Projekt „Archewiesen“: Wiesendrusch erfolgreich abgeschlossen – Regional gewonnenes Saatgut für artenreiche Wiesen

Im Regierungsbezirk Stuttgart wurden in diesem Jahr in vier Landkreisen artenreiche Wiesen gedroschen. Das dabei gewonnene Saatgut soll künftig zur Wiederherstellung, Aufwertung und Neuanlage artenreicher Grünlandflächen eingesetzt werden.

Artenreiche Wiesen sind wichtige Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Das Projekt „Archewiesen“ des Regierungspräsidiums Stuttgart nutzt deshalb besonders wertvolle Wiesen als sogenannte Spenderflächen: Das dort gewonnene Saatgut wird auf geeigneten Empfängerflächen in der Region ausgebracht. So lassen sich artenreiche Wiesenbestände mit gebietseigenem Saatgut erhalten und neue entwickeln.

Im Landkreis Esslingen wurde am 22. Juni im Naturschutzgebiet „Schopflocher Moor“ gedroschen. Die Wiesen rund um das ehemalige Moor zählen zu den artenreichsten im Regierungsbezirk Stuttgart. Auf der Spenderfläche wurden fast 60 verschiedene Wiesenarten nachgewiesen.

Der Wiesendrusch stellt besondere Anforderungen an Mensch und Maschine. Die Samen der verschiedenen Wiesenpflanzen unterscheiden sich deutlich in Größe und Gewicht. Zudem sind die Wiesen häufig unwegsamer und stärker geneigt als Ackerflächen. Mit den richtigen Einstellungen des Mähdreschers kann dennoch ein artenreiches, regional angepasstes Saatgut gewonnen werden.

In diesem Jahr wurde das Verfahren im Rahmen des Projekts in den Landkreisen Esslingen und Schwäbisch Hall, im Rems-Murr-Kreis sowie im Main-Tauber-Kreis eingesetzt. Das gewonnene Druschgut wird getrocknet und zwischengelagert, sodass es zu einem geeigneten Zeitpunkt für Ansaaten verwendet werden kann. Besonders erfolgversprechend sind häufig Herbsteinsaaten.

„Artenreiche Wiesen sind ein wertvolles Natur- und Kulturgut. Dass wir ihr Saatgut gewinnen und damit neue artenreiche Grünlandflächen entwickeln können, ist ein wichtiger Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt“, sagt Wilfried Gerlinger, zuständiger Projektleiter am Regierungspräsidium Stuttgart.

Das Projekt „Archewiesen“ wurde 2018 vom Regierungspräsidium Stuttgart ins Leben gerufen und ist in das Sonderprogramm zur Stärkung der biologischen Vielfalt der Landesregierung eingebettet. Seit 2020 wird es landesweit umgesetzt. Im Regierungsbezirk Stuttgart wurden bis Ende 2025 bereits 114 Projekte auf einer Fläche von insgesamt 75 Hektar umgesetzt.

Hintergrundinformationen

Das Projekt „Archewiesen“ widmet sich der Wiederherstellung, Aufwertung und Neuanlage artenreicher Grünlandbestände mit gebietseigenem, lokal gewonnenem Saatgut. An der Umsetzung sind neben den Regierungspräsidien und der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg insbesondere die unteren Naturschutzbehörden, Landschaftserhaltungsverbände und Landwirte beteiligt. Mittlerweile nehmen nahezu alle 44 Land- und Stadtkreise Baden-Württembergs am Projekt teil.

Umfangreiche Informationen zum Projekt „Archewiesen“ sowie die Broschüre „Archewiesen – Ein Projekt zur Erhaltung des artenreichen Grünlands in Baden-Württemberg. Einführung und Handlungsempfehlungen für die Praxis“ sind auf der Internetseite der Regierungspräsidien Baden-Württemberg verfügbar: Weitere Informationen zum Projekt „Archewiesen“

Foto (Karin Weiss): Der Mähdrescher beim Ernteeinsatz im stehenden Bestand.

 

PM Regierungspräsidium Stuttgart

 

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