Der Sommer hat eine besondere Art, die Region zu verändern. Die Ostalb wird weicher, das Filstal heller, und selbst die Geräusche klingen anders – leichter, freundlicher, ein bisschen nach Ferien. Ich mag diese Zeit. Nicht, weil ich Urlaub mache, sondern weil die Menschen offener werden. Man kommt ins Gespräch, ohne dass es geplant ist. Man bleibt stehen, ohne dass es eilig ist. Und plötzlich entsteht eine Geschichte, die man nicht gesucht hat.
Ich merke das besonders an Orten, die eigentlich ganz alltäglich sind. Das Bud‑Spencer‑Bad am Schießtal zum Beispiel. Da, wo Kinder kreischen, Jugendliche Mut sammeln und Erwachsene für einen Moment vergessen, wie schnell der Alltag ist. Ich sitze manchmal einfach dort, im Schatten der alten Bäume, und beobachte. Nicht journalistisch, sondern menschlich. Ein kurzer Gruß am Beckenrand, ein Gespräch mit einer Mutter, die wissen will, wie ihr Sohn selbstbewusster werden kann. Ein Mädchen das mir stolz erzählt, dass es jetzt weiß, wie man „Nein“ sagt – und wie man richtig laut werden kann, wenn es darauf ankommt. Das sind die Momente, die bleiben.
Und genau deshalb mache ich im Sommer weiter mit dem, was mir wichtig ist: Menschen stärken. Konflikte machen keine Ferien, also mache ich auch keine. Dieses Jahr gab es bereits mehrere Selbstschutzseminare im Rahmen von Schülerferienprogrammen – schöne Termine, weil die Kinder im Sommer anders sind: neugierig, mutig, offen, manchmal auch ein bisschen übermütig, aber immer bereit, etwas Neues zu lernen. Nach den ersten Seminaren kam eine Nachricht aus dem Rathaus, die mich wirklich berührt hat: „Lieber Herr Brandner, Sie sind einfach klasse. Mit wie viel Leidenschaft Sie das Alles meistern und sich engagieren – großartig! Vielen Dank für Ihren Einsatz und den Artikel.“ Filstalexpress » Brandner – Selbstschutzseminare in Süßen: Sommerhit ohne Freibadfaktor Solche Worte sind kein Applaus, sondern ein Zeichen, dass das, was ich tue, ankommt. Und gebraucht wird.
Der Sommer hat auch eine private Seite für mich. Die Momente, in denen ich einfach stehen bleibe, weil die Luft warm ist und die Region nach Zuhause riecht. Die Abende, an denen ich mit Freunden lache, weil der Tag leicht war. Die Gespräche, die nicht geplant sind, aber bleiben. Mein Humor – ein bisschen frech, ein bisschen trocken, ein bisschen Harald‑Schmidt‑Ton – passt in diese Jahreszeit wie ein leichter Wind. Es ist der Humor, der zu einem kühlen Getränk passt, zu einem Gespräch im Schatten eines Baumes, zu einem Moment, in dem man merkt, dass das Leben manchmal einfacher ist, als man denkt.
Sommer bedeutet für mich nicht Palmen, nicht Strand, nicht Flugtickets. Sommer bedeutet Nähe. Menschlichkeit. Wärme. Und die Erkenntnis, dass Stärke nicht laut sein muss, um zu wirken – aber manchmal eben doch. Ich bin kein Journalist. Ich bin ein Erzähler. Einer, der seine Region liebt. Einer, der Menschen stärkt. Einer, der Geschichten sammelt, die man nicht erfindet – sondern erlebt.
Sommer ist nicht das, was man plant. Sommer ist das, was passiert. Und ich erzähle, was bleibt.
Alfred Brandner