Unmittelbar vor der sechsten Tarifverhandlungsrunde zwischen der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di und dem Zeitungsverlegerverband BDZV am 20. März wird heute auch in Baden-Württemberg gestreikt. Insgesamt sind rund 200 Beschäftigte im Ausstand.
ver.di Baden-Württemberg hat in mehreren Redaktionen zu ganztägigen Arbeitsniederlegungen aufgerufen, weil auch nach fast elf Monaten Tarifverhandlungen immer noch kein akzeptables Angebot vorliegt.
Ungenügende Angebote des Verlegerverbandes zu Tarifsteigerungen um 120 Euro ab 2025 und um 1,5 Prozent Anfang 2026 und 1,0 Prozent in 2027 bei einer dreijährigen Laufzeit und damit einhergehende Forderungen der Verleger nach Tarifverschlechterungen bei Gehaltsentwicklungen nach Berufsjahren stoßen auf Gegenwehr in den Zeitungsredaktionen. Komplette Ablehnung gibt es vom BDZV bisher auf die Tarifforderungen der dju zum Einsatz von generativer KI in Zeitungsredaktionen.
Uwe Kreft, ver.di Baden-Württemberg: „Die letzten Gehaltserhöhungen haben für die Beschäftigten zu Reallohnverlusten geführt. Wir können und werden nicht die Hand reichen zu einer immer dramatischeren Entwertung der Arbeitsbedingungen in der Branche. Alle sind sich einig, dass Tageszeitungen nur mit hoher Qualität eine Zukunft haben. Qualität gibt es aber nicht für umsonst.“
Gestreikt wird heute bei: Badische Neueste Nachrichten (BNN) Karlsruhe, Badische Zeitung Freiburg, Schwarzwälder Bote Redaktionsgesellschaft mbH Oberndorf, Reutlinger Generalanzeiger, Senner Verlag Nürtingen, Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG Ulm, Heilbronner Stimme, Redaktion Stuttgarter Zeitung Stuttgarter Nachrichten, Kreiszeitung Böblinger Bote, Bechtle Graphische Betriebe und Verlagsgesellschaft (Eßlinger Zeitung / Cannstatter Zeitung), Ungeheuer + Ulmer GmbH & Co. KG (Ludwigsburger Kreiszeitung).
Die beiden Journalistengewerkschaften fordern 12 Prozent mehr Lohn (ver.di) beziehungsweise 10,5 Prozent (DJV).
Die Verhandlungen finden am 20. März ab 10:00 Uhr in Düsseldorf, im Leonardo Hotel, Ludwig-Erhard-Allee 3, statt.
PM ver.di Landesbezirk Baden-Württemberg