Kinder-Smartwatches: Darauf sollten Eltern und Erziehungsberechtigte achten

Telefonieren, Nachrichten austauschen oder den Standort des Kindes anzeigen: Kinder-Smartwatches versprechen Eltern Sicherheit und ermöglichen Kindern erste Schritte in die digitale Welt. Gleichzeitig verarbeiten die vernetzten Uhren teils hochsensible Daten und können so selbst zum Sicherheitsrisiko werden. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat daher eine Auswahl von Kinder-Smartwatches genauer unter die Lupe genommen: Mit dem Bericht zur Untersuchung veröffentlicht das BSI auch praxisnahe Empfehlungen für Eltern und Erziehungsberechtigte, die bei der Auswahl und der sicheren Nutzung einer Kinder-Smartwatch unterstützen können.

Lars Bartsch, Referatsleiter Technischer Verbraucherschutz: „Kinder-Smartwatches werden in der Erwartung gekauft, Kindern eine altersgemäße digitale Teilhabe und Eltern ein Gefühl der Sicherheit zu vermitteln. Entscheidend ist, die notwendige IT-Sicherheit dieser Geräte sicherzustellen. Dafür müssen allen voran die Hersteller und dann auch die Eltern bzw. Erziehungsberechtigten an einem Strang ziehen: Nur wer weiß, worauf bei Kauf, Einrichtung und alltäglicher Nutzung einer Kinder-Smartwatch zu achten ist, kann Risiken adäquat einschätzen und reduzieren. Das BSI sieht alle Hersteller gefordert, die dargestellten Empfehlungen zu beachten, um die IT-Sicherheit auf dem Verbrauchermarkt zu stärken.“

Je nach Funktionsumfang können Kinder-Smartwatches beispielsweise Standort- und Kommunikationsdaten des Kindes verarbeiten. Solche sensiblen Daten gilt es vor Fremdzugriffen zu schützen. Das BSI empfiehlt Eltern und Erziehungsberechtigten daher, sich vor dem Kauf einer Kinder-Smartwatch mit folgenden Fragen zu beschäftigen:

  • Wie lange garantiert der Hersteller die Smartwatch mit Sicherheitsupdates zu versorgen? Erhält eine Smartwatch keine Updates mehr, sollte sie nicht länger genutzt werden.
  • Wie kann ich Zugänge zu Benutzerkonten absichern? Im Idealfall steht dafür eine Zwei-Faktor-Authentisierung zur Verfügung. Zwingend ist ein starkes Passwort.
  • Wie kann ich das Gerät vor Zugriffen von außen schützen? Eine Tastensperre verhindert etwa im Fall von Diebstahl, dass Daten unkompliziert eingesehen werden können.
  • Kann ich festlegen, wer mein Kind anrufen und ihm Nachrichten schicken kann? Eine solche Funktion verhindert, dass Fremde über die Smartwatch Kontakt zum Kind aufnehmen.
  • Kann ich Funktionen wie Ortung, Bewegungsmuster, Kamera und andere Dienste einzeln deaktivieren? Diese sollten, wenn überhaupt, nur bei Bedarf aktiviert werden.
  • Von welchen Erfahrungen mit der Smartwatch berichten Fachleute und andere vertrauenswürdige Quellen, z. B. Verbraucherschutzverbände und unabhängige Prüfinstitute?

 

Mehr Informationen rund um die Sicherheit von Kinder-Smartwatches finden Eltern und Erziehungsberechtigte auf der Webseite des BSI. Dort finden Interessierte zudem den Bericht zur Untersuchung „IT-Sicherheit auf dem digitalen Verbrauchermarkt: Fokus Kinder-Smartwatches“. Für die Untersuchung wurden drei Kinder-Smartwatches aus unterschiedlichen Preissegmenten ebenso wie die dazugehörigen Begleit-Apps untersucht. Im Fokus standen die Absicherung der persönlichen Daten und Kommunikation sowie technische Schwachstellen in den untersuchten Systemen.

 

PM Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik

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