1.100 Streikende bei landesweiter Kundgebung in der Tarifrunde Deutsche Telekom

Parallel zur dritten Verhandlungsrunde am Montag und Dienstag hat ver.di bundesweit erneut Beschäftigte sowie Auszubildende und Dual Studierende der Deutschen Telekom AG OSD zu vollschichtigen Warnstreiks aufgerufen. Auch in Baden-Württemberg wird heute zum dritten Mal in der laufenden Runde die Arbeit niedergelegt; zusätzlich sind auch Beschäftigte der Deutschen Telekom Privatkunden-Vertrieb GmbH und der T-Systems International GmbH zur Unterstützung der Warnstreikmaßnahmen zu Solidaritätsstreiks aufgerufen.

Erstmals in der Tarifrunde findet eine landesweite Kundgebung statt. In Stuttgart demonstrieren zur Stunde rund 1.100 Streikende, die gemeinsam mit Bussen von den Standorten Freiburg, Offenburg, Karlsruhe, Mannheim, Heidelberg, Heilbronn, Stuttgart, Leinfelden-Echterdingen, Göppingen, Rottweil, Reutlingen, Weingarten und Ulm angereist sind. Grund für die erneuten Arbeitsniederlegungen ist, dass die Telekom zwar eine Struktur für einen möglichen Abschluss angeboten hat, bisher aber keine Prozentwerte oder Eurobeträge in Aussicht gestellt hat.

Martin Gross, ver.di Landesbezirksleiter: „Gewohnt zuverlässig geliefert. So kommentierte Telekom Chef Höttges den enormen Konzernüberschuss vor wenigen Wochen. Jetzt muss die Telekom auch ihren Beschäftigten endlich liefern. Wir haben einen vollen Ausgleich der Kaufkraftverluste bestellt. Bis jetzt gibt es ein komplett leeres Angebot.“

Am heutigen bundesweiten Jugendaktionstag standen die Jugendforderungen im Mittelpunkt. In Stuttgart wurde mit einer Puzzle-Aktion auf die Situation der Nachwuchs-Beschäftigten aufmerksam gemacht.

„Azubis und Dual-Studierende haben keine Zeit für Spielchen am Verhandlungstisch. Sie leiden besonders stark unter der Inflation der letzten beiden Jahre und brauchen jetzt schnell eine ordentliche Erhöhung ihrer Vergütungen“, so Joachim Reiter von ver.di Baden-Württemberg.

ver.di fordert in der diesjährigen Tarifrunde für bundesweit rund 70.000 Tarifbeschäftigte eine Entgeltsteigerung von 12 Prozent, mindestens aber um 400 Euro pro Monat, bei einer Laufzeit des Tarifvertrags von zwölf Monaten. Die Ausbildungsvergütungen sowie die Entgelte der dual Studierenden sollen um monatlich 185 Euro erhöht werden. Die Tarifverhandlungen werden am 29./30. April 2024 fortgesetzt. In Baden-Württemberg arbeiten bei der Telekom etwa 4.500 Beschäftigte (davon rund 30 Prozent nicht streikberechtigte Beamt:innen) plus 550 Azubis und Dualstudierende.

PM ver.di Landesbezirk Baden-Württemberg

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