Der Sommer ist da und mit ihm die hohen Temperaturen. Gerade für ältere und gesundheitlich beeinträchtige Menschen kann Hitze zu einer erheblichen gesundheitlichen Belastung werden. Diese ist für ältere Menschen besonders gefährlich, weil ihr Körper Wärme schlechter reguliert, das Durstgefühl nachlässt und Vorerkrankungen oder Medikamente den Kreislauf belasten. Oftmals werden die Risiken unterschätzt.
Seit einigen Wochen steigen die Temperaturen tagsüber immer wieder auf über 30 Grad. Auch in den Nachtstunden kühlt es zeitweise kaum noch ab. Diese anhaltende Hitze stellt insbesondere für ältere Menschen eine erhebliche gesundheitliche Belastung dar. Mit zunehmendem Alter verändert sich die Fähigkeit des Körpers, Wärme zu regulieren. Während überschüssige Wärme vor allem über das Schwitzen abgegeben wird, funktioniert dieser Mechanismus bei älteren Menschen häufig langsamer oder weniger effektiv. Dadurch steigt das Risiko, dass der Körper überhitzt. Hinzu kommt, dass im Alter das Durstgefühl oftmals nachlässt. Eine unzureichende Flüssigkeitszufuhr kann zu einer Austrocknung des Körpers führen und gesundheitliche Beschwerden verursachen. In schweren Fällen drohen Kreislaufprobleme, Nierenversagen oder andere lebensbedrohliche Komplikationen.
Um gesundheitlichen Risiken vorzubeugen, sollten ältere Menschen besonders an heißen Tagen ausreichend trinken auch dann, wenn sie keinen ausgeprägten Durst verspüren. Alkohol und Kaffee sollten vermeiden und Getränke möglichst lauwarm getrunken werden, da eiskalte Flüssigkeiten die Wärmeabgabe des Köpers erschweren. Zudem empfiehlt es sich, die direkte Sonneneinstrahlung insbesondere während der Mittagsstunden zu meiden und sich stattdessen möglichst im Schatten oder in kühlen Innenräumen aufhalten. Tagsüber empfiehlt es sich, Fenster geschlossen zu halten und die Räume abzudunkeln. Gelüftet werden sollte möglichst nur in den frühen Morgenstunden oder am späten Abend, wenn die Außentemperaturen niedriger sind. Eine kühle Wohnung trägt wesentlich dazu bei, den Körper vor einer dauerhaften Hitzebelastung zu schützen. Körperlich anstrengende Tätigkeiten wie Spaziergänge, Einkäufe, Arztbesuche oder die Hausarbeit sollten möglichst auf die kühleren Morgen- und Abendstunden verlegt werden. Das entlastet Herz und Kreislauf und verringert das Risiko einer Überhitzung. Unterwegs können die kostenlosen Wasserspender in der Stadtbücherei und im Rathaus genutzt werden. Auf der städtischen Internetseite unter www.eislingen.de/kühle-orte sind außerdem Plätze ausgewiesen, die auch an heißen Tagen erträglich kühl bleiben.
Auch eine lauwarme Dusche kann den Körper dabei unterstützen, seine Temperatur besser zu regulieren. Besondere Aufmerksamkeit gilt zudem der regelmäßigen Einnahme von Medikamenten. Einige Arzneimittel beeinflussen den Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt oder den Blutdruck und können bei großer Hitze anders wirken und im Körper stärker oder schwächer anschlagen. Deshalb sollte die Medikation bei anhaltend hohen Temperaturen gemeinsam mit der Hausärztin oder dem Hausarzt überprüft werden.
Gerade alleinlebende Seniorinnen und Senioren sind an heißen Tagen auf die Unterstützung von Angehörigen, Nachbarn oder Bekannten angewiesen. Regelmäßige Besuche oder Anrufe helfen dabei, Veränderungen des Gesundheitszustands frühzeitig zu erkennen oder diese ans Trinken zu erinnern. Warnzeichen können unter anderem eine undeutliche Sprache, zunehmende Schläfrigkeit, Orientierungslosigkeit oder eine ungewöhnliche Unruhe sein. Auch Schwindel, Übelkeit, starke Schwäche, heiße und trockene Haut oder starkes Schwitzen können auf eine hitzebedingte Gesundheitsstörung hinweisen. Treten solche Symptome auf, sollte die betroffene Person umgehend an einen kühlen Ort gebracht, mit Flüssigkeit versorgt und nicht allein gelassen werden. Verschlechtert sich der Zustand oder treten Bewusstseinsstörungen auf, ist unverzüglich der Rettungsdienst zu verständigen.
Hohe Temperaturen sind längst kein Ausnahmeereignis mehr. Umso wichtiger ist es, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen und insbesondere ältere und gesundheitlich beeinträchtigte Menschen während solchen Hitzeperioden bestmöglich zu schützen. Die Stadtverwaltung bitte ihre Bürgerschaft, auf ihr Umfeld und insbesondere auf ältere Nachbarn oder Bekannte zu achten. Wenn eine akute Notlage oder Hilflosigkeit im Raum steht, sollte unter Umständen der Notruf (112) verständigt werden.
PM Stadtverwaltung Eislingen