Anlässlich des heute (16. Juli 2026) vorgestellten Forschungsberichts des IAB zur Arbeitsmarktintegration von Leistungsbezieherinnen und -beziehern, mahnt die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di), keine falschen Schlüsse aus dem Rückgang der Integration Arbeitsloser in den Arbeitsmarkt zu ziehen.
„Menschen in der Grundsicherung haben es auf dem Arbeitsmarkt noch immer schwer, in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zu wechseln,“ so Rebecca Liebig, im ver.di-Bundesvorstand zuständig für Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik. Sie warnt vor einem falschen Eindruck, der beim ersten Blick auf die rückläufigen Zahlen entstehen kann: „Der Rückgang der Integrationsquote Arbeitsloser in der Grundsicherung in den Arbeitsmarkt ist hauptsächlich der schlechten Konjunkturentwicklung geschuldet und nicht dem schwindenden Willen der Betroffenen oder einem vermeintlichen Versagen der bisherigen Bürgergeldsystems. Das heißt, es fehlen schlichtweg Arbeitsplätze, auf die vermittelt werden könnte“, so Liebig.
Zudem müssten Instrumente nach einer Reform erst greifen, bevor es zu Verbesserungen bei der Arbeitsmarktintegration kommt. „Das dauert, und umso bedauerlicher ist die komplette Kehrtwende in Richtung schnelle Vermittlung durch die neue Grundsicherung ab dem 1. Juli 2026“, so Liebig. Denn viele hätten nur mit intensiver Unterstützung eine Chance, mit Arbeit dauerhaft aus dem Leistungsbezug zu kommen, so die ver.di-Vorständin.
Viele Menschen darüber hinaus weisen regelmäßig Vermittlungshemmnisse wie fehlende Abschlüsse und Qualifikationen sowie persönliche Umstände auf, die gezielt angegangen werden müssten, wenn ein dauerhafter Einstieg in den Arbeitsmarkt gelingen soll. Ein Praktikum, eine Teilzeitausbildung und Unterstützung durch Assistierte Ausbildung im Ausbildungsbetrieb führt in vielen Fällen zum Erfolg und gibt denen eine Chance, die sich aus eigener Kraft nicht helfen können. „Für die dafür erforderliche engmaschige Unterstützung brauchen die Jobcenter die nötigen Ressourcen. Diese arbeiten allerdings viel zu häufig an der Belastungsgrenze“, sagte Rebecca Liebig.
Weitere Infos in der ver.di-Befragung von Jobcenter-Beschäftigten: