Heute rund 1.500 beim Campus-Streiktag – Mensen und andere Einrichtungen geschlossen

In der Tarifrunde des öffentlichen Dienstes der Länder streiken heute bundesweit Beschäftigte der Hochschulen, Studierendenwerke und Forschungseinrichtungen. Auch in Baden-Württemberg finden in Tübingen, Reutlingen, Heilbronn, Mannheim, Heidelberg, Karlsruhe, Freiburg, Konstanz, Ulm, Stuttgart und Hohenheim Warnstreiks statt. Aufgrund der Arbeitsniederlegungen bleiben mehrere Mensen und auch andere Einrichtungen wie Uni-Kitas unter anderem in Tübingen, Reutlingen, Mannheim und Heilbronn geschlossen. Allein in Heidelberg demonstrierten rund 600 Streikende. Insgesamt haben in Baden-Württemberg rund 1.500 Beschäftigte die Arbeit niedergelegt.

Annelie Schwaderer, ver.di Baden-Württemberg, sagte auf der Kundgebung in Tübingen: „Beschäftigte der Universitäten und Hochschulen sowie der Studierendenwerke streiken heute zusammen mit studentischen Hilfskräften. Für eine anständige Bezahlung und für Tarifverträge, die für alle gelten. Unsere wichtigste Ressource im Wettbewerb sind hochqualifizierte Fachkräfte. Wenn wir dieses Land voranbringen wollen, sollten wir in die Menschen an den Unis investieren und nicht auf deren Rücken sparen. “

ver.di will in dieser Tarifrunde erreichen, dass der Tarifvertrag auch für studentische Hilfskräfte gilt. In der letzten Tarifrunde konnte ver.di eine sogenannte schuldrechtliche Vereinbarung erreichen, die Mindeststandards bei Bezahlung, Vertragslaufzeiten und Stundenumfängen vorsieht. Diese werden jedoch nicht überall eingehalten und können nicht individuell juristisch durchgesetzt werden. Nach einer aktuellen Erhebung bildet Baden-Württemberg bei der Vertragslaufzeit sogar das Schlusslicht:

https://www.verdi.de/presse/pressemitteilungen/jung-akademisch-und-weiterhin-prekaer-neue-studie-belegt-haeufige-rechtsverstoesse-studentischer

Warnstreiks am 28. Januar nach ver.di Bezirken sowie weitere Warnstreiks und Aktionen.

Fils-Neckar-Alb:
u.a. Universität und Studierendenwerk Tübingen, außerdem Landesamt für Denkmalpflege, RP Tübingen, Vermögen und Bau, Landestheater Tübingen. 11:45 Uhr Kundgebung, Geschwister-Scholl-Platz.

Heilbronn-Neckar-Franken:
Hochschule Heilbronn, DHBW, Studierendenwerk.

Südbaden Schwarzwald:
Universität Freiburg.
In Konstanz HTWG und die Universität sowie das ZfP Reichenau, 10:30 Demonstration Auftakt: Münsterplatz.

Mittelbaden-Nordschwarzwald:
Universität und Hochschule Karlsruhe.

Rhein-Neckar:
Universität und Studierendenwerke Mannheim und Heidelberg, TH Mannheim, Pädagogische Hochschule Heidelberg. DHBW Mannheim, verschiedene Leibnitz Institute sowie die Musikhochschule Mannheim.
Treffpunkt zur Demo 10 Uhr Schwanenteichanlage Heidelberg, ab ca. 11 Uhr Kundgebung Universitätsplatz Heidelberg.

Ulm-Oberschwaben:
Universität Ulm, Technische Hochschule Ulm.

Stuttgart:
Hohenheim: Uni, Studierendenwerk und Staatsschule für Gartenbau.
Uni Stuttgart.

Jugendstreiktag am 29. Januar in Karlsruhe:
u.a. Azubis ZfP Calw und KIT.

Aktion beim Verkehrsministerium am 29. Januar und Streikfrühstück in der Wilhelma am 2. Februar.

In der Tarif- und Besoldungsrunde für den öffentlichen Dienst der Länder fordert ver.di sieben Prozent mehr Gehalt im Monat – mindestens aber 300 Euro zusätzlich, um die unteren Lohngruppen zu stärken. Für Nachwuchskräfte sollen die Vergütungen um 200 Euro pro Monat steigen, zudem wird ihre unbefristete Übernahme nach erfolgreicher Ausbildung gefordert. Darüber hinaus sollen alle Zeitzuschläge um 20 Prozentpunkte steigen. Die Laufzeit des neuen Tarifvertrags (TV-L) soll zwölf Monate betragen.

ver.di führt die Länder-Tarifrunde als Verhandlungsführerin auch für die DGB-Gewerkschaften GdP, GEW und IG BAU. Die Verhandlungen mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) für rund 925.000 Tarifbeschäftigte im öffentlichen Dienst der Länder (außer Hessen) haben am 3. Dezember 2025 in Berlin begonnen. Weitere Verhandlungsrunden waren am 15./16. Januar und sind am 11./12. Februar in Potsdam. ver.di fordert zudem die zeit- und wirkungsgleiche Übertragung des Tarifergebnisses auf die rund 1,3 Millionen Beamtinnen und Beamten sowie auf die knapp eine Million Versorgungsempfänger:innen.

In Baden-Württemberg gibt es nach Angaben des Statistischen Landesamtes insgesamt gut 110.000 direkt von den Tarifverhandlungen betroffene Angestellte und 194.000 indirekt betroffene Beamt:innen.

Allein bei den sieben Zentren für Psychiatrie arbeiten an neun Standorten rund 10.000 Beschäftigte. Für die Beschäftigten der vier Uniklinika gilt ein eigenständiger Tarifvertrag.

PM ver.di Landesbezirk Baden-Württemberg

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