Am 14. September beginnt in Baden-Württemberg das neue Schuljahr. Dann sind wieder viele Kinder und Jugendliche auf den Straßen in Göppingen und auch den Teilorten unterwegs. Besonders für Schulanfänger ist der Weg zur Schule noch ungewohnt.
Die Stadt Göppingen und die Arbeitsgemeinschaft Fahrrad- und Fußverkehrsfreundlicher Kommunen in Baden-Württemberg (AGFK-BW) bitten deshalb alle Verkehrsteilnehmer um erhöhte Aufmerksamkeit und ein rücksichtsvolles Miteinander. Kinder nehmen den Straßenverkehr anders wahr als Erwachsene. Sie können Geschwindigkeiten und Entfernungen noch nicht zuverlässig einschätzen, lassen sich leichter ablenken und werden wegen ihrer Körpergröße zwischen parkenden Fahrzeugen häufig erst spät gesehen. Kinder brauchen deshalb oft mehr Zeit, bis sie eine Situation einschätzen können und entscheiden, wie sie sich verhalten.
„Die Sicherheit unserer Kinder ist das höchste Gut“, sagt Erster Bürgermeister Johannes Heberle. „Zum Schulstart tragen alle gemeinsam die Verantwortung dafür, dass Kinder sicher ans Ziel kommen. Eltern sollten ihre Kinder darin unterstützen, ihren Schulweg zunehmend selbstständig zurückzulegen“, betont Heberle. Dabei sei es besonders wichtig, nicht nur an die eigenen, sondern auch an alle anderen Kinder zu denken, die zum Schulstart selbstständig im Straßenverkehr unterwegs sind.
Aufmerksamkeit schafft Sicherheit
Für Autofahrer gilt insbesondere an Schulen, Kindertagesstätten, Bushaltestellen und Querungsstellen: Geschwindigkeit reduzieren, aufmerksam bleiben und jederzeit bremsbereit sein. Gehwege, Radwege und Sichtachsen müssen freigehalten werden. Radfahrer und Nutzer von E-Scootern sollten ihre Geschwindigkeit dort ebenfalls anpassen und ausreichend Abstand halten. Zum Schulstart werden der Gemeindevollzugsdienst (GVD) der Stadt Göppingen gemeinsam mit der Polizei die Einhaltung der Regeln verstärkt überwachen. Das gilt auch für die Sicherung der Kinder im Fahrzeug, das Halten und Parken, das Verhalten am Zebrastreifen sowie die Geschwindigkeit. „Uns geht es dabei ausschließlich um die Sicherheit unserer Kinder“, beton EBM Heberle.
Oft entscheiden sich Eltern dafür, ihre Kinder aus Sicherheitsgründen mit dem Auto zur Schule zu bringen. Durch diese Elterntaxis wird aber die Verkehrssituation vor der Schule unübersichtlich und gefährdet die Kinder, die zu Fuß oder mit dem Rad zur Schule kommen. Auch deshalb sollten Eltern sich gut überlegen, ob das Elterntaxi zur Schule wirklich notwendig ist. Wer Kinder mit dem Auto zur Schule bringt, sollte zumindest nicht unmittelbar vor dem Schuleingang halten oder wenden und auf keinen Fall auf Gehwegen oder Radfahrstreifen parken. Besser ist es, das Fahrzeug in einiger Entfernung abzustellen und das letzte Stück gemeinsam zu Fuß zurückzulegen.
Schritt für Schritt zum selbstständigen Schulweg
Ein selbstständig zurückgelegter Schulweg fördert Bewegung, Orientierung und Selbstvertrauen. Eltern können ihre Kinder gezielt darauf vorbereiten:
- Den sichersten Weg auswählen: Nicht immer ist der kürzeste Weg auch der beste. Eltern sollten möglichst ruhige Straßen, Gehwege, Ampeln und sichere Querungsstellen auswählen.
- Den Weg gemeinsam üben: Der Schulweg sollte mehrmals zu den üblichen Schulzeiten gemeinsam abgelaufen oder mit dem Fahrrad gefahren werden. So erleben Kinder die tatsächliche Verkehrssituation. An Einfahrten, Kreuzungen, parkenden Fahrzeugen und Bushaltestellen sollten Eltern erklären, worauf besonders zu achten ist.
- Das Kind den Weg erklären lassen: Beim gemeinsamen Üben kann das Kind zeigen und erklären, wo es wartet, schaut oder die Straße überquert. Dadurch erkennen Eltern, ob die wichtigsten Regeln verstanden wurden.
- Selbstständigkeit schrittweise erweitern: Zunächst können Eltern mit etwas Abstand folgen. Später kann das Kind den Weg gemeinsam mit anderen Kindern und schließlich allein zurücklegen. Entscheidend ist dabei nicht unbedingt das Alter des Kindes, sondern ob es den Weg sicher beherrscht.
Auch sogenannte Laufbusse oder Fahrradbusse, bei denen mehrere Kinder gemeinsam zur Schule gehen oder radeln, können den Einstieg in einen selbstständigen Schulweg erleichtern. Ob es bereits solche organisierten Gruppen für den Schulweg gibt, können Eltern bei der jeweiligen Schule erfragen.
Die Stadt Göppingen und die AGFK-BW wünschen allen Schülerinnen und Schülern einen guten und sicheren Start in das neue Schuljahr.
Die AGFK-BW
Die Arbeitsgemeinschaft Fahrrad- und Fußverkehrsfreundlicher Kommunen in Baden-Württemberg (AGFK-BW) ist ein Netzwerk aus rund 120 Landkreisen, Städten und Gemeinden. Mit seiner Vision 2030 setzt sich der Verein dafür ein, dass aktive Mobilität als Basismobilität so einfach, sicher und bequem ist, dass Fuß und Rad die erste Wahl sind. Bei den Mitgliedskommunen der AGFK-BW steht aktive Mobilität für ein faires Miteinander aller und eine konsequent verfolgte Vision Zero-Strategie.
Foto (Stadt Göppingen): Ein Kind vor der Janusz-Korczak-Schule in Göppingen: Eltern sollten besonders zum Schulstart mit ihren Kindern den Schulweg üben.
PM Stadtverwaltung Göppingen