Ob WMF in Geislingen oder Schuler in Göppingen, florierende Unternehmen wurden aufgekauft und zur Bezahlung der Schulden wurden dann Arbeitsplätze abgebaut. Das heißt, die Arbeitnehmer haben den Zukauf finanziert, der heute den Aktionären die Taschen füllt.
Ein aktuelles Beispiel aus Baden-Württemberg:
Bis 2015 war ZF Friedrichshafen ein hoch profitables Unternehmen. Sichere Märkte, gute Produkte und stabiler Aufbau des Personal. Dann wurde 2015 die amerikanische Firma TRW Automotive für rund 12,4 Milliarden US-Dollar. Finanziert überwiegend mit Fremdkapital.
2019 kündigte ZF die Übernahme des Nutzfahrzeug-Spezialisten WABCO für rund 7 Milliarden Euro an; abgeschlossen wurde sie 2020. Allein für die WABCO-Übernahme nahm ZF unter anderem 2,1 Milliarden Euro an Schuldscheindarlehen auf. Zusätzlich wurden 2019 Euro-Anleihen über insgesamt 2,7 Milliarden Euro zur Finanzierung der Übernahme begeben.
2024 rutschte ZF deshalb mit etwa 1 Milliarde Euro Verlust tief in die Krise. Die Nettofinanzverschuldung lag damals bei rund 10,5 Milliarden Euro. Alleine für Zinsen mussten 2024 735 Millionen Euro aufgewendet werden,
Entgegen den Erwartungen konnten die Übernahmen also die Zins- und Tilgungsleistungen nicht erwirtschaften. Das Geld musste also anderweitig aufgetrieben werden.
Und so sollen bis 2028 weltweit etwa 11.000 bis 14.000 Arbeitsplätze abgebaut werden.
Zusätzlich sollen wieder Beteiligungen und Bereiche verkauft werden.
Was hat also diese Gier nach Größe gebracht? Hätte ZF heute ohne die Übernahmen weniger Probleme?
Zumindest hätten sie keine Schulden, wahrscheinlich sogar Geld auf dem Konto als Sicherheit für schlechte Zeiten, und die Arbeitnehmer sichere Arbeitsplätze.
Joachim Abel