Roadshow des BPW Club Stuttgart zum Equal Pay Day: Arbeitszeit spielt große Rolle beim Gender Pay Gap

Junge Menschen haben bereits einen ganz klaren Blick dafür, wie unterschiedlich Männern und Frauen ihre Zeit nutzen können – so das zentrale Ergebnis der Roadshow „Equal Pay Day 2024 – Höchste Zeit für Equal Pay!“, die vom Business and Professional Women (BPW) Club Stuttgart durchgeführt wurde: Rund 220 Schüler:innen und Studierende haben sich im Rahmen der Roadshow in den vergangenen Wochen dazu geäußert, wie sie Ungleichbehandlung von Frauen und Männern erleben und welche Rolle dabei die Freiheit zur Zeiteinteilung spielt. 

„Es ist bemerkenswert, wie differenziert die Schüler:innen Ungleichbehandlung in ihrem eigenen Umfeld wahrnehmen“, betont Heike Fiestas, BPW-Vorstandsmitglied und Schatzmeisterin des Landesfrauenrats. „Eine sehr große Bedeutung maßen sie der Sprache zu, von ‚aufklären‘, ‚darüber reden‘ bis ‚gendern‘ drückten sie ihren Wunsch nach ‚Normalisierung des Umgangs zwischen Männern und Frauen‘ aus“, fasst sie die lebhaften Diskussionen und Rückmeldungen auf die Roadshow zusammen.

Mit speziell konzipierten Unterrichtsstunden zum Thema „Equal Pay Day“ haben Alexandra Bichteler, BPW-Schatzmeisterin Elke Hieber und Heike Fiestas Ende Januar mehrere 10. und 12. Klassen (u.a. Königin-Katharina-Stift, in der Waldorfschule Silberwald und dem Mörike Gymnasium sowie an der Mörike Realschule) besucht. Nach einer kurzen Vorstellung des Projekts standen die Leitfragen „Wo beobachtest Du Gleichstellung oder Ungleichstellung?“ und „Was könnten wir tun, um zu einer gerechteren Behandlung zu kommen und verfügbare Zeiten gerechter aufzuteilen?“ im Mittelpunkt der lebhaften Diskussionen. Bei den Schüler-Umfragen und dem abschließenden Genderquiz gab es für die BPW-Vertreterinnen einige unerwartete Einblicke in die Sichtweise der Schülerinnen und Schüler: „Besonders überrascht hat uns, dass die jungen Frauen zwar ein klares Gespür dafür haben, dass sie die überkommenen Rollen von Männern und Frauen nicht mehr wollen, es ihnen aber an Argumenten fehlt“, so Leonie Meyer, Leiterin Young BPW Stuttgart. Die Roadshow habe doch einige Schüler und Schülerinnen dafür sensibilisiert, dass es in puncto Gleichstellung noch einen großen Handlungsbedarf gebe: „Nur wenn man bei jungen Menschen ein Bewusstsein für das Thema schafft, können Sie auch aktiv einen Beitrag dazu leisten und Modelle für eine Rollenaufteilung in der Zukunft entwickeln“, ist sich Elke Hieber sicher.

In Kooperation mit dem Gleichstellungsbüro der Universität Hohenheim kam Elke Hieber am Infostand vor der Mensa mit Studierenden ins Gespräch. „Die Fragen der Gleichbehandlung, die im Berufsleben essentiell werden, sind im quasi geschützten Raum des Studierens noch nicht relevant“, musste sie feststellen. „Umso wichtiger ist es die Studierenden vor ihrem Übergang in die Erwerbstätigkeit im Dialog darauf vorzubereiten.“

BPW Germany initiierte 2008 den Equal Pay Day in Deutschland. Seitdem setzt sich der Verband in verschiedenen politischen Gremien für Entgelttransparenz, Abschaffung steuerlicher Nachteile für Frauen und Entgeltgleichheit ein und es finden an den verschiedenen Standorten der Clubs jährlich Aktionstage zu Equal Pay statt.

 

BPW Club Stuttgart

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