Alles im grün-weißen Bereich

Drei Spieltage sind in der Bundesliga absolviert und der Punktestand ist exakt der, welchen Insider der Branche vorausgesagt haben. Nimmt man allerdings einen quasi geflügelten Satz beim schwäbischen Metzger zu Rate, der da heißt, „derf es a bissle me sei“, dann muss man klar konstatieren, ja es hätte durchaus mehr sein können. Nach dem Auftaktsieg gegen den HC Erlangen und der derben Klatsche in Melsungen, hatten die Schützlinge von Ben Matschke die Weltauswahl des THW Kiel am Rande einer Niederlage.

Eine eklatante Abschlussschwäche in der Schlussphase und dazu ein überragend haltender Perez de Vargas im Kasten der Kieler verhinderten die Sensation an diesem Sonntagnachmittag in der EWS-Arena. Die Grün-Weißen müssen sich allerdings nicht grämen und sich vor niemanden verstecken, denn die Leistung an sich und die Art und Weise wie Mannschaft aufgetreten ist, macht wirklich Appetit auf mehr. Man merkt dem Team die Eingespieltheit aus der Vorsaison an und auch Max Benecke, einziger Neuzugang, kommt immer mehr in Fahrt und zeigt durch seine Leistungen, warum in der Teammanager verpflichtet hat, Dies gilt auch für Ole Pregler, der auch anfangs seine Probleme mit dem Spielsystem hatte, aber mittlerweile die Abläufe verinnerlicht hat und zusammen mit Elias Newel die Fäden auf der Königsposition zieht. Apropos Newel, bei dieser Personalie ist eigentlich jeder der Handsachverstand hat gespannt, wann ihn der Bundestrainer zu einem Lehrgang einlädt. Selbst Stefan Kretschmar, die Handball Ikone schlechthin bringt den 22-Jährigen besten Nachwuchsspieler der Liga aus der letzten Spielzeit permanent ins Spiel. Ganz ehrlich gesagt, der Junge hätte es verdient, denn so wie er ein Spiel lenkt und zudem noch sehr torgefährlich ist, diese Art von Rohdiamanten wie es Newel einer ist, kann man an zwei Fingern abzählen. Sind wir bezogen auf die Weltmeisterschaft im Januar im eigenen Land mal in Erwartung, ob Alfred Gislason einem aufstrebenden Talent mit viel Selbstbewusstsein eine Chance gibt, oder ob er auf seine altbewährten Akteure setzt. Dies ist jedoch Zukunftsmusik, die Realität heißt am Sonntagnachmittag beim HC Hamburg die Visitenkarte abzugeben und nur vier Tage später ist Derbytime in der Göppinger Arena mit dem Match gegen die Rhein-Neckar-Löwen. Bei den Hanseaten, denen Schlüsselspieler Moritz Sauter mit Kreuzbandriss ausfällt, gelang den Schwaben Ende der letzten Spielzeit ein imposanter 34:28 Erfolg, welchen die Mannschaft nur allzu gern wiederholen möchte. Gegen die Löwen war die Bilanz in der Vorsaison mit einem Remis und einem Sieg ebenfalls positiv. Hoffentlich ist dies ein gutes Omen für die Gegenwart, denn zwei Siege bei den anschließend anstehenden schweren Aufgaben würden der grün-weißen Seele und dem Tabellenbild guttun.

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