aber deutlich gestiegen. Die stützende Wirkung des Kurzarbeitergeldes bleibt auch deswegen hoch, weil weiterhin eine verlängerte Bezugsdauer von zwei Jahren möglich ist.

Vor allem Betriebe aus dem produzierenden Gewerbe, insbesondere der Herstellung von Metall- und Elektroerzeugnissen, zeigen Kurzarbeit an. Es gibt aber auch Branchen, in denen die Kurzarbeit aktuell nicht verstärkt nachgefragt wird, wie in der Pflege und Erziehung, dem Gastgewerbe oder dem Handwerk.

 

PM Agentur für Arbeit Göppingen

 

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