Wilhelmaschule informiert über bedrohtes australisches Beuteltier: National Bilby Day: 150 Bilbys kehren in ihren Lebensraum zurück

Am 13. September ist in Australien „National Bilby Day“. Auch die Wilhelma nimmt den Aktionstag zum Anlass, auf den Schutz des gefährdeten Großen Kaninchennasenbeutlers aufmerksam zu machen. Von 12 bis 16 Uhr informiert das Team der Wilhelmaschule an einem Stand am Ausgang der Terra Australis über den Bilby, seine Gefährdung und das Engagement der Wilhelma für die australische Art. Passend zum diesjährigen National Bilby Day gibt es aus dem von der Wilhelma unterstützten Artenschutzprojekt im australischen Currawinya-Nationalpark eine besondere Erfolgsmeldung: 150 Bilbys wurden dort im August 2026 außerhalb eines raubtiersicheren Schutzgebiets ausgewildert.

Der Greater Bilby, auf Deutsch Großer Kaninchennasenbeutler, war einst über weite Teile Australiens verbreitet. Heute kommt er nur noch in einem Bruchteil seines ursprünglichen Verbreitungsgebiets vor. Zu seinen größten Bedrohungen gehören eingeschleppte Beutegreifer wie Hauskatzen und Rotfüchse. Hinzu kommen die Konkurrenz durch die ebenfalls aus Europa eingeführten Wildkaninchen sowie der Verlust und die Veränderung geeigneter Lebensräume. Sein nächster Verwandter, der Kleine Kaninchennasenbeutler, ist bereits ausgestorben.

Der Save the Bilby Fund setzt sich seit Jahrzehnten dafür ein, dass dem Großen Kaninchennasenbeutler dieses Schicksal erspart bleibt. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt im Currawinya-Nationalpark im Südwesten des australischen Bundesstaates Queensland. Dort wurde eine durch einen Schutzzaun gesicherte, von eingeschleppten Raubtieren freie Fläche geschaffen. Die Bilbys haben sich in diesem Refugium so erfolgreich vermehrt, dass dort inzwischen mehr als 700 Tiere leben. Nun wurde der nächste entscheidende Schritt gewagt: Im August 2026 wurden 150 gesunde Bilbys aus dem geschützten Areal ausgewählt und jenseits des Zauns in die Wildnis entlassen. Zuvor untersuchte das Projektteam mehr als 280 Tiere. Für Queensland ist die Aktion ein Meilenstein: Erstmals wurden Bilbys dort wieder in einem Gebiet angesiedelt, in dem die Art zuvor lokal ausgestorben war. Im Currawinya-Nationalpark waren wildlebende Bilbys zuletzt in den 1970er-Jahren nachgewiesen worden. Mit der Auswilderung ist die Arbeit allerdings nicht beendet. Die Tiere werden weiterhin überwacht, gleichzeitig müssen eingeschleppte Beutegreifer kontrolliert werden.  Ob sich die Bilbys dauerhaft außerhalb des Schutzzauns etablieren und vermehren, wird das langfristige Monitoring zeigen.

Die Wilhelma unterstützt die Arbeit des Save the Bilby Fund seit 2022 mit Mitteln aus dem Artenschutz-Euro, den Besucherinnen und Besucher freiwillig über den Eintritt entrichten. Bereits in den vergangenen Jahren flossen insgesamt 85.000 Euro unter anderem in Wildkameras für das Monitoring sowie in die Finanzierung einer wissenschaftlichen Mitarbeiterin. Darüber hinaus beteiligt sich der Zoologisch-Botanische Garten Stuttgart mit weiteren Mitteln an der Auswilderung außerhalb des Schutzzauns.

Am Sonntag, 13. September 2026, informiert die Wilhelmaschule von 12 bis 16 Uhr am Ausgang der Terra Australis über die Biologie der Bilbys, ihre Bedrohung und die Arbeit des Save the Bilby Fund. Auch der Verein der Freunde und Förderer der Wilhelma ist mit seinem Australien-Infomobil vor Ort vertreten. Das Angebot ist im regulären Eintritt in die Wilhelma enthalten.

Foto (Save the Bilby Fund): In Australien wurden gerade erst 150 Bilbys in ihren ursprünglichen Lebensraum zurückgebracht.

 

PM Wilhelma Zoologisch-Botanische Garten Stuttgart

Permanentlink zu diesem Beitrag: https://filstalexpress.de/freizeit/212431/wilhelmaschule-informiert-ueber-bedrohtes-australisches-beuteltier-national-bilby-day-150-bilbys-kehren-in-ihren-lebensraum-zurueck/