„Milchmädchenrechnung“: VBE weist IW-Studie zur Teilzeit zurück

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt in einer heute veröffentlichten Studie, dass sich der Personalmangel im öffentlichen Dienst „rein rechnerisch zu einem erheblichen Teil durch eine Ausweitung der Tätigkeit in Richtung Vollzeit decken“ ließe. Dies gelte auch für den Bildungsbereich. Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) widerspricht dieser Milchmädchenrechnung entschieden.

Der Bundesvorsitzende Tomi Neckov sagt: „In der Berechnung wird von Stundenkontingenten auf dem Papier ausgegangen, nicht von der tatsächlichen Belastung in den Schulen. Lehrkräfte arbeiten schon heute weit über das vorgesehene Maß hinaus. Teilzeit ist für viele der einzige Weg, den Beruf überhaupt noch gesund auszuüben. Zudem lässt sich oft nur so Betreuung oder Pflege mit dem Beruf vereinbaren. Wer den Beschäftigten das nehmen will, verschärft den Mangel, statt ihn zu lösen. Durch blanke Theorie Öl ins Feuer zu gießen, ohne eine Ahnung von der Praxis zu haben, wird keinen Mangel beseitigen, aber Vorurteile gegenüber dem Beruf weiter schüren.“

Der VBE fordert die Politik deshalb auf, statt an der Teilzeit zu rütteln, die strukturellen Ursachen der Überlastung anzugehen – mit besseren Arbeitsbedingungen, echter Entlastung und fairer Bezahlung.

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) vertritt als parteipolitisch unabhängige Bildungsgewerkschaft die Interessen von ca. 164.000 Pädagoginnen und Pädagogen – aus dem frühkindlichen Bereich, der Primarstufe, den Sekundarstufen I und II und dem Bereich der Lehrkräftebildung – in allen Bundesländern. Der VBE ist eine der beiden großen Bildungsgewerkschaften in Deutschland und mitgliederstärkste Fachgewerkschaft im dbb beamtenbund und tarifunion.

PM VBE Verband Bildung und Erziehung

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