Tarifrunden im Handel: ver.di erwartet deutlich verbesserte Angebote am 8. und 10. Juli

In den Tarifrunden im baden-württembergischen Einzel- und Versandhandel sowie im Groß- und Außenhandel stehen in dieser Woche die nächsten Verhandlungstermine an. ver.di erwartet deutlich verbesserte Angebote, die Reallohnverluste vermeiden und eine Grundlage für weitere Verhandlungen bilden.

3. Verhandlungsrunde im Einzel- und Versandhandel:

Die dritte Verhandlungsrunde im Einzel- und Versandhandel findet am Mittwoch, den 8. Juli 2026 im Mercure Hotel Stuttgart Sindelfingen an der Messe, Schwertstraße 65, 71065 Sindelfingen statt und beginnt gegen 11:00 Uhr.

4. Verhandlungsrunde im Groß- und Außenhandel:

Die vierte Verhandlungsrunde im Groß- und Außenhandel findet am Freitag, den 10. Juli 2026 im Holiday Inn Stuttgart-Weilimdorf, Mittlerer Pfad 25–27, 70499 Stuttgart, statt. Verhandlungsbeginn ist um ca. 10 Uhr 30.

Für beide Tarifbereiche erwartet ver.di Angebote der Arbeitgeberseite, die der Leistung der Beschäftigten und der angespannten wirtschaftlichen Situation, in der sich die Beschäftigten aktuell befinden, gerecht werden.

Wolfgang Krüger, ver.di-Verhandlungsführer, erklärt:

„Die Beschäftigten stehen weiterhin unter enormem Druck durch steigende Lebenshaltungskosten. Sie leisten jeden Tag, im Einzelhandel wie im Großhandel, unverzichtbare Arbeit, die der gesamten Bevölkerung zugutekommt. Wir erwarten nun von den Arbeitgebern verbesserte Angebote, die Reallohnverluste vermeiden und den Beschäftigten verlässliche Perspektiven für die Zukunft geben.“

Den Druck auf die Arbeitgeber haben die Beschäftigten in der vergangenen Woche deutlich erhöht: Vom 29. Juni bis zum 6. Juli 2026 beteiligten sich insgesamt rund 3000 Streikende an den Tagesstreiks, zu denen ver.di aufgerufen hatte. Höhepunkt der Streikwoche war der 3. Juli, an dem unter anderem das Kaufland-Fleischwerk in Heilbronn mit rund 300 streikenden Kolleg:innen bestreikt wurde. Das starke Signal aus den Betrieben zeigt: Die bisherigen Angebote werden den Erwartungen der Beschäftigten nicht gerecht.

Die Arbeitgeber des Einzel- und Versandhandels haben am 8. Juni folgendes Angebot vorgelegt:

  • 2,0 Prozent ab dem 01.10.2026 (6 Nullmonate)
  • weitere 1,5 Prozent ab dem 01.07.2027 (3 Nullmonate)
  • entsprechende Erhöhung der Ausbildungsvergütungen zum 01.04.2027 und 01.11.2027
  • Laufzeit: 24 Monate

 

Die Arbeitgeber des Groß- und Außenhandels haben am 21. Mai folgendes Angebot vorgelegt:

  • 1,8 Prozent im Jahr 2026 (im Folgemonat nach dem Tarifabschluss)
  • weitere 1,6 Prozent ab dem 01.05.2027
  • entsprechende Erhöhung der Ausbildungsvergütungen zum 01.09.2026 und 01.09.2027
  • Laufzeit: 24 Monate

ver.di bewertet beide Angebote als völlig unzureichend. Sie würden aus Sicht der Verhandlungskommissionen Reallohnverluste für die Beschäftigten bedeuten und bleiben deutlich hinter der Leistung der Beschäftigten sowie den Erwartungen in den Betrieben zurück.

Die ver.di-Forderungen im Einzel- und Versandhandel:

  • Erhöhung der Löhne und Gehälter um 300 Euro
  • Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 150 Euro
  • Laufzeit von 12 Monaten

 

Die ver.di-Forderungen im Groß- und Außenhandel:

  • Erhöhung der Löhne und Gehälter um 7 Prozent, mindestens 250 Euro
  • Rentenfestes Mindesteinkommen von 14,90 Euro pro Stunde
  • Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 150 Euro
  • Laufzeit von 12 Monaten

 

PM ver.di Landesbezirk Baden-Württemberg

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