Sonntagsgedanken: Spätsommer 2026

Es ist Anfang September, die Sommerferien neigen sich dem Ende zu und bei vielen Menschen kehrt so langsam der Alltag wieder ein. Die Tage sind noch warm, und die Sonne schenkt uns ihre Kraft. Nicht mehr mit so großer Hitze, sondern erträglichen Temperaturen und hoffentlich vielleicht auch wieder vermehrt Regenperioden, um der extremen Trockenheit entgegen zu wirken. Morgens ist es noch länger frisch, abends wird es schneller dunkel und die ersten Blätter beginnen sich zu verfärben. Auf den Feldern und in den Gärten ist zu spüren, der Sommer geht langsam seinem Ende entgegen, es liegt etwas Neues in der Luft.

Es braucht diese Abschnitte, die jahreszeitlich bedingt sind, es braucht jedoch auch einen persönlichen Rhythmus zwischen Arbeitsphasen und Erholung.  Für viele Menschen, die in den Sommerferien ihren wohlverdienten Jahresurlaub und eine erholsame Zeit erleben durften, geht jetzt vielleicht der Blick zurück und mancher möchte gerne die schönen Augenblicke festhalten. Man erinnert sich immer wieder gerne daran und möchte vielleicht sogar gerne verhindern, dass etwas Schönes zu Ende geht. Doch die Schöpfung lehrt uns jedes Jahr aufs Neue, Alles hat seine Zeit, Blühen und Vergehen, Werden und Loslassen, Anspannung und Entspannung.

Die Ernte erzählt davon in ihrer eigenen Weise. Die Früchte sind reif geworden, was vor Wochen oder Monate als kleine Knospen und Blüten begonnen hatte, darf nun geerntet werden. Waren die sommerlichen Bedingungen gut, wird uns nun in Fülle geschenkt. Wir können nicht alles aus eigener Kraft erschaffen, und wir werden wieder einmal daran erinnert, dass wir zwar säen, pflegen, hoffen und uns mühen können, doch wachsen lassen, das können wir nicht selbst. Nur die optimalen Bedingungen dazu schaffen, das können wir und darauf vertrauen, dass die Natur und ihre schöpferische Kraft sich voll entfaltet.

Was in uns in den letzten Sommerwochen gewachsen ist und welche Begegnung uns bereichert hat, erfüllt uns noch einige Zeit. Wie erinnern uns daran, welche Wege wir zurückgelegt haben und was wir Schönes erlebt haben. Wir denken darüber nach, wofür wir Gott von Herzen danken dürfen.

Dankbarkeit für die vergangene Zeit verändert unseren Blick und öffnet uns die Augen für das, was uns geschenkt worden ist: Ein freundliches Wort, ein Mensch, der zu uns hält, ein Sonnenuntergang am Meer, ein Moment in den Bergen, ein Zuhause oder die Gesundheit. All das ist nicht selbstverständlich und die Dankbarkeit dafür kann im Gebet, im Gottesdient, oder in einem stillen Augenblick zum Ausdruck gebracht werden. Wir dürfen immer wieder innehalten, nicht nur in den Ferien oder im Urlaub, und einfach sein. Auch vor Gott dürfen wir einfach nur sein. Mit unseren Fragen, unseren Sorgen, unseren Hoffnungen und unseren Bedürfnissen dürfen wir zu Gott kommen und nicht alles selbst tragen müssen. Wir dürfen darauf vertrauen, dass Gott uns nicht allein lässt und wir abgeben dürfen, was uns belastet. Wir können dankbar auf das Gewachsene schauen und darauf vertrauen und hoffen, dass Gott unseren Weg begleitet, im Alltag und durch alle Zeiten unseres Lebens.

Sabine Waldinger-Röhrle
Dekanatsbeauftragte Schulpastoral

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