Warnstreik an den Staatstheatern in Stuttgart und Karlsruhe – ver.di bestreikt Verdi

Nach dem gestern rund 2.000 Beschäftigte im öffentlichen Dienst der Länder die Arbeit niedergelegt hatten, wird seit dem frühen Morgen an den beiden Staatstheatern in Stuttgart und Karlsruhe gestreikt. ver.di rechnet mit über 300 Streikenden und Auswirkungen auf die geplanten Vorführungen.

Andreas Kirchgessner, ver.di Mittelbaden-Nordschwarzwald: „Der Fachkräftemangel macht es uns an und auf den Bühnen zunehmend schwerer, Menschen zu finden, die zu unseren Bedingungen arbeiten wollen und können: an Wochenenden, an Feiertagen, morgens und abends. Dazu kommt, dass man an einem städtischen Theater mehr verdient als am Staatstheater. Wir verlieren zurzeit immer wieder Beschäftigte aufgrund der schlechten Bezahlung an andere Häuser. Deshalb bestreikt ver.di heute Verdis Oper Nabucco unter dem Motto Keine Angst vor besseren Zeiten.“

Sven Schwarz, ver.di Stuttgart: „Die Besucherinnen und Besucher der Staatstheater erwarten für ihr Eintrittsgeld zurecht erstklassige Aufführungen. Diese Qualität ist in Gefahr, wenn die Kolleginnen und Kollegen weiterhin zweitklassig bezahlt werden.“

In der kommenden Woche plant die Gewerkschaft den Druck auf die Arbeitgeber unmittelbar vor der dritten und vorerst letzten Verhandlungsrunde nochmals deutlich zu erhöhen. Gestreikt wird in allen Bereichen mit Beschäftigten jeweils aus der ganzen Region am Montag in Heidelberg, am Dienstag in Tübingen und Konstanz. Den Abschluss bilden einen Tag vor den Verhandlungen in Potsdam Warnstreiks in Stuttgart, Karlsruhe und Ravensburg.

Hinweise zur Tarifrunde: ver.di fordert für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder eine Einkommenserhöhung um 10,5 Prozent, mindestens aber 500 Euro bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Nachwuchskräfte sollen 200 Euro mehr erhalten und Auszubildende unbefristet übernommen werden. In Baden-Württemberg gibt es nach Angaben des Statistischen Landesamtes insgesamt gut 100.000 direkt von den Tarifverhandlungen betroffene Angestellte (die genaue Zahl wird aktuell noch von StaLa und Finanzministerium überprüft) und 191.000 indirekt betroffene Beamt:innen. Allein bei den sieben Zentren für Psychiatrie arbeiten an neun Standorten rund 10.000 Beschäftigte.

ver.di führt die Tarifverhandlungen gemeinsam mit den DGB-Gewerkschaften GdP, GEW und IG BAU sowie in einer Verhandlungsgemeinschaft mit dem dbb beamtenbund und tarifunion. Die Verhandlungen mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) werden für rund 1,2 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im öffentlichen Dienst der Länder (außer Hessen) geführt. ver.di fordert zudem die zeit- und wirkungsgleiche Übertragung des Tarifergebnisses auf die rund 1,3 Millionen Beamtinnen und Beamten sowie auf die Versorgungsempfänger (Angaben ohne Hessen). Die Verhandlungen werden in der dritten und vorerst letzten Runde am 7. und 8. Dezember 2023 in Potsdam fortgesetzt.

PM ver.di Landesbezirk Baden-Württemberg

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