Die Crux am Kreis

Es ist momentan eine verteufelte Situation bei den Grün-Weißen, die mit einem für Handballverhältnisse üppigen Kader von 19 Spielern in die Saison gingen. Jede Position optimal mit drei Akteuren besetzt, was soll da noch schiefgehen? Einiges wie man heute weiß, denn alle drei Kreisläufer sind derzeit und so wie es aussieht noch eine geraume Zeitspanne verletzt. Die Trainer sind nicht zu beneiden, müssen sie doch aus dem vorhandenen Spielermaterial versuchen das Beste aus der misslichen Lage zu machen.

In Flensburg klappte das trotz der Niederlage recht gut, die Norddeutschen waren auf das System mit vier Rückraumakteuren überhaupt nicht eingestellt und Frisch Auf hatte seine Chancen. um für eine Überraschung zu sorgen. Allerdings war ein Simon Möller im Tor der SG in der Crunch Time einfach nicht zu bezwingen. Ganz anders stellte sich die Situation am Samstag im Derby gegen Bietigheim dar. Der ehemalige Göppinger Coach Hartmut Mayerhofer fand in der Defensive genau die richtige Mischung, um den Grün-Weißen den Zahn zu ziehen. Newel und Co. fanden keine spielerischen Mittel und verstrickten sich immer mehr in Einzelaktionen. Spielkultur sah man bei den Enztälern an diesem Abend, bei Frisch Auf war an diesem Tag nichts davon zu sehen. Sie rannten sich immer wieder am Abwehrbollwerk der Rot-Blauen fest und was dann doch durch kam war oft eine Beute der herausragenden Tomovski im Bietigheimer Kasten. Und wie es oft so ist, hatte auch die Defensive der Göppinger mit dem effektiven Rückraum und den agilen Kreisläufern ihre Schwierigkeiten. Warum ein Mathias Larson bei den Rhein-Neckar-Löwen und Maxim Orlov in Hannover es nicht geschafft haben gestandene Bundesligaspieler zu werden, ist mir persönlich ein Rätsel. Laut Aussage von Ben Matschke wird dieser personelle Engpass auf alle Fälle wohl bis Ende des Monats anhalten, sodass auch in den nächsten Spielen das Motto „Augen zu und durch“ Bestand haben wird. Dazu braucht es jedoch eine starke Torhüterleistung sowie eine kompakte Abwehr, die im bisherigen Saisonverlauf eigentlich super funktionierten, nur eben am Samstag im Derby nicht. Die alte Handballer Weisheit, über die Abwehr gewinnt man die Spiele, muss sich das Term einverleiben und sie müssen einfach mit einer klaren Galligkeit auftreten, die seinesgleichen sucht. Nur diese Einstellung kann der Schlüssel sein, mit welchem Frisch Auf den nächsten Gegnern die Zähne zeigen muss. Zusammenhalt heißt jetzt das Attribut der Stunde, denn nur über diesen kann die missliche Situation bewältigt werden

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