Gleich zwei Ministerpräsidenten und die „neue“ Handwerksministerin waren diesmal beim Jahrestreffen von Handwerk BW zu Gast. Der Spitzenverband formulierte bei der Gelegenheit klare Erwartungen an die Landesregierung und ernannte Winfried Kretschmann zum Ehrenmeister des baden-württembergischen Handwerks.
Mit dem amtierenden Ministerpräsidenten Cem Özdemir und seinem Vorgänger Winfried Kretschmann empfing der Spitzenverband Handwerk BW bei seinem Jahrestreffen gleich zwei Ministerpräsidenten. Außerdem durfte Landeshandwerkspräsident Rainer Reichhold Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut begrüßen, die im neuen Kabinett jetzt auch Handwerksministerin ist. Für Reichhold waren die hochrangigen Gäste ein Zeichen für die Bedeutung des Handwerks als Gesprächspartner der Landespolitik. Gleichzeitig machte er aber nochmals deutlich, woran das Handwerk die Landesregierung messen werde: an konkreten Verbesserungen für die Betriebe.
„Unsere Partei heißt Handwerk“, sagte Reichhold. Der Landeshandwerksverband werde die Regierungsarbeit konstruktiv begleiten, aber auch konsequent an die Wahlversprechen erinnern. Viele Forderungen des Handwerks hätten Eingang in den Koalitionsvertrag gefunden. Jetzt komme es darauf an, die Haushaltsvorbehalte so aufzulösen, dass daraus kein Vertrauensbruch werde.
„Mit der Verdoppelung der Meisterprämie haben praktisch alle Parteien im Wahlkampf schon klar gemacht, dass sie das Handwerk konkret unterstützen wollen. Eine Abkehr von diesem Vorhaben oder eine Relativierung ist ebenso inakzeptabel wie ein Rückbau des Förderprogramms Horizont Handwerk und weiterer Kernanliegen“, so Reichhold. Er verdeutlichte, dass politische Zusagen nur dann Vertrauen schafften, wenn sie im Alltag der Betriebe spürbar würden.
Dass eine verlässliche Partnerschaft zwischen Politik und Handwerk möglich ist, zeigte Handwerk BW mit einer besonderen Ehrung. Für seine Verdienste um das Handwerk erhielt der aus dem Amt geschiedene Ministerpräsident Winfried Kretschmann den Titel „Ehrenmeister des baden-württembergischen Handwerks“ – die höchste Auszeichnung des Spitzenverbands. Stellvertretend für dessen herausragende Verdienste nannte Reichhold die Einführung der Meisterprämie und die Unterstützung strategischer Zukunftsprogramme für das Handwerk.
Zum Abschluss des Jahrestreffens erhielt Ministerpräsident Cem Özdemir symbolische Geschenke zum Start seiner Regierungszeit. Der Bäckerinnungsverband Südwest überreichte eine überdimensionale Brezel. „Mit der Riesenbrezel möchten wir die Verbundenheit des Bäckerhandwerks mit unserem Land und den Menschen sichtbar machen und der neuen Landesregierung einen symbolischen Gruß aus dem Handwerk mitgeben“, sagte Landesinnungsmeister Martin Reinhardt. Der Landesinnungsverband der Schornsteinfeger schenkte Özdemir einen selbstgebundenen Schornsteinfegerbesen. Der Besen steht für Glück, aber auch für den Wunsch des Handwerks nach weniger Bürokratie und schnelleren Verfahren. „Er soll nicht nur Glück bringen, sondern auch dabei helfen, manches Hindernis aus dem Weg zu kehren“, so Präsident Stefan Eisele.
Foto (Handwerk BW): Beim Jahrestreffen von Handwerk BW überreichten Vertreter des Bäcker- und des Schornsteinfegerhandwerks Ministerpräsident Cem Özdemir eine überdimensionale Brezel und einen selbstgebundenen Schornsteinfegerbesen als symbolische Geschenke zum Start seiner Regierungszeit. Im Bild (v. l.): Peter Haas (Hauptgeschäftsführer Handwerk BW), Alexis Gula (Präsident Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks), Stefan Körber (Hauptgeschäftsführer des Bäckerinnungsverbands Südwest), Martin Reinhardt (Landesinnungsmeister der Landesinnung für das Württembergische Bäckerhandwerk), Frank Sautter (Stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Bäckerinnungsverbands Südwest), Ministerpräsident Cem Özdemir, Stefan Eisele (Präsident des Landesinnungsverbands des Schornsteinfegerhandwerks Baden-Württemberg) und Rainer Reichhold (Präsident Handwerk BW).
PM Baden-Württembergischer-Handwerkstag e.V.